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Weltumrundung A320

Derpendja

Mildred Ratched
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Ich plane meine zweite Weltumrundung. Nachdem die erste mit der Daher TBM ostwärts ging, wird es dieses mal mit dem A320 westwärts gehen. Geplant sind 46 Etappen von München aus über Island, Kanada, quer durch die USA und wieder nach Norden über die Aleuten nach Ostasien. Dann wieder in Richtung Äquator und über Afrika zurück. Geflogen wird mit Fenix oder FBW, je nach Lust und Laune, Planung über Simbrief, Karten von Navigraph, reales Wetter und - hoffentlich - immer auch zur richtigen Uhrzeit. Da kann es aber aufgrund der Zeitverschiebung zu Anpassungen kommen müssen, um Familien-tauglich zu bleiben. Aufgrund der unveränderten Simrate werden die Etappen nicht zu lange werden. Zwei, vielleicht auch drei oder vier Etappen sind über 2000 km, die meisten unter 1000 km.
Durch die Anzahl der Etappen wird sich das Monate hinziehen, war bei der Daher aber ähnlich.
 

Derpendja

Mildred Ratched
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25.01.2023

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Es ist Mittwoch Nachmittag in München, 36 Gäste der Schickeria haben für die Weltumrundung im für die erlauchten Gäste umgebauten A320 Platz genommen. Geplante Abflugzeit ist 15:40 UTC, Ziel ist Amsterdam, als Ausweichflughafen ist Düsseldorf festgelegt. Über den vom Dispatcher festgelegten Cost Index von 8 wurde im Cockpit herzlich gelacht, 50 eingegeben und 0,5t Kerosin zusätzlich gebunkert.
417 Meilen ist die heutige Routen nach Amsterdam lang, ein kleiner Hüpfer zu den Museen und anderen Sehenswürdigkeiten. Das Wetter sieht nicht berauschend aus, der Wind kann aber vernachlässigt werden.
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Eine Schrecksekunde gab es direkt nach dem Pushback, als eine andere A320 entgegenkam, die aber ans Gate daneben rollte.
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Über den Wolken sah das Wetter schon besser aus und der Sonnenuntergang war einfach nur schön.
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Dank geschlossener Wolkendecke gab es sonst nicht viel zu sehen, lediglich über Münster riss sie kurz auf. Besser wurde es erst im Anflug. Warum sich der ATC aber auf die Landebahn 36C entschloss, entzieht sich meiner Kenntnis. So war es eine Landung mit leichtem Rückenwind. Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Kollegen von KLM, der mit seiner Maschine auf der 18C wartete, bis ich die Landebahn verlassen hatte. Die vor mir - ebenfalls auf der 36C gelandete Easyjet - kroch so langsam über die Taxiways, dass es geschlagene fünfzehn Minuten bis zum Gate dauerte.
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Für Amsterdam habe ich mir den Rollweg anzeigen lassen. EHAM ist ja bekannt für seine Weitläufigkeit, aber so komplex hatte ich mir das nicht vorgestellt.
 

Derpendja

Mildred Ratched
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29.01.2023

Auch die zweite Etappe war eher ein kleiner Hüpfer. Da sich Herr Moser von Sitz 3A über einen Bekannten beim ATC beschwert hatte, dass das Rollen nach der Landung zu lange gedauert hatte, durften wir von 18R aus starten - weiter entfernt geht nicht. Und auch da mussten wir auf fünf ankommende Flüge warten, bis es endlich losging. Es war die Hölle los um 09:45 UTC an diesem Sonntag Morgen.
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Der Landfall war bei Newcastle upon Tyne, bevor es nach Norden in schottischen Luftraum ging.
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Angeflogen wird Edinburgh wunderschön am Rand der Altstadt entlang in die Mündung des Forth und von dort direkt nach einer Linkskurve in den ILS-Anflug.
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Beherrscht wird der Airport von den Discountern. Beim Verlassen der Maschine konnte ich Herrn Moser hören, wie er sich über die ruppige Landung bei der Purserin beschwerte. Ich hoffe, der Anflug auf die Färöer-Inseln wir etwas ruhiger verlaufen.
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Herr Moser...
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Derpendja

