Teil 2
Was auch wunderbar funktioniert ist die „Smart“-Funktion. Die Möglichkeit sich je nach Körperbau, (fast) frei in den Leveln zu bewegen. Ich stand am Anfang auf der untersten Ebene einer Halle. Weiter oben waren ringsherum Balkone. Man muß ja bei einigen Shootern dankbar sein, wenn die eigene Figur wenigstens mal hüpfen darf, und aus dieser Gewohnheit heraus stand ich jetzt da unten und suchte einen Weg nach oben. Da war also eine Treppe auf der anderen Seite. Ein Umweg, aber ein Weg. Dann fiel mir die Smart-Funktion ein. Also einfach den linken Button drücken und halten, auf ein Terminal zugerannt, etwas nach oben geschaut, und schon klettert die Figur nach oben. Perfekt!
Es gibt wirklich kein hängenbleiben an Kanten oder Vorsprüngen. Auch den linken Button zu halten, stört absolut nicht. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, macht es richtig Laune sich durch die Level zu bewegen. Sei es laufend, kletternd oder rutschend. Alles ganz easy. Allerdings hängt dies vom gewählten Körperbau ab!
Zuerst steht Euch nur der mittlere Körperbau zur Verfügung. Später dann der Schwere und danach der Leichte. Den schweren Körperbau habe ich mal angetestet, da dieser alle Waffen nutzen kann und spürbar mehr aushält. Er ist zwar etwas langsamer und kann auch nicht wie eine Bergziege rumklettern, aber dafür wird er seiner Funktion als Schild oder Panzer gerecht. Einmal war eine Situation, in der das Team durch einen schmalen Gang wollte. Das gegnerische Team hatte diesen am anderen Ende mit einem Geschütz gesichert. Dieses Geschütz schnell zu eliminieren ohne selber zu sterben war kaum möglich (später fielen mir noch andere Möglichkeiten ein, aber die jetzt geschilderte war einfach nur saugeil). Also renne ich zu einer Versorgungsstation, dort ist es möglich während des Spieles die Klasse zu wechseln, oder Waffen zu tauschen, nehme einen vorgefertigten Charakter mit schwerer Statur, suche mir ein schweres Maschinengewehr aus und laufe zurück zu dem Durchgang. Mit dem Finger am Abzug lasse ich es Blei in Richtung Geschütz regnen, hinter mir der Medic versorgt mich mit Heilung und ich walze durch den schmalen Gang, zerstöre das Geschütz und erledige noch zwei Gegner. Der Durchgang war frei, ich hatte ein gutes Gefühl, war aber dann doch tot. Das restliche Team hatte aber Zeit die Pause zu nutzen und den Gegner in diesem Bereich zu überlaufen.
Bitte nicht falsch verstehen. Die schweren Brocken sind nicht overpowered. Dafür streuen die Maschinengewehre zu sehr, auch ist deren Leben nicht unendlich, aber um mal einen Bereich für kurze Zeit zu räumen nicht verkehrt.
Mit dem leichten Körperbau war ich noch nicht unterwegs. Damit sind ja wohl noch ganz andere Wege möglich, die speziell für die Agentenklasse von Vorteil sind, aber darüber kann ich noch nichts schreiben.
In dem Spiel gibt es ja neben Kampagnen und anderen Varianten noch 4 Aufgaben. Diese habe ich mir gestern auch mal angeschaut. Diese Aufgaben sind in jeweils 3 Schwierigkeitsgraden aufgeteilt. 1 Stern, 2 Stern und 3 Stern. Hier müssen in der ersten Aufgabe mehrere Ziele erledigt werden. Ihr habt dafür aber nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung. In der ersten Aufgabe werdet Ihr von einer Stimme angeleitet. Eigentlich auch gleich ein praktisches Tutorial. Ihr müsst die Klasse mal wechseln, etwas in die Luft sprengen, ein Terminal hacken und so weiter. Dabei werdet Ihr dauernd von der KI angegriffen und unter Druck gesetzt, da ja auch im Hintergrund die Zeit abläuft. Euch selber steht das eigene Team als KI zur Verfügung. Allerdings könnt Ihr diese Aufgaben laut Menü auch mit 2, 3 oder 4 Freunden angehen. Je nach dem wie schnell Ihr wart, erhaltet Ihr neue Waffen oder Upgrades für mehrere Waffen.
Eine andere Aufgabe besteht darin, einen Kletter-Parcour innerhalb einer bestimmten Zeit zu schaffen. Dabei müssen 10 beleuchtete Punkte erreicht werden. Diesen Parcour gibt es ebenfalls in 3 Schwierigkeitsgraden. Was nur bedeutet, das die Zeit weniger wird und die Leuchtpunkte anderes verteilt sind. Hier wird sehr schön gezeigt, wie schön die Smart-Funktion angewendet werden kann. Ich brauchte für jeden Parcour ein oder zwei Anläufe, um mir die platzierten Leuchtpunkte und den Weg zu merken. Dann ist es ganz einfach. Auch hier werden weitere Waffen und Upgrades freigeschaltet.
Überhaupt muss bis auf eine Grundausstattung an optischen Dingen wie Kleidung, Frisuren, Narben, Tattoos, Fähigkeiten, Waffen usw., alles freigespielt werden. Sei es durch neu erworbene Level, worauf die Ränge aufbauen und steigen und somit neue Fähigkeiten und Upgrades freiwerden, oder durch das erledigen der Aufgaben, mit denen ebenfalls Waffenverbesserungen frei werden, bzw. neue Waffen zur Verfügung stehen.
