Dragon Quest III HD-2D Remake
Ziemlich genau nach 40 Stunden geht eine Reise in zwei Akten zu Ende. Ich habe das Spiel damals im März 2025 nach Erscheinen gekauft und gezockt, aber irgendwann die Lust verloren. Es ist zwar ein Remake, aber halt doch recht Altbacken und die Story hält sich - vor allem in der ersten Hälfte - doch ziemlich in Grenzen, bevor es interessant wird. Ich hatte dann erst mal andere Spiele, die mich mehr interessierten und so blieb das Spiel liegen. Bis letzten Freitag, nachdem ich die Demo zu DQ VII Reimagination spielte und plötzlich wieder richtig Lust bekam. Also das Spiel hier wieder angeworfen.
Ich weiß gar nicht was mich da gepackt hat, aber einmal gestartet konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich habe gefühlt das ganze Wochenende durchgezockt, den Oberboss gelegt und dann auch noch ein bisschen mit dem Post-Game-Content beschäftigt, dort dann auch noch den Post-Credit-Boss auf seinem Turm gelegt. Ich war auch in dem neuen Remake-Post-Post-Game-Dungeons, den Temple of Trials, aber da verließen sie mich wieder, denn hier wird der gesamte Sammelkram benötigt: 100 freundliche Monster (ich habe aktuell 44 und die Monster-Arenen auch alle beendet) und keine Ahnung wieviel der Minimedallien, die überall auf der Welt verteilt sind, wollte man jetzt hier von mir haben und nein, das werde ich mir dann nicht mehr antun. Die Welt ist gerettet, einen Wunsch habe ich auch erfüllt bekommen, das reicht mir dann erst mal.
Das Remake sieht sehr gut aus. Die Welt ist wirklich hübsch, überall glänzt und funkelt es, aber trotz aller Neuerungen ist es eben ein Spiel von 1992 und das merkt man. Vor allem die erste Hälfte ist recht zäh, man klappert halt einen Ort der Reise nach der anderen ab. Später öffnet sich dann die Welt, ähnlich wie oben bei Trials of Mana, das ich ja zuvor gespielt habe und auch so ein Remake eines 90er JRPGs ist, erst über den Seeweg, später dann auch in die Luft. Dann wird das Spiel auch schlagartig deutlich interessanter, da offener - ebenfalls genau wie ToM, wo mein Fazit ja ähnlich klingt. Grind ist auch ein Thema. Am Ende, spätestens eben im Post-Content, so absurd, dass ich dann auch den Schwierigkeitsgrad auf die einfachste Stufe stellte um erst mal in Ruhe ein wenig leveln zu können. DQ-Kenner wissen was zu tun ist, die Metallschleime helfen auch hier.
Das Job-System finde ich ganz nett, besonders das die Partymitglieder die Klassen mehrfach wechseln können und dabei dann die alten Fähigkeiten behalten während sie neu aufleveln, allerdings sind die Partymitglieder eben auch generisch aus dem Baukasten - im wahrsten Sinne des Wortes. Man erstellt sich einfach ein paar Gefährten in der Gilde und das war es dann. Die haben keinen Charakter, man redet kaum miteinander, sie sind auch so absichtlich so gestaltet, dass man sie jederzeit austauschen kann. Das finde ich heutzutage natürlich eher Schade, denn ein JRPG lebt bei mir auch immer von den Charaktern.
Ich denke mal so eine 7 bis 8 von 10 ist fair. Old School JRPG-Freunde werden ihre Freude haben, aber es hat halt schon so seine Längen, durch die man immer mal wieder durch muss.