Mildred Ratched
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04.02.2023

Manchmal sollte man nicht auf den Wetterbericht schauen. Blauer Himmel in Edinburgh, aber die Vorhersage für die Färöer-Inseln sahen nicht wirklich gut aus. Tiefhängende Wolken, stürmische Böen. Und die kürzeste Landebahn aller geplanten Flüge. Das versprach doch schon einmal spaßig zu werden. Und warum eigentlich die Färöer-Inseln. Was hatte sich die Marketingabteilung in den Werbebrochuren gedacht? Schafe? Nebel? Tolle Fußballplätze?

Über den Highlands war die Sicht noch gut, gelebte Geologie.
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Östlich von Stornoway ging es dann über den nördlichen Atlantik und die Wolken zogen sich immer mehr zu. Selbst auf 34.000 Fuß Höhe kaum Sicht. Auch beim Approach war es nur kurze Phasen zwischen den Wolkenschichten, die aussahen, als wären sie aus Beton.
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Irgendwo da vorne ist der Flughafen. Angeblich. Eine Böe traf den Airbus mit solcher Wucht, dass die Bewegung den Autopiloten ausschaltete.
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Vom Endanflug gibt es leider keine Bilder, ich war irgendwie mit anderen Dingen beschäftigt. Und die Putzkolonne tut mir auch jetzt schon leid... Darf ich vorstellen: Vágar zur Mittagsstunde.
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Ein Duty-free-Laden. Ich brauche jetzt einen Waschraum und einen Kaffee. Freue mich auf die Pause und bereite den nächsten Flug vor. Wir lesen uns dann von Reykjavik aus.
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Derpendja

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05.02.2023

Niemand wollte länger als eine Nacht in Vagár bleiben. Nicht, wenn es danach nach Island gehen sollte. Und so ging es in aller Frühe los, kaum war die Sonne aufgegangen. Ein kurzer Blick über das Vorfeld und den Flughafen, leichte Irritation über die Shenzhen Airlines Maschine nebenan und los ging es.
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Der Blick in Abflugrichtung erhöhte schon einmal die Vorfreude, es sollte genau in Richtung Bucht gehen. Entsprechend eindrucksvoll war dann auch der Blick zurück.
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Der Flug an sich war ereignislos und kurz nach dem servieren des Kaffees war dann auch schon Island erreicht. Definitiv ein Ziel, dass ich auch mal privat ins Auge fassen werden.
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Pünktlich über Reykjavik wurde es dunstig, aber nicht so, als ob ein Landung nicht in Frage kommen würde.
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Am Boden kam noch einmal Verwirrung auf, als uns der ATC über den Rollweg N13 zu Gate 7 an der Ostseite des Terminals lotsen wollte, meine Karten mir Gate 7 aber über den Rollweg N12 auf der Westseite anzeigte. Wie sich herausstellte, war der Towerlotse besser informierte und scheuchte mich wieder zurück. Gruß an Jeppesen, die Karten sind nicht mehr up-to-date.
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Es stehen ein paar Tage Pause an, bevor es ins ewige Eis nach Grönland zum Hundeschlittenfahren geht.
 

Derpendja

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08.02.2023

Die Ursuppe hat einen Namen: Reykjavik.
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Am späten Vormittag ging es los, Nebel auf Island, aber nur tiefliegende Wolken und sobald man über dem Meer war, war blauer Himmel vorhergesagt. Ereignislos ging es weiter über den nördlichen Atlantik, immer weiter nach Westen und nach einer guten halben Stunde kündigte sich Grönland und der große Eisschild an.
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Der Anflug auf Kangerlussuaq erfolgt durch einen Überflug des Airports und dann nach links den Fjord entlang.
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Eingeleitet wird der Endanflug durch eine 180°-Kurve und wieder zurück in Richtung der Piste.
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Kangerlussuaq bietet als Ort mit knapp 500 Einwohner nicht viel.
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Für die Gäste aber steht der Arctic Circle Trail an. 100 Meilen mit dem Schneemobil bis zur Küste bei Sisimiut und wieder zurück. Danach geht es weiter nach Kanada.
 

