Ein Kosnolenspiel sollte keine Bugs haben dürfen.
Dazu lädt man Tester aufn kaffe Probespielen und ne runde Bögen ausfüllen ein, dann geht das schon.
60 € sind für so viele Bugs im Game zu viel!
Gerade wenn man bedenkt, das längst nicht jeder Kondolero Internett zuhause hatt!
Die Zeiten, in denen Konsolenspiele keine Bugs hatten, sind längst vorbei. Und dass es diese Zeiten jemals wirklich gab, halte ich auch für eine Mär.
Dass Konsolenspiele vielleicht mal eine Zeit erlebt haben, in denen die Spiele weniger Bugs hatten, liegt auch daran, dass die Spiele bis vor ein paar Jahren weitaus weniger komplex (vor allem aus technischer Sicht) waren als PC-Spiele.
Ansonsten ist das primär auch nur eine Legende, die vor allem dadurch entstanden ist, dass die Kommunkation über Bugs via Internet vor 5, 10 oder 15 Jahren noch viel weniger oder halt gar nicht üblich war und diejenige, die mit Bugs zu kämpfen hatten, sich darüber nur in ihrem stillen Kämmerlein aufregen konnten anstatt es wie heute in die Welt hinaus posaunen zu können oder in den Foren der Entwickler darüber auszutauschen.
Und die Aussage, dass 60 Euro für so viele Bugs im Spiel zu viel sind, kann ich auch nicht nachvollziehen. Dann könnte man im Gegenzug auch argumentieren, dass es für die gesamte Spielebranche eine wirtschaftliche Katastrophe ist, dass man für so eine gigantische Menge Spiel nur 60 Euro verlangt, wo man doch von anderen Herstellern für den gleichen Preis nur 5, 10 oder 20 Stunden Spiel bekommt.
Aber zurück zum Thema Bugs an sich:
Diese Art Spiel (ein RPG, das dem Spieler sämtliche Freiheit lässt, was er wann tut und mit welcher Art Charakter) bringt es automatisch mit sich, dass es voll ist von kleinen bis großen Bugs.
Und diese lassen sich auch nicht eben während ein paar Kannen Kaffee und ein paar Stück Kuchen von ein paar Hobbytestern nebenbei rausfinden. Genauso wenig wie das ein Team von 24-Stunden-Dauertestern innerhalb von 6 Monaten könnte. Das Spiel ist einfach viel zu vollgestopft mit hunderttausenden Variablen, die sich jederzeit ändern können und das auch noch bei jedem Spieler zu vollkommen unterschiedlichen Zeitpunkten.
Nehmen wir einfach mal meinen Spielstand.
Ich liege momentan bei 115 Stunden Spielzeit, bin Stufe 49, habe die Hauptquest und die Diebesgilde grad mal zu einem Drittel absolviert und bei Gefähren, Akademie und dunkler Bruderschaft habe ich grade mal jeweils die erste große Quest hinter mir. In den Bürgerkrieg habe ich mich noch gar nicht eingemischt und die Stadt Einsamkeit habe ich noch kein einziges Mal von innen gesehen. Stattdessen habe ich nahezu 200 Nebenziele und Gefallen erledigt, tonnenweise Waffen und Verzauberungen gebastelt und mich noch um einige richtige Nebenquests gekümmert.
Wenn jetzt jeder hier im Forum das gleiche tun würde und seine Spielverlauf auflistet, würden wir vermutlich zu einer Deckungsrate von 0% kommen, weil jeder Spielverlauf komplett anders aussehen dürfte. Mich würde es sogar überraschen, wenn auch nur 1% aller Skyrim-Spieler weltweit einen einigermaßen ähnlichen Spielverlauf wie man selbst aufweisen würde.
Wenn man sich das einmal vor Augen führt, wird man schnell feststellen, dass es praktisch unmöglich ist, so ein Spiel bugfrei zu programmieren, geschweige denn überhaupt, es so umfangreich testen zu können, um jegliche Eventualitäten ausschließen zu können. Dazu sind keine huntertausende Mannstunden nötig, sondern vermutlich Millionen.
Sicherlich, gewisse Bugs dürfen einfach nicht auftreten. Ein gutes Beispiel sind der Resistenzen-Bug im 1.2-Patch oder das 360-Texturen-Problem der Vanilla-Fassung. Die hätten beim Testen definitiv auffallen müssen, so verbreitet wie sie sind.
Aber ein großer Teil der Bugs wird vermutlich vollkommen unberechenbar sein. Denn genauso wie es weit verbreitete Bugs gibt, können viele Fehler auch erst dadurch auftreten, dass man in den Stunden 1 bis 10 20mal durch eine gewisse Tür gegangen ist, 20 Stunden später irgendein ein Item am Ende der Welt fallen gelassen hat, zurvor aber mit den NPCs X, Y und Z gesprochen hat, eine Stunde später an Punkt A ein Drache gespawnt ist, man weiter 2 Stunden später Quest B erledigt hat und während des gesamten Spielverlaufs seinen gesamten Loot immer nur an den gleichen Händler verkauft hat.
Das mag nach einem Extrembeispiel klingen, sicher. Aber angesichts der hunderttausenden Variablen, die es im Spiel gibt, kann genau das passieren und sowas kann absolut niemand testen. Und genau deswegen sind solche Bugs in letzter Konsequenz unvermeidbar.
Die Bugs sind ärgerlich, ja, aber sie sind der Preis, die man für so ein komplexes und umfangreiches Spiel zahlen muss. Zumal Skyrim gut 2 Monate nach Release im Gegensatz zu Morrowind, Fallout 3 oder Fallout NV nach meiner Erfahrung in einem weitaus besseren Zustand ist. Von Oblivion wollen wir mal gar nicht reden. Das Ding ist ja erst nach einem halben Jahr in einem einigermaßen akzeptablen Zustand gewesen.
Ich war gestern selber an einem Punkt, wo ich dachte, dass ich eine daedrische Quest nicht absolvieren kann, weil ein NPC tot sei. Glücklicherweise stand der nur etwas versteckt an einer Stelle, wo ich ihn aufgrund meiner eigenen Blindheit nicht gefunden habe. Aber wäre es wirklich ein Bug gewesen, so hätte ich rund 60 Stunden zurückspringen müssen, weil das der Zeitpunkt war, an dem zum ersten Mal am Startpunkt der Quest vorbei gekommen bin und während des dort stattfindenden Ereignisses einige NPCs gestorben sind - wenn auch nur einer mit Eigennamen.
Insofern kann ich jeden absolut verstehen, der sich Bugs ärgert, weil es mir ja nicht anders ginge. Aber ich gehe andererseits auch mit dem Wissen an ein so komplexes Spiel, dass mir jederzeit Bug passieren können und vermutlich auch werden, weil das einfach in der Natur der Dinge liegt. Und diesen Preis bezahle ich auch irgendwie gerne. Schlicht und einfach aus dem Grund, dass mir ausser Bethesda und vielleicht noch Piranha Bytes ein so umfangreiches und facettenreiches Spielerlebnis liefern können.
PS
Der nächste Patch, der auch diverse potentielle Questbugs beheben, ist für diesen Monat angekündigt, jedoch ohne exakten Termin.