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Story of Seasons - A wonderful Life

Story of Seasons: A Wonderful Life
Firmen
Marvelous, Marvelous Europe Ltd., Marvelous USA (XSEED)
Genres
Role-playing (RPG), Simulator

StephanKo

Kaffeefahrtpendler
System: alle gängigen
Genre: Farming/Lebenssimulation
Preis:

Playstation 5/Nintendo Switch: 39,99 digital und Retail Standard / 49,99 Eur Limited Edition Retail

Series S/X und PC: 39,99 Eur Retailfassung (Standard) / 49,99 Eur (Limited Edition / 49,99 Eur digital


Story of Seasons - A wonderful Life ist ist seit heute offiziell als digitaler Download in den Stores, aber auch als Retailversion verfügbar.

Beim Titelzusatz "A wonderful Life" könnte es dem ein oder anderen bereits in den Ohren klingeln. Und richtig, hier haben wir es mal wieder mit einer Neuauflage zu tun..in dem Fall dem 2003 erschienenen "Harvest Moon - A wonderful Life".

Zwecks Namensgebung hatte ich die Problematik ja schon anderswo näher erläutert, daher hier nur die Kurzfassung; die Harvest Moon Spiele waren seinerzeit teils eine Kooperation von der Firmen Natsume und Marvelous. Während erstere die Namensrechte inne haben und weiter Spiele unter dem Namen Harvest Moon veröffentlichen, laufen die qualitativ besseren Spiele dieser Art heutzutage unter Marvelous Story of Seasons Reihe.

Im obigen Fall läuft das halt recht abstrus, da zumindest auf der Playstation auch das PS2 Original weiterhin als Download verfügbar ist..unter dem Namen Harvest Moon - A wonderful Life.. o_O


Genug davon, kommen wir zur Neuauflage. Marvelous hat sich hier schon recht viel Mühe bezüglich grafischer Aufarbeitung gemacht, auch von der Steuerung wurde wohl einiges angepasst.

Zudem wurde auch einiges erweitert. Im ursprünglichen A Wonderful Life konnte man als männliches Wesen aus drei potenziellen weiblichen Kandidatinnen als Ehepartner wählen, heute ist es auch möglich als weiblcher oder non binärer Hauptcharakter zu spielen mit je vier weiblichen oder männlichen Auswahlmöglichkeiten als Heiratskandidat.

Warum ich das hier so explizit erwähne? Nun, weil das Heiraten und Großziehen einer Familie hier im Vordergrund steht. Genauer gesagt ist dies elementar..wer Ende des ersten Jahres nicht unter der Haube ist, für den endet das Spiel. Noch früher übrigens für die, welche direkt am Anfang die Entscheidung treffen das sie keine Lust aufs Farmleben haben..zack, Abspann :D


Von dieser Besonderheit ab, ist auch diese Neuauflage ein klassisches Farmingspiel. Eurer Protagonist zieht aufs Land, baut eine Farm auf, schließt Freundschaften, geht angeln, kümmert sich um die Tiere..das übliche halt.

Etwas ungewohnt ist die Zeiteinteilung. Im Gegensatz zu anderen ähnlichen Titeln hat hier ein Monat keine 28 bzw 30 Tage, sondern 10! Also bei vier Jahreszeiten somit gerade mal 40 Tage.

Das erfordert schon ein wenig Umplanung, gerade da man ja auch erstmal seine Herzblatt umgarnen muss. Was im Übrigen gar nicht so einfach ist, je nachdem für wen man sich da entscheiden mag.


Die grafische Aufmachung passt soweit wie gesagt sehr gut, auch die Steuerung geht soweit in Ordnung. Man merkt dem Titel in anderen Punkten aber schon an, dass er qausi "nur" eine erweiterte Neuauflage eines Spiels ist, welches vor knapp 20 Jahren das Licht der Welt erblickte.

