Diese Titel haben doch kein Open world, oder? Seit Ultima IV will ich frei meine Welt erkunden, dann bin ich richtig drin in der digitalen Spielewelt.
Ein Rollenspiel ist ein Spiel, in dem Spieler die Rollen fiktiver Charaktere bzw. Figuren übernehmen und selbst handelnd soziale Situationen bzw. Abenteuer in einer erdachten Welt erleben
ergo: Red Dead Redemption = Rollenspiel
Naja, wenn Du Rollenspiel als Open-World-Spiel definierst, musst Du das auch so schreiben ;-) Nur macht der Open-World-Faktor noch lange kein gutes RPG. Viele RPGs sind durchaus weitaus intensivere Erfahrung, weil sie sich auf eine relative Linearität beschränken.
Ich weiss ja nicht, wo Du die Definition da oben her hast, aber wenn man einfach grob drüberliest, wäre praktisch jedes Computer- und Videospiel ein Rollenspiel.
Aber wenn man mal genauer liest ([...]selbst handelnd soziale Situationen[...]), fällt RDR definitiv raus, weil da mit selbst handeln abgesehen von Tiere erlegen und den Ballereien praktisch nichts stattfindet. Soziale Interaktion findet in RDR ja nur auf Schienen ab, da ist alles vorgeben, man trifft keinerlei eigene Entscheidungen. Weder kann man entscheiden, wie man Situationen löst, noch für wen man arbeiten will oder nicht usw.
Außerdem fehlen in RDR sämtliche anderen (W)RPG-typischen Elemente wie Charakterentwicklung (Charakterwerte, Aufleveln etc.), eine richtige Auswahl an Items, Handwerkssysteme, Dialogsysteme, Entscheidungssysteme etc. Natürlich bieten nicht alle RPGs alles, aber letztlich sind das die Kernelemente, von denen man normalerweile immer mehrere findet. Einzig der Erkundungsaspekt ist bei RDR enthalten, insofern ist es durchaus ein Abenteuerspiel, aber nicht wirklich ein echtes RPG.
Also für mich bleiben Oblivion und Fallout 3 imme noch unerreicht, besonders Oblivion, trotz Mängel.
Fable 2 hab ich auch gern gespielt, Divinity 2, Risen mäßig. Mass effect 1 hat mich nicht umgehauen, Teil 2 hab ich nicht gespielt.
Dragon age hate ich seinerzeit angefangen, aber nicht weitergespielt. Da derzeit eine wilde SPieleflaute herrscht, hab ich es mir noch mal vorgenommen und sogar die DLC gespielt. Nett, aber nie und nimmer mit dem überagenden Oblivion zu vergleichen (4 mal gespielt).
Twi wolrds 1 hat bei mir überhaupt nicht geruckelt. Es hat mir jedenfalls trotz anfänglichem grauen doch äußerst gut gefallen.
Teil 2 ist Pflicht!
Aber wie immer, hat halt jeder so seine eigenen Lieblinge!
Oblivion ist ein gutes Spiel, keine Frage. Aber es ist in vielerlei Hinsicht auch definitiv schlechter als sein direkter Vorgänger Morrowind.
Aber Oblivion macht auch entsetzlich vieles falsch:
- Die Welt ist teilweise fraglos wunderschön. Aber sie ist auch sehr vielen Stellen ebenso tot. Außerhalb der Städte ist die Landschaft extrem generisch, so dass man teilweise ohne Karte nicht mal weiss, ob man nun hier oder dort ist. Noch schlimmer ist es mit den hunderten Dungeons: Nachdem 3-4 von denen gesehen hat, hat man alle gesehen, da sie alle aus den gleichen Bausteinen gebaut sind und abseits der Quest-bezogenen Dungeons in der Regel auch nur Müll drin zu finden ist. Sowas macht Risen z.B. viel besser, hier sind alle Landmarken wirklich einzigartig.
- Von den "Dungeons" hinter den Oblivion-Portalen mal ganz zu schweigen. Die sind an Langweiligkeit kaum zu überbieten.
- Die Hauptstory von Oblivion ist extrem belanglos, so dass selbst einige der Sidequests wesentlich brillianter sind. Kein Vergleich mit dem Storytelling von Dragon Age oder Bioware.
- Die Übersetzung ist im Originalzustand so schlecht, dass selbst der Begriff "Amateurarbeit" fast eine Beleidung für die Amateure wäre.
- Die Monster und Items leveln mit. Das ist zwar von Vorteil, da man im Prinzip von Anfang an die gesamte Welt erkunden kann. Aber spätestens nach ein paar dutzend Stunden kriegt man immer wieder die gleichen Gegner mit der gleichen Beute zu sehen. Ich möchte gar nicht wissen, wieviele Vulkanglasrüstungen ich in Oblivion verkauft habe. Vermutlich würde da jede Wirtschaft drunter zusammenbrechen. Zumal es auch ziemlich unlogisch ist, dass am Ende jeder Bandit in solchen Superrüstungen rumläuft.
Um nur mal einige Punkte zu nennen und nicht ausschweifend zu werden.
Fallout 3 hat einige dieser Punkte durchaus deutlich besser gemacht, leidet aber auch immer noch an einer zu generischen Welt und einer Hauptstory, die extrem langweilig ist.
Aber an die taktische Spieltiefe und die Dramaturgie eines Dragon Age kommen beide einfach nicht ran. Dafür ist DA halt deutlich linearer.
Das perfekte Rollenspiel gibt es nicht und wird es vermutlich auch nie geben, da jedes Spiel eigene Schwerpunkte setzt. Aber der Meilenstein, der Oblivion vielleicht mal war, ist er heutzutage einfach nicht mehr.
Und auch Two Worlds 1 bot seinerzeit einige sehr interessante Ansätze (das Zaubersystem, das Itemsystem), war aber einfach nicht ausgereift genug. In der Urfassung (und damit meine ich die vor der 360-Version veröffentlichte Release-Day-PC-Version) war das Balancing total aus dem Ruder, da man Items quasi unendlich stapeln und somit innerhalb kürzester Zeit übermächtig werden konnte. Und auch die Welt war durchaus schön, aber litt wie bei den meisten Open-World-RPGs daran, dass sie einfach zu unbelebt und ereignislos wirkte.