Weitere Eindrücke:
Atomfall..ist anders. Zumdindest auf dem regulären Schwierigkeitsgrad. Ich bin jetzt seit etwa sechs Stunden im Spiel..und (fast) genauso lost wie der Charakter ganz zu Beginn des Spiels. Das ist aber auch so gewollt. Ihr wacht aus, wisst nicht wirklich was los ist, was passiert ist und warum ihr überhaupt da seid.
Das ist vom Spiel auch so gewünscht, ihr müsst euch hier wirklich selbst die Sachen zusammensuchen. Und könnt dabei quasi das ganze komplett frei angehen. Zumindest bisher habe ich da keine Zwänge erlebt. Man soll quasi jeden NPC töten können, auch Quest geber oder Händler..ob das sinnvoll ist, steht natürlich auf einem anderen Brett.
Das ganze kann eine ganz große Stärke des Spiels sein..oder halt auch Schwäche, je nachdem. Denn Atomfall erwartet dafür schon, dass man sich mit ihm auseinander setzt.
Die Quests beispielsweise. Man frage mich jetzt bitte nicht, was meine Hauptquest ist. Mein übergeordnetes Ziel hab ich, aber sonst? Eine Menge Notizen. Die man hier lesen sollte um zu wissen was man zu tun hat. Man bastelt sich hier seinen Weg quasi selbst. Was auch für die Erkundung gilt. Trifft man beispielsweise NPCs, markieren die gern mal Orte auf der Karte. Das ist mitunter neben einer eigenen Markierung das einzige Hilfsmittel. Eine Schnellreise habe ich bisher nicht entdeckt.
Dazu kommt ein zumindest anfänglich sehr begrenztes Inventar, was einen wiederum zum regelmäßigen Handel bringt. Es gibt hier kein Geld als Währung und gerade für Fertigkeitsbücher wollen die Händler auch einen ordentlichen Gegenwert.
Einfach in Gegner reinrennen? Kann man natürlich machen. Ist aber gerade zu Beginn nicht sinnvoll, da man eigentlich immer in Unterzahl ist, Munition nicht wirklich üppig und die eigenen Waffen bescheiden sind. Manchmal ist Schleichen gerade zu Anfang nicht das verkehrteste. Und meist reicht es auch aus, wenn man mit nicht gezogener Waffe sich von den Gegnern entfernt.
Im positiven komme ich mir hier manchmal wie in Fallout 3 vor. Gut, die Spielweise ist hier merklich kleiner. Aber in beiden Spielen bin ich einfach los und habe die Welt erkundet. Hauotquest? Who cares. Die Entdeckung, das hat mich Spielstunde um Spielstunde mehr in diese Welt eintauchen lassen und mir dieses großartige Spielergebnis geboten.
Hier merkt man allerdings, dass Atomfall diese großen Fußstapfen nicht so ganz erreichen kann. Mir fehlt hier beispielsweise ein Rückzugsort. Ein Lager, eine Wohnung, von der ich mich gut vorbereitet in die weite Welt schlagen kann. Das ging bei Fallout 3 ohne Probleme, beispielsweise durch die eigene Wohning in Megaton. Oder quasi jedem Ort, welcher eine Lagermöglichkeit bietet. Kommt hier vielleicht noch, bisher hab ich da aber nichts entdeckt. Dafür die Rohrpost, also das quasi Lager. Die gibt es aber nur in bestimmten Bereichen des Spiels, ein Zugriff ist also beschränkt.
Auch fehlt ein Tag und Nachtwechsel. Dafür wurde das "Britische" hier sehr gut umgesetzt, sowohl bei den Figuren, als auch der Landschaft. Dieses Flair kommt meines Erachtens sehr gut rüber. In Tests wird teils irgendwas von Last Gen genannt, kann ich so aber beim besten Willen nicht feststellen. Das Gesamtbild ist für mich stimmig.
Ob und inwieweit dss hier eine Mixtur aus Fallout und Stalker ist, kann ich nicht beurteilen, da ich zweiteres dafür nicht genug gespielt habe. Bezüglich Fallout nimmt es Anleihen an die Stärken der eigenen Erkundung, ist aber ansonsten eigenständig. Ein Vergleich bietet sich hier im Gesamtbild nicht an.
Atomfall dürft lr für diejenigen das richtige sein, die gern eigenständig eine schön designte kleinere Open World entdecken möchten, ohne vom Spiel geführt zu werden. Das kann durchaus schon mal frustrierend sein, da man manchmal, sofern man nicht stur den Notizen folgt, nicht so wirklich weiß was man eigentlicj machen soll. Die Welt ist eine anfangs, bis auf die Händler und das Dorf Winscape, feindlich gesinnt, und das nicht nur auf gegnerische Kämpfer bezogen. Deren KI im Übrigen, nun ja, ist. Hier gilt eher das Prinzip Masse statt Klasse. Hat mich aber nicht wirklich gestört.
Es ist ein Spiel mit Ecken und Kanten und sicher auch nicht für jeden geeignet. Wer sich aber drauf einlässt, der kann hier eine sehr gute Soielerfahrung geboten bekommen, die sich vom Einheitsbrei heutiger Tiple A Spiele teils wohltuend absetzt.
Xbox und PC User können eh durch den Gamepass reinschnuppern, wobei ich hier den Kauf des Spiels keinesfalls bereue. Vor allem wünsche ich mir aber, dass Rebellion an dem Spiel dran bleibt.
Bei mir bleibt es beim positiven Eindruck