So sind viele Einwohner noch skuriller als die aus heutigen Farming Spielen, was jetzt aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Die Gesamtanzahl und die Größe des Dorfes sind aber überschaubarer und gewisse Elemente wie Bergbau und Angeln stark vereinfacht. Von der Spielmechanik und vom Umfang bieten neuere Titel wie Stardew Valley, Roots of Pacha, My Time at Portia oder das aus gleichem Hause stammende Pioneers of Olive Town deutlich mehr, wenngleich letzteres eine eher kurze Haupt"story" hat.


Zugute halten darf man Marvelous, dass sie sich mit der Neuauflage wirklich Mühe gegeben haben, wer mag kann sich da ja mal Vergleichsbilder anschauen.

Die deutschen Texte sind wieder gut lesbar und verständlich, da hat Xseed Games bei der Lokalisierung wieder einen ordentlichen Job gemacht.

Zum Preis: In den Stores kostet der Titel je nach System 39,99 Eur (PS5/Switch) oder 49,99 (Series X/PC) Eur und beinhaltet zumindest auf der Series (die restlichen Fassungen kann ich nicht beurteilen) ein Zusatzkostüm. Wer das Spiel als Retailfassung kauft, der zahlt egal für welche Plattform 39,99 Eur oder 49,99 Eur als Limited Edition, welche ein Din A3 Poster und Sticker beinhaltet.

Meinung: Ich rechne es dem Hersteller durchaus hoch an, dass man hier Multiplattorm auf allen Konsolen auch eine Retailfassung anbietet, den Standardpreis als digitalen Download kann ich aber nicht so ganz nachvollziehen..das beigefügte kosmetische Item rechtfertigt die 10 Eur nicht. Und bei all der Mühe die sich Marvelous da gemacht hat, eine reguläre UVP von 39,99 Eur für alle Systeme hätte ich gerechtfertigter gefunden..es ist nun mal "nur" eine Neuauflage, für den Preis tütet man auch Stardew Valley in Kombination mit Roots of Pacha oder My Time at Portia ein..

Aber gut, viele mögen den grafischen Stil und da gibt's halt nur Harvest Moon und Story of Seasons..da greift man dann von der spielerischen Qualität eher zu zweiteren, und das gilt auch für die Neuauflage.

Die ja auch durchaus Spaß macht und sicher wieder einige Stunden Vergnügen im verbesserten Tal bereit hält :)
 
Zuletzt bearbeitet:

StephanKo

Kaffeefahrtpendler
Nach ca. 50 Stunden mal ein kleines Zwischenfazit von mir:

Im insgesamten halte ich die Neuauflage des usprünglich vor knapp 20 Jahren erschienenen Farmingspiels für wirklich gelungen :)

Man muss sich aber durchaus dem Alter des Spiels bewusst sein, was vor allem für die Aktivitäten im vergessenen Tal gilt. Das Tal selbst ist von der Größe her überschaubar und bietet längst nicht so viele Interaktionsmöglichkeiten wie es neuere Titel wie Stardew Valley tun. Auch sind die Aktiviäten meistens simpel in der Spielemechanik; beim Fischen beispielsweise reicht es aus die Angel ins Wasser zu werfen und dann nur einmal zum Einziehen einen Knopf zu drücken, beim Mining - hier in Form von Artefakten ausgraben - gräbt man einfach auf einer Fläche in mehrere Felder; Etagen wie bei Stardew gibt es nicht.

Das kann gerade im ersten Jahr etwas langamig wirken, denn A wonderful Life fängt erst so richtig im zweiten Jahr an. Was im Übrigen auch eine weitere Besonderheit ist, da dieser Titel hier eine Story erzählt bzw. euch über mehrere (sechs bzw. sieben) Abschnitte eures gesamten Lebens begleitet.

