01. Lies of P (PS5) 7/10
02. Resident Evil Requiem (PS5) 9/10
03. Super Mario Bros. Wonder (Switch) 8/10
04. Resident Evil Requiem (PS5) 9/10
05. Resident Evil 4 Remaster (PS5) 10/10
06. Returnal (PS5) 10/10
07. Super Stardust Ultra (PS5) 7/10
08. Resogun (PS5) 10/10
09. Nex Machina (PS5) 08/10
10. Pragmata (PS5) 08/10
11. Marathon (PS5) 09/10
12. Resident Evil: Code Veronica X (PS5) 05/10
13. 007 First Light (PS5) 08/10
Ich bin ähnlich begeistert wie anno dazumal nach Arkham Asylum, weil hier einfach die Lizenz großartig umgesetzt wurde. Ich fand Bond als Videospiel immer ziemlich uninteressant. Ja, hier und da gab es sicherlich ein paar Highlights, aber selbst GoldenEye hat mich als Bond Spiel nie zu hundert Prozent überzeugt. Sicherlich ein Klassiker und wegweisender Ego-Shooter, aber eben ... ein Ego-Shooter am Ende des Tages.
First Light stellt sich nur sehr breit auf und will Bond nicht nur als Shooter inszenieren, sondern das Agentenleben mit vielen Facetten abbilden. Und oberflächlich betrachtet gelingt das absolut fantastisch! Das Spiel fließt nahtlos von Cutscene zu Erkundung, kleinen Dialogen, Schleichpassagen, Faustkämpfen und knalligen shoot-outs. Das Pacing, vor allem in der ersten Hälfte des Spiels, ist absolut atemberaubend. IOI weiß genau, wann der Schauplatz gewechselt werden muss, wann die Action sich zu entladen hat und wann wieder ruhigere Töne angesagt sind. Auch die Level wechseln immer wieder zwischen geradlinig schlauchig und offen für Erkundung. Ganz toller Spielfluss!
Was man dem Spiel auch sofort anmerkt, ist die Liebe zum Franchise. Ich gehöre nicht zu den Bond Puristen, die nach der Connery-Ära die Nase rümpfen. Ich habe nicht einmal einen wirklichen Lieblings Bond Darsteller. Wie so oft bin ich der Meinung, dass sich so langlebige Franchises nur durch Veränderung und Anpassung halten können. Da mag der ein oder andere Ausrutscher dabei sein, aber dann wird der Kurs halt neu ausgerichtet und man ist neugierig auf die nächste Iteration. Das hält die ewige Agentenhatz frisch. Bond ist zudem sowieso viel mehr Ikone als wirklicher Charakter. Ich würde behaupten, dass selbst der Ur-Bond aus Flemings Romanen nur eine überspitzte Persönlichkeit des Autors darstellt. Man verfolgt alles aus seiner Perspektive, aber so wirklich kennenlernen wird man Bond nie. Irgendwie geht es mir nach First Light und der "Origin" Story genauso. Bond ist jung, draufgängerisch, ziemlich ... heroisch!? Aber trotz vieler Szenen, die auch sein Privatleben und die Downtime zwischen dem Globe Trotting zeigen, wirkt er dann doch wieder aus dem Baukasten zusammengesetzt. Vielleicht genau so, wie es sein soll ... Das Voice Acting ist dabei großartig, endlich hat er seine Narbe bekommen, die One-Liner sitzen und die Musik tut den Rest. Endlich hat auch die Videospielwelt eine eigenständige und ikonische Bond Interpretation bekommen! Chapeau, IOI!
Spielerisch ist aber einiges im Argen! Erstmal sollte man kein Hitman erwarten, auch wenn die Handschrift der Macher eindeutig vorhanden ist. Ich muss auch sagen: Ein Hitman mit Bond Facelift hätte für mich sowieso nicht funktioniert. Bond Storys gehen immer geradeaus und haben ein gewisses Tempo intus. Mehrere Stunden in einer Villa umherschleichen und Dutzende Wege zum Ziel auskundschaften? Not so Bond like und alles andere als cineastisch.
Also Gameplay ... Kämpfe wie in Arkham, aber lange nicht so präzise und abwechslungsreich, und obendrauf gibt's eine nervige Kamera, die oft nicht mitkommt. Dafür gibt es viel Physik außenrum, damit es ordentlich Wumms hat, wenn man den Schädel einer Wache in den nächsten Wandschrank versenkt. Auch die Animationen schließen lange nicht so nahtlos an wie z. B. bei Naughty Dog. Aber ich muss sagen ... es macht trotzdem irgendwie Spaß. Es hat etwas von den Stunts aus On Her Majesty's Secret Service. Da wartet der Stuntman sichtbar auf seinen Einsatz, der Schnitt ist etwas ungünstig gesetzt, die Soundeffekte überspielen das Ganze, aber die Umgebung wird schön übertrieben in Mitleidenschaft gezogen. Das Spiel spiegelt das (wahrscheinlich ungewollt) wider! Kein poliertes Gameplay ... aber einfach mega spaßig anzusehen.
Das Gleiche gilt für die Baller Abschnitte. Sehr chaotisch, ziemlich unpräzise und trotzdem ein Headshot nach dem anderen versenkt (ok, ich hätte wahrscheinlich auto-aim reduzieren müssen) und am Ende explodiert alles. Joah, wie in einem Bond-Film halt ...
Auch die Erkundungsabschnitte, wo es oft darum geht, die Umgebung und die NPCs zu manipulieren, haben einen großen Comedy Faktor. Das Spiel ist halt auch wahnsinnig durchschaubar und lustig in seinen Mechaniken. Man kann an allen Ecken und Enden sehen, wie sich die Zahnräder bewegen. Bei der KI ist es aber stellenweise schon extrem immersionsbrechend. Die sind alle taub, haben Scheuklappen auf und können durch die immer gleichen Loops geführt werden. Es gibt auch kein Gedächtnis oder sonst irgendetwas, was den Namen KI überhaupt verdient. Bei Hitman fand ich es weniger störend, weil es da auch sehr berechenbar sein muss, um das Uhrwerk am Laufen zu halten. Aber in diesem doch sehr linearen Abenteuer hätte ein bisschen mehr Dynamik nicht geschadet und das Szenario auch glaubwürdiger erscheinen lassen.
Richtig gut fand ich dagegen das Writing. Die Dialoge sind meistens pointiert geschrieben, es gibt jede Menge Humor und auch die Story hat mich erstaunlich gut bei der Stange gehalten und das, obwohl ich mich bei Videospielgeschichten gerne ausklinke. Es war halt wie ein Bond Film gestrickt, mit allen Tropes, die es dafür braucht.

Nur der Climax hat sich zu früh angestaut und wollte nicht so recht zum Ende kommen. Es bleibt unterhaltsam, aber das ansonsten sehr gute Pacing geht im letzten Drittel etwas flöten. Da hätte man ruhig etwas trimmen können ... wie bei fast allen AAA-Spielen in den letzten paar Jahren.
Ich finde das Spiel absolut klasse und sehr charmant! Für mich persönlich das bisher beste Bond Spiel und ein toller Einstieg in eine hoffentliche Trilogie. IOI ist genau das richtige Studio für Bond!