Das 2. Szenario der Core Box 2026-Kampagne von Arkham Horror - Das Kartenspiel wurde heute gespielt und halberfolgreich abgeschlossen.
Das 2. Szenario ist wohl dazu da, dem Spieler beizubringen, dass auch die Aktion "Aufgeben" mehr oder weniger zum Erfolg führen kann bzw. nicht automatisch bedeutet, dass man verloren hat. Außerdem ist es deutlich freier, da man entscheiden kann, wie man vorgeht. So kann man mit Gewalt jeden und alles umbringen oder jeweils eine andere Lösung wählen. Letzteres birgt noch eine neue Spielmechanik (Kodex), weshalb ich denke, dass man da schon ermutigt wird, nicht jeden umzukloppen. Die "win condition" ist deutlich flexibler und sehr clever designed. Es bringt einem auch neue Schlüsselwortfähigkeiten bei, so etwa "Zürückhaltend" (Gegner mit diesem Wort verwickeln Ermittler nicht von sich aus in einem Kampf) oder "Schwer zu fassen" (Gegner, die angreifen oder angegriffen wurde, bewegen sich danach an einen anderen Ort). Vor allem letzteres haben wir gerne mal vergessen auszuspielen, was uns natürlich zum Vorteil gereichte ... da das Spiel einem nix schenkt, sei das mal verziehen!
Die Anzahl der Orte war ebenfalls deutlich größer und es ist cool, dass beim Aufbau manche dieser Orte mehrere Versionen haben. Diese werden dann entweder auf Basis des Storyverlaufs aus dem 1. Szenario ins Spiel gebracht oder aber zufallsbasiert ausgewählt. Das macht mir natürlich direkt großen Spaß, weil ich mich eh sehr gern durch Arkham bewege.
Es geht im Grunde darum, wie immer Hinweise zu sammeln. Diese gibt man dann aus, um Karten, die unter bestimmten Orten liegen, aufdecken zu können. Diese Karte dann zu töten oder anderweitig mit ihr auszukommen, lässt diese dann auf den Siegpunktstapel oder "unter die Szene" wandern. Da die Zeit knapp wurde und wir natürlich nicht wussten, was passieren würde, wenn die Zeit abläuft, entschieden wir uns 1 Runde davor, die Aktion "Aufgeben" zu verwenden. Wir hatten 4 / 6 der benötigten Karten fertiggestellt. Die 2 übrigen wurden dann mit der wahren Identität desjenigen gemischt, den wir gesucht haben, und ob es weiterging oder nicht, entschied sich dann dadurch, ob man zufällig den richtigen zog oder nicht - ein guter spielmechanischer Kompromiss, um die Möglichkeit eines Weiterkommens auch dann zu gewährleisten, wenn man nicht alles geschafft hat.
Zum Unwohl meiner Geldbörse mag ich das leider schon sehr ... die Innsmouth-Erweiterung ist eigentlich schon so gut wie gekauft (man muss sie nur finden), und es gibt auch schon eine Kampagne, die auf Berge des Wahnsinns basiert ... (mal ganz abgesehen von all dem alten "Kapitel 1"-Kram vor 2026, was man theoretisch alles benutzen könnte)
LCG sind IMHO für eine sehr spezielle Zielgruppe. Ich würde mal sagen, für Leute die auch mit Roguelike (nicht light) glücklich sind.
Eigentlich bin ich überhaupt kein Rogue(-like/-lite)-Spieler. Und ich bin jetzt auch nicht der heftigste RPG-Spieler (was das hier ja durchaus ist). ich denke, die Mischung aus Setting (Lovecraft), Fokus auf Story / Atmosphäre und Meta- bzw. Min-Max-Gaming (RPG-Anteil, Deckbuilding) ist's irgendwie für mich.