Jedes Jahr hat 40 Spieltage, diese sind in vier Spielmonaten a 10 Tagen aufgeteilt. Das ist eine recht knapp bemessene Zeit, da natürlich Pflanzen und Früchte nicht jeden Monat blühen und auch eine gewisse Zeit brauchen. Nebenbei will sich mit den Dorfbewohnern und den eigenen Tieren angefreundet werden, was im ersten Jahr wohl auch zu euren Hauptaufgaben gehört.

Ist man im ersten Jahr durch, kommt die Familienplanung dazu. Man muss! zwangsweise nach dem ersten Jahr heiraten, so das man im zweiten Jahr mit einer eigenen Familie startet. Hier zeigen sich dann die Stärken des Spiels. Zum einen betrifft dies das Dorf selbst, in dem es auch Änderungen aufgrund der fortgeschrittenen Spieldauer gibt. Hier punktet das Spiel klar gegenüber anderen Titeln. Euer Kind beispielsweise wächst tatsächlich pro Jahr heran, da es ja später mal den Hof übernehmen soll. Ob es das tut, liegt an den Vorlieben und Fähigkeiten eures Kindes. Die bekommt es bereits zu Geburt und dann je nach Ehepartner, sie lassen sich zumindest teilweise aber auch beeinflußen, je nachdem was ihr eurem Kind beispielsweise in der Welt zeigt oder an Spielsachen gebt.

Auf dem Hof gibts natürlich auch zu tun. Im zweiten Jahr dürfte man bei den Freundschaftstufen der Bewohner schon einiges hinzugewonnen haben. Bei einer bestimmten Person findet sich dann eine etwas seltsam anmutende Pflanze im Haus, mit der man verschiedene Früchte und Anbaupflanzen miteinander kombinieren kann. Recht nett gemacht, hier hätte ich mir aber wirklich eine Funktion gewünscht um diese direkt öfters duplizieren zu können.

Daneben gibts auch noch Aufgaben der Dorfbewohner, meist 4 Stück in einem Monat, die aber nebenbei abgefrühstückt werden können. Ab und an sind höherwertige Güter (bsp. Milch auf Klasse A/S) vonnöten, hier gilt dann das gleiche Prinzip wie bei anderen Spielen dieser Art: Immer schön Zeit in die Pflege der Tiere investieren, Pflanzen düngen, etc.

Und natürlich muss man mit seiner Farm auch Gelder erwirtschaften. Hauptsächlich um sich die nicht gerade preiswerten Zusatzinvestitionen leisten zu können, beispielsweise ein größeres Farmhaus für die Tiere, Düngemaschinen für die Pflanzen oder ein Verarbeitungshaus um Milch und Käse herstellen zu können. Und hochwertigere Geräte wie Gießkannen oder Hacken, aber auch Rezepte zum Kochen, gibt es natürlich auch. Das alles kostet..und das nicht gerade wenig. Hier ist wirklich eine gewisse Planung vonnöten, mit Geld überhäuft wird man zumindest nicht.

Ich bin jetzt Ende des dritten Jahres und wirklich gespannt wie es im vergessenen Tal weitergeht :) Die Dorfbewohner wachsen einem mit der Zeit ans Herz und das Farmleben ist hier auftgrund der Zeiteinteilung und der kurzen Monate herausforderung genug.

Kritikpunkte sind wie erwähnt die irgendwann aufkommende Monotomie, da das vergessene Tal nun wirklich nicht groß ist und viele Abläufe sich schnell wiederholen. Auch die sechs enthaltenen Minispiele sind teils sehr simpel. zudem ist die Steuerung zwar soweit gut angepasst worden, man schlägt aber dennoch gern mal ein Feld beim Anbau daneben.

Somit eignet sich die Neuauflage zum einen sicherlich für Kenner des Orignals aber auch für Spieler, die eher entspannt farmen möchten und auch keine Probleme haben gewisse Abläufe immer wieder zu machen; was gerade im ersten Jahr langweilig sein kann. Das ist bei anderen Spielen dieser Art ähnlich, aber gerade bei moderneren Spielen wie Stardew Vally oder My Time at Portia gibt es definitiv mehr zu entdecken oder an Aufgaben zu bewältigen.