Derpendja

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10.02.2023

Es hat geschneit in Kangerlussuaq und alle Ausflügler sind Mittags zurück im warmen Flieger. Etwas überraschend ging es zum Start in Richtung Osten. D.h. auf die Landebahn, nach links bis zum Ende, dann wenden und gegen den Hügel starten.
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Nach dem Abheben relativ steil nach oben und gleich in eine 180-Grad-Linkskurve in Richtung Küste. Ein Blick zurück und schon ging es zu Labradorsee.
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Der Flug über das Meer war Routine und auch die Teilprovinz Labrador glänzte nicht mit einer abwechslungsreichen Landschaft. Ich hätte mehr Bäume erwarten, tatsächlich war es vorrangig überfrorener Felsen, was man aus den Fenstern erblicken konnte. Das machte es auch relativ schwierig, den Flughafen optisch zu finden. Darf ich vorstellen: der Wabush-Labrador-Airport zwischen Wabush (2000 Einwohner) und Labrador-City (7000 Einwohner).03.jpg

Der Anflug ist ein wenig seltsam, da man bereits 40 Meilen vor dem Flughafen auf 4800 Fuß gebracht wird und vom Gefühl her fast die Bäume abrasiert. Entsprechend knapp über den Wipfeln ging es um Einschwenken auf den Endanflug.
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Die anderen Flugzeugtypen heute waren DHC-3, Metroliner, Saab 340 und als größte Maschine eine Dash-8. Unser A320 nahm sich da schon wie ein Riese aus. Warum Wabush? Keine Ahnung, vermutlich hat einer der Passagiere hier Verwandtschaft.
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Das Wochenende wird es noch weiter nach Toronto gehen, bevor die Grenze zur USA überflogen werden wird und es weiter nach Süden geht.
 

Derpendja

Mildred Ratched
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11.02.2023

Und weiter ging es nach Südwesten. Die Sicht war zunächst ein wenig eingeschränkt, besserte sich aber schnell.01.jpg

Und dann - endlich - nach hunderten von Meilen - ZIVILISATION. Konkret Ottawa, da war dann auch der Lake Ontario nicht mehr fern.
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Am großen See entlang, der Anflug ging erst nach Süden vom Flughafen weg, ehe es per Kurve wieder nach Norden in Richtung 33R ging. Toronto zur rechten.
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Schön, mal wieder nicht alleine unterwegs zu sein. Die Windrichtung hatte sich mittlerweile wieder gedreht, bei 4 Knoten Seitenwind gab es aber keinen Grund, noch einmal eine Schleife zu fliegen und die 23 anzusteuern.
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Morgen steht allerdings ein Termin beim Augenarzt für mich an, bevor es in die USA geht. Ich kann mir nicht helfen, konnte aber die Terminals einfach nicht sehen...
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Derpendja

Mildred Ratched
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12.02.2023

Es war noch ein Tagesausflug zu den Niagarafällen und so ging es heute, am Sonntag, gleich weiter. Die verschriebenen Augentropfen haben geholfen und die Terminals waren auch für mich wieder ersichtlich.
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Über den Lake Ontario und den Lake Erie ging es nach Süden in den amerikanischen Luftraum. Östlich von Pittsburgh wurde schlagartig klar, warum der Luftraum als einer der frequentiertesten der Welt gilt. Mir war das einfach zu nah.
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Kurz vor Washington änderte sich dann das Wetter. Dichte Wolken zogen auf, lagen aber leider auf dem Approach zum Dulles Airport.
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Östlich ging es erst am Flughafen vorbei, ehe es in einer Schleife wieder nach Norden in Richtung 1R ging. Die tiefliegenden Wolken verhinderten leider den Blick auf das Regierungsviertel. Endanflug war dann doch unter den Wolken.
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Die Augentropfen halfen immer noch und dieses mal war es auch überhaupt kein Problem, das Gate zu finden.
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Ein paar Tage bleibt die Maschine jetzt in Washington, ehe es weiter in den Süden geht.
 
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