Bei mir lässt nun seit einer Weile zwar nicht die Lust auf das Zocken an sich nach, jedoch schrumpft mein Interesse an der Industrie, an Neuankündigungen, am "Up to date sein" und auch meine Neugierde auf Experimente abseits meinet Comfort Zone.
Ich fühle mich wie an einem Punkt, wo ich vor 20 Jahren mit der Musik und vor 10 Jahren mit Serien war.
Ich habe mich als Teenager/junger Erwachsener in manchen Musik-Genres sehr gut ausgekannt. Zumindest bei den Bands, die auch in Musikzeitschriften (die ich viel gelesen habe) vorgekommen sind und relevante Alben rausgebracht haben.
Ich hab viel über Musik diskutiert, nachgedacht usw. War auch mehr in so einem Umfeld unterwegs.
Mit der ständigen und einfachen Verfügbarkeit von quasi jeglicher Musik über zuerst Torrent Seiten und dann Youtube und Co. kam eine Art Überforderung und Choice-Paralysis.
Ich höre immer noch gerne und viel Musik, aber überhaupt nicht mehr methodisch und ohne "Bildungsauftrag". Ich höre nur das was mir unterkommt und gefällt und setze mich nicht mehr konkret mit bestimmten Szene-Entwicklungen auseinander.
Bei Serien war es auch so, dass ich bis zu einem gewissen Punkt die meisten der hochgelobten Serien geschaut habe (80er, 90er, zur HBO Hochzeit in den 00er Jahren bis ca. zum Ende von Breaking Bad/Dexter und Co.).
Aber als die guten Serien nur so aus der Erde schossen und auf den konkurrierenden Streaming-Platformen angeboten wurden, hab ich nur noch ab und zu mal eine geschaut.
Meine Watchlist ist sehr lange und wird nie kleiner, weil ich am Ende doch nie was schaue. Zuviel Auswahl, zu wenig Zeit. Überforderung.
Abos habe ich schon eine Weile keines mehr laufen.
Mit Videospielen habe ich am längsten durchgehalten. Ich habe immer noch gelegentlich den Drang diverse hochgelobte Spiele aus Genres, die mir eigentlich oft nicht viel geben, zu probieren um mir eine Meinung bilden zu können.
Aber das lässt stark nach.
Es gibt einfach viel zu viel. Zuletzt hab ich mir mal wieder irgendein Indie-Showcase mit 100 Neuankündigungen angesehen und im Grunde habe ich überall nur mit den Schultern gezuckt. Nichts davon kannte ich, kaum etwas sah interessant oder irgendwie neuartig aus.
Ich merke, dass ich keinen Überblick mehr habe und auch nicht mehr haben möchte.
Es geht ja auch quasi nicht mehr.
Und wenn ich zu filtern anfange, dann werde ich eben oft recht radikal dabei. Ich spiele gerade viel entspannter so Zeug dahin, das ich teilweise schon ewig besitze. Gerade wieder Stardew Valley.
Ich bin richtig froh, dass mein Playstation Plus Premium Abo ausläuft (welches ich durchaus ausgenutzt habe), weil dann die Verfügbarkeit vieler Titel nicht mehr gegeben ist.
Bei dem Youtube Kanal Easy Allies sprechen sie immer von der "Cataclysmic Wave of Content".
Es kommt einfach zu viel raus und anstatt dass ich mir einfach nur die Highlights raussuche, nehme ich irgendwie so eine generell leicht ablehnende Grundhaltung oder Apathie allem gegenüber ein.
Schwer zu beschreiben.
Vielleicht alles ein Zeichen, dass ich alt werde...keine Ahnung

Oder dass meine Psyche gerade Stabilität und Vorhersagbarkeit braucht.
Sorry für den langen Exkurs

Kann das wer nachempfinden?