Ich mags auf jeden Fall, ein Endfazit kommt dann noch wenn ich mit dem Spiel durch bin.

Zur Zeitangabe: Die bisherigen 50 Spielstunden beziehen sich darauf, das man wirklich die Tage vollständig spielt, Nebenaufgaben wahrnimmt, etc. Sicher geht das auch schneller, aber ich finde man verpasst bei solchen Spielen dann auch einiges :)
 

Semi Silesian

Oller Schafskopp
Genau das richtige Spiel für mich,da ich die Harvest Moon-Spiele immer gerne gedaddelt habe.:)
Habe ich soeben gekauft,installiert,einen Charakter erstellt und mir meine Farm zeigen lassen.
 

StephanKo

Kaffeefahrtpendler
Genau das richtige Spiel für mich,da ich die Harvest Moon-Spiele immer gerne gedaddelt habe.:)
Habe ich soeben gekauft,installiert,einen Charakter erstellt und mir meine Farm zeigen lassen.

Ich bin auch noch mit Begeisterung dabei :)

Bin jetzt Ende des vierten Spieljahres und bei knapp 100 Stunden. Und ja, es wurde zwischendurch auch immer mal etwas langatmig, da die Aufgaben bzw. das Spielareal halt recht begrenzt sind. Da ist die Entscheidung, dass ganze auf je 40 Spieltage pro Jahr (pro Jahreszeit 10 Spieltage) tatsächlich sinnvoll gewählt.

Dafür finde ich aber den Ansatz mit der eigenen Familie einfach toll und auch die Dorfbewohner wachsen einem mit der Zeit ans Herz. OB meine Tochter wirklich den Hof übernimmt? Bleibt abzuwarten. Scheinbar hätte ich etwas mehr Zeit mit meiner Kleinen nutzen sollen; bei meiner besseren Hälfte, die das Spiel ebenfalls am spielen ist, sehen die Werte auf jeden Fall schon um einiges besser aus als bei mir. Was aber auch zeigt, man kann da wirklich Einfluss drauf nehmen in welche Richtug sie sich entwickelt. Mal schauen, es bleiben ja noch zwei ganze Jahre Zeit :)


Allerdings auch ein kleines Wort der Warnung: Das ist ein typisches Harvest Moon / Story of Seasons Spiel der alten Schulen. Heißt, wer da wirklich alle Wunder erreichen möchte (was - so denke ich - eine weitere Figur im Valley erscheinen lassen wird), der sollte eine gewisse Hingebungsvorliebe mit sich bringen.

Damit meine ich vor allem die meist ab dem zweiten Jahr (je nach Freundschaftsfortschritt einer gewissen Person) nutzbare Kombination von Pflanzen. Das ist, wenn man es einmal durschaut hat, durchaus logisch...aber auch verdammt zeitintensiv. Oder solche Sachen das man Minispiele oder Sequenzen einfach mal komplett verpassen kann, ist man nicht zu gewissen Zeitpunkten an bestimmten Orten. Und da nimmt einen das Spiel nicht wirklich an die Hand.

In meinem Fall führte das dazu, dass ich einen Auftrag nicht beenden konnte, weil das dazugehörige Hilfsmittel noch nicht so hoch war wie es notwendig war. Durch Lesen im Internet habe ich dann herausgefunden woran es lag...das hätte mir das Spiel aber auch sagen können ;) (kann natürlich auch sein das ich da was übersehen habe, will ich nicht ausschließen).


Insgesamt aber ein wirklich schönes Remake. Mache Farmingspiele mögen mehr Drumherum bieten, dass Genre hat sich halt auch enwickelt. Aber der Ansatz mit der eigenen Familie, dem erwachsen werdenen Kind und der Dorfgemeinschaft, der passt einfach und ist ungemein sympathisch :)
 
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