Wenn man sich das alles mal langsam durch den Kopf gehen lässt, ist das ne´ Menge Holz. Wobei ja noch nicht alles ausprobiert oder entdeckt ist. Ich denke mal vorsichtig, „Splash Damage“ hat nicht übertrieben, als sie meinten, man hätte für Wochen und Monate genug Stoff, um sich mit allem zu beschäftigen und auszuprobieren (für Wochen aber bestimmt).
Erst muß mal alles freigespielt werden, dann die ganzen Fähigkeiten ausprobieren und für die jeweilige Klasse die bevorzugten Fähigkeiten ausgesucht und angewendet werden.
Und wer jetzt ruft: „NEE! Dann sind ja wieder die Wenig-Zeit-Spieler benachteiligt, weil sie sich den Viel-Spielern unterlegen fühlen, da diese alles schon freigespielt haben“, kann ich beruhigen. In den Optionen für onlinespielen ist es möglich als Suchoption möglichst gleichranginge Spieler zu suchen. Wie das in der Praxis aussieht, kann ich leider nicht sagen. Das Spiel ist ja offiziell noch nicht erschienen. Obwohl online schon gut was los ist.
Jetzt mal ein paar wirklich direkte Eindrücke nach erstem Spielen:
Die Menüs sind klar aufgebaut und die Charaktere sehen toll aus. Auch die Charaktererstellung ist sehr einfach gehalten. Alles was Ihr an Eurer Figur ändert oder anpasst, ist auch im Spiel sichtbar. Auch bei den Waffen mit Upgrades.
Allerdings werdet Ihr wahrscheinlich am Anfang keine Zeit haben, dies zu bewundern. Und hier möchte ich gerne die Anfänger, oder die ansprechen, welche sich für zu langsam im Shooter-Bereich halten.
Brink ist
nicht Battlefield oder CoD. Natürlich ist der Einstieg in ein neues Spiel um ein vielfaches einfacher, wenn man diese Serie jedes Jahr aufs Neue kauft und spielt. Es verändern sich halt nur Kleinigkeiten. Erfahrene Spieler werden sich sicher auch zügig einfinden. Brink hat sich aber in mehreren Bereichen bedient und auch Neues zu bieten. Etwas Team Fortress, ein bisschen von Modern Warfare, eine Prise Mirror´s Edge.
Und ich finde, es funktioniert bisher einwandfrei. Als ich das erste mal online unterwegs war, kannte ich natürlich die Maps nicht, wusste nicht welche Ziele wo sind, was ich wie mache usw.
Das Spiel gibt aber hilfreich Auskunft. Sei es durch farbliche Markierungen oder Sprachnachrichten. Wenn man sich mal ein paar Minuten für die Menüs nimmt, und die einzelnen Maps das zweite Mal gesehen hat, fühlt sich alles gleich viel besser an. Und wenn man dann noch anfängt Dinge freizuspielen und kräftig mit seiner Umgebung und anderen Spielern interagiert, und dann noch die neue Bewegungsfreiheit ausnutzt, dann sage ich mal: Willkommen bei Brink!
Die Waffen sehen sehr gut aus, und hören sich noch besser an! Auch hat man manchmal wirklich das Gefühl eine Pump-Gun in Händen zu halten, und keine Luftpumpe. Die Waffen haben unterschiedliche Werte in Bereichen wie Reichweite, Schaden, Munition und anderem Bekannten. Auswahl ist genug da. Durch Upgrades werden diese natürlich verbessert, oder auch in anderen Bereichen etwas schlechter. Schön finde ich auch, dass die Waffen wirklich spürbar Unterschiede im Handling aufweisen.
Die Grafik. Einige haben ja das Setting schon mit Borderlands verglichen. Das stimmt eigentlich nur teilweise. Es gibt einige Maps, die wirklich nach Borderlands aussehen, auch wenn Borderlands einen anderen Grafikstil benutzt (Cell-Shading), es gibt aber auf Seiten der Sicherheit Bereiche, die eher Modern, steril und seit längerem ungenutzt aussehen. Halt das Gegenteil zum „Widerstand“. Beides finde ich, sieht aber sehr gut aus.
Die Grafik lief in der Kampagne bisher ruckelfrei. Auch online konnte ich „eigentlich“ bisher nichts Nachteiliges feststellen. Eigentlich!
Ich sag mal so, wenn es läuft, dann läuft es. Leider hatte ich aber gestern einmal in der Kampagne einen Freeze. Online ist mir das auch bisher einmal passiert. Das kann jetzt am Spiel liegen, oder an meiner Box. In den offiziellen Foren zu Brink habe ich aber bisher nichts gefunden. Das muss ich mal weiter beobachten. Wie schon erwähnt ist es noch ein bisschen bis zum offiziellem Release, aber es hätte ja sein können das einige andere das auch schon hatten. Bisher anscheinend nicht.
Was mir online auch einige Male beim Neustart einer Map passierte, ist das in dem Moment, wo das ganze Team im selben und sicheren Spawn-Bereich erscheint, es die ersten Sekunden zu Rucklern (Lags) kam. Dann aber lief es einwandfrei. Wie gesagt. Es passierte nur einige Male, nicht immer. Trotzdem achtet man um so mehr darauf.
Das war es eigentlich schon. Zusammengefasst: Ich finde Brink ist ein wirklich gelungener Wurf. Und ich hoffe, dass es sich gegen CoD und Battlefield durchsetzten kann (träum), oder doch zumindest einen festen Platz in der Shooter-Gemeinde findet. Ich würde es mir wünschen.
Gruß,
Tom
Sorry Beo! Aber es sind dann doch etwas mehr als 2.000 Zeichen geworden.
