Titel: Star Traders: Frontiers
Genre: 4x Strategie/Card-Game/Rogue-Like
Ich bin ein Fan der Entwickler, den Trese-Brothers, die seit Jahren für Android ganz abseits von den ganzen Cash- und Idle-Clickern richtig coole und komplexe Games mit hohem Wiederspielwert entwickeln und auch jahrelang über Forum, jetzt über Discord, supporten. Angefangen hatte ich damals mit Star Traders RPG, einer Rogue-Like Trading Simulation auf Android. Der Nachfolger
Star Traders: Frontiers wurde auch für PC auf
Steam veröffentlicht und hat dort ziemlich gute Kritiken.
Grafisch ist der Titel mit handgezeichneten Artworks nicht besonders aufwändig, aber zweckmäßig und individuell. Die Lore zum Spiel ist sehr tief und zieht sich durch alle Spiele der Trese-Brothers. Zu Beginn des Spiels wählt man als Captain einen der zahlreichen Berufe wie Händler, Pirat, Kopfgeldjäger, Entdecker oder Schmuggler, erbt ein Schiff und wird in einer riesigen Sandbox ausgesetzt. Man führt ein Schiff mit einer Besatzung an Offizieren und Mannschaften, jeder einzelne mit eigenen Werten und Fähigkeiten. Die Talentbäume sind komplex. Die ca. 70 Schiffe im Spiel sind modular aufgebaut und lassen sich beliebig modifizieren, Zeit und Geld (also ab Midgame) vorausgesetzt.
Es gibt mehrere lose Story-Lines, die man verfolgen kann oder auch nicht. Man kann beliebig erkunden, handeln, schmuggeln, spionieren, patroullieren, blockieren, Missionen erledigen. Jede Aktion hat Auswirkungen auf die im Spiel vorhandenen Fraktionen, die sich untereinander in ständig wechselnden Konflikten und Allianzen belauern und bekriegen. In jeder Fraktion kann man militärische Ränge, Kopfgeldjäger- und Handelslizenzen erwerben, die bessere Belohnungen und Zugang zu besserer Ausrüstung erlauben. Mit rufschädigendem Verhalten ist man die Ränge und Lizenzen auch ganz schnell wieder los. Geht der Ruf bei einer Fraktion zu sehr ins Minus, wird man selber zum Ziel von Kopfgeldjägern und bekommt auf den Planeten der Fraktion schrittweise die Rechte zum Handeln, medizinischer Versorgung und Treibstoff tanken verwehrt. Das ganze Universum lebt unabhängig von den Aktionen des Spielers. Ganz in klassischer RPG-Manier laufen im Hintergrund permanent Ereignisse, deren Ergebnisse gewürfelt werden, seien es Checks auf Ausweich- und Landemanöver, Krankheiten, Moralverluste, Handel, Begegnungen, Diplomatie. Mit zunehmender Spieldauer skalieren die Level der Gegner und Ereignisse und Ziel ist, immer eine Nasenlänge voraus zu bleiben.
Einige Aktionen wie Spionage, Erkundung, Patroullieren und Blockieren von Planeten laufen als Card-Game. Manche Klassen besitzen Talente, mit denen die Karten manipuliert werden können. Ein Explorer zum Beispiel kann mit seinen Talenten das Kartendeck zu seinen Gunsten ändern oder sogar einzelne Karten entfernen.
Der Schiffs- und Crewkampf läuft rundenbasiert ähnlich wie in Darkest Dungeon. Es kommt vor allem auf Positionierung und den taktischen Einsatz von Fähigkeiten an, um Buffs bzw. Debuffs zu stapeln.
Es gibt verschiedene Unlocks, die bei Erreichen bestimmter Bedingungen, neue Inhalte für den Start freischalten. Neue Schiffe, neue Kontakte für Missionen, neue Berufe. Das motiviert, das Spiel immer wieder mit neuen Zielen oder Herangehensweisen zu starten.
Star Traders: Frontiers ist eines der wenigen Spiele, dessen Hintergrund-Mechaniken und -Berechnungen so komplex sind, dass selbst ich als "Number-Cruncher" öfter aussteige. Es ist aber auch eines der wenigen Spiele, neben Civilization, die ich immer wieder spielen kann und immer noch etwas Neues entdecke. Für viele sicher ein Hindernis: es ist nur auf englisch.