Krule
Frührentner
Nach inzwischen rund 17 Stunden mit Cyberpunk 2077 hat sich mein Eindruck deutlich verbessert. Rückblickend war vor allem der Anfang ein Problem: Die ersten zwei bis drei Stunden fand ich ziemlich zäh und wenig packend. Erst danach gewinnt es an Fahrt, bleibt dann aber auf konstant hohem & interessanten Niveau.
Das Gunplay ist insgesamt okay, aber nichts, was mich wirklich vom Hocker haut. Auf dem normalen und höheren Schwierigkeitsgrad ist das Spiel zudem deutlich zu leicht. Gegen Standardgegner kann man problemlos den Rambo geben, ohne Deckung in 15–20 Gegner rennen und trotzdem alles wegputzen.
Dabei bietet das Spiel eigentlich viele Systeme, Spielweisen und Herangehensweisen: Schleichen, Hacken, Geschütztürme übernehmen, verschiedene Builds usw. Das Problem ist nur, dass der niedrige Schwierigkeitsgrad vieles davon banalisiert. Warum sollte ich mich aufwendig durch ein Areal schleichen und Systeme manipulieren, wenn ich das gleiche Ergebnis in einem Bruchteil der Zeit erreiche, indem ich einfach frontal reinstürme?
Hinzu kommt, dass es eben ein klassisches RPG-System mit Skillpunkten ist. Man spezialisiert sich! Ich habe z.B. stark in Handfeuerwaffen investiert - entsprechend lohnt es sich für mich kaum, andere Waffen zu nutzen. Das schmälert die spielerische Abwechslung und viele der Gameplay-Ideen und Systeme bleiben von mir ungenutzt. Unterm Strich sind die Kämpfe - zumindest mit meinem Build - auch nur solide Durchschnittskost.
Narrativ hat mich das Spiel dagegen deutlich stärker gepackt. Die Inszenierung ist sehr gelungen, die Qualität der Nebenquests ist von der der Hauptquest nichts zu unterscheiden. Die Welt wirkt hart, dreckig und sehr stilsicher - das Cyberpunk-Setting trägt viel zur Atmosphäre bei. Die Charaktere sind interessant und Night City als Gesamtkonstrukt funktioniert einfach. Darüber hinaus wurde das Spiel - anders als viele andere zeitgenössische Rollenspiele - nicht künstlich auf 80 oder gar 100+ Stunden aufgebläht. Mit rund 30 Stunden für die Hauptstory bleibt es erstaunlich fokussiert, was dem Pacing spürbar zugutekommt. Es wirkt angenehm komprimiert und hat kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen.
Technisch bin ich allerdings nach wie vor nicht restlos überzeugt. Es gibt immer noch kleinere Bugs, sichtbare Pop-ins und teilweise erstaunlich weiche Texturen. Insgesamt fehlt es hier und da noch etwas an Polishing.
Im Moment würde ich also sagen: starkes Setting und gute Story-Momente, aber spielerisch mit deutlichen Schwächen. Mal sehen, wie sich das in der zweiten Hälfte noch entwickelt.
Das Gunplay ist insgesamt okay, aber nichts, was mich wirklich vom Hocker haut. Auf dem normalen und höheren Schwierigkeitsgrad ist das Spiel zudem deutlich zu leicht. Gegen Standardgegner kann man problemlos den Rambo geben, ohne Deckung in 15–20 Gegner rennen und trotzdem alles wegputzen.
Dabei bietet das Spiel eigentlich viele Systeme, Spielweisen und Herangehensweisen: Schleichen, Hacken, Geschütztürme übernehmen, verschiedene Builds usw. Das Problem ist nur, dass der niedrige Schwierigkeitsgrad vieles davon banalisiert. Warum sollte ich mich aufwendig durch ein Areal schleichen und Systeme manipulieren, wenn ich das gleiche Ergebnis in einem Bruchteil der Zeit erreiche, indem ich einfach frontal reinstürme?
Hinzu kommt, dass es eben ein klassisches RPG-System mit Skillpunkten ist. Man spezialisiert sich! Ich habe z.B. stark in Handfeuerwaffen investiert - entsprechend lohnt es sich für mich kaum, andere Waffen zu nutzen. Das schmälert die spielerische Abwechslung und viele der Gameplay-Ideen und Systeme bleiben von mir ungenutzt. Unterm Strich sind die Kämpfe - zumindest mit meinem Build - auch nur solide Durchschnittskost.
Narrativ hat mich das Spiel dagegen deutlich stärker gepackt. Die Inszenierung ist sehr gelungen, die Qualität der Nebenquests ist von der der Hauptquest nichts zu unterscheiden. Die Welt wirkt hart, dreckig und sehr stilsicher - das Cyberpunk-Setting trägt viel zur Atmosphäre bei. Die Charaktere sind interessant und Night City als Gesamtkonstrukt funktioniert einfach. Darüber hinaus wurde das Spiel - anders als viele andere zeitgenössische Rollenspiele - nicht künstlich auf 80 oder gar 100+ Stunden aufgebläht. Mit rund 30 Stunden für die Hauptstory bleibt es erstaunlich fokussiert, was dem Pacing spürbar zugutekommt. Es wirkt angenehm komprimiert und hat kein Gramm Fett zu viel auf den Rippen.
Technisch bin ich allerdings nach wie vor nicht restlos überzeugt. Es gibt immer noch kleinere Bugs, sichtbare Pop-ins und teilweise erstaunlich weiche Texturen. Insgesamt fehlt es hier und da noch etwas an Polishing.
Im Moment würde ich also sagen: starkes Setting und gute Story-Momente, aber spielerisch mit deutlichen Schwächen. Mal sehen, wie sich das in der zweiten Hälfte noch entwickelt.
Zuletzt bearbeitet:

