Okay, hab, schon vor längerem, den Jantar-Level mit anschließendem Laborbesuch und (fürs Jahr 2007) pompöser Inszenierung abgeschlossen. Zurück im "100 Rad" in Rostok erzählt einem der Wirt handlungsrelevante Dinge und merkt an, dass man mal bei den Wächtern vorstellig werden kann. Das lass ich mir nicht zweimal sagen, weil ... verdammt, ich will mich ihnen anschließen. Den Recken, die fürs Gute und Rechtschaffene kämpfen. Gepriesen sei die Sonne!
Und außerdem laufen die in ziemlich beefy und ziemlich teuer aussehender Rüstung rum, und für eine neue Rüstung ist der Gezeichnete natürlich immer zu haben.
Nun ja, gesagt, getan, der General im Keller gibt mir den Auftrag, zu den Freiheitskämpfern zu reisen und dort einen Granatwerfer zu beschaffen, und zwar entlang einer für STALKER-Verhältnisse regelrecht biowareschen Questsequenz. Also mache ich mich auf die Socken und gelange im nächsten Areal angekommen in ein Dorf, wo mir dieser Freiheitskämpfer-Dude die Quest gibt, Blutsauger zu erledigen. Na gut, nicht meine Lieblingsbeschäftigung, denn alles Nicht-Menschliche im Spiel ist schlecht für die Ressourcenökonomie, weil es bei Ableben keine Munition ausspuckt. Aber high-risk, high-reward, I guess.
Stellt sich allerdings dummerweise heraus, dass diese Quest verbuggt ist und auch dann nicht abzuschließen, wenn alle fünf Viecher zwischen den Häuserruinen erledigt wurden. Zum Glück im Unglück gibt es Abhilfe, um das Spiel "auszutricksen" und doch zum gewünschten Ergebnis zu kommen.
(Wobei mal interessant zu erfahren wäre, inwiefern sich per Konsolenbefehl das Game "modifizieren" lässt, denn das kommt ja aus einer Zeit, wo ständig so ein Unfug passiert ist und man am PC glücklicherweise auf die Ingame-Console zurückgreifen konnte.)
Und wie ich so das Dorf erkunde und in alle staubigen Ecken linse, seh ich da was liegen? Einen Bulldog-6-Granatwerfer. Das hat die Sache mit der Questsequenz in der Freiheitskämpfer-Basis obsolet gemacht. Trotzdem wurde sie natürlich noch brav erledigt, bevor es zurück nach Rostok ging.
Ach ja: Zwischendurch wurde noch die Quest mit dem übergelaufenen Stalker angegangen, und wie ich in dieser Randzone der gegenwärtigen Map ankomme, bekomme ich direkt den Auftrag aufs Auge gedrückt, die Stellung gegen einen Haufen Monolith-Typen - eine weitere Fraktion - zu halten. Und aaaaalter Schwede, das hat mich Nerven ohne Ende gekostet, denn egal wie ich's auch anging ... wir wurden jedesmal von dutzenden Gegnern überrannt, die übrigens mit verdammt bösartigen Maschinengewehren ausgerüstet sind.
Am Ende hat's die Strategie gerissen, einen von denen schnellstmöglich umzunieten und rasch seines Gewehrs habhaft zu werden, so dass die restlichen Gegner nur noch halb so problematisch waren.
Ein bisschen stolz bin ich, diese Schlacht bewältigt zu haben, weil das echt SKG-Level 5 ist.
Also Bilanz: Ich habe zwei Quests im Gepäck, die beide back in Rostok bei den Wächtern abgegeben werden müssen. Komme ich dort an und unterhalte mich mit General Sowieso im Keller, gibt er mir eine Rüstung im Tausch gegen den Granatwerfer, die ganz gut, aber nicht überragend ist.
Und jetzt, nach langer Vorbereitung, kommt die Pointe: Löse ich anschließend fünf Meter weiter die andere Quest ein, erhalte ich was? Genau die gleiche Rüstung.
Das führt zu folgender Situation: Es gibt im Spiel genau zwei Bulldog-6-Granatwerfer zu finden, und an den anderen gelangt man nur, wenn man exploitet. Des weiteren ist die Quest, das Ding abzugeben, nicht zeitlich befristet. Außerdem scheint es nicht möglich zu sein, einer Fraktion beizutreten, was vielleicht ein weiteres Game-Feature ist, was im Laufe der Entwicklung gestrichen wurde und aufm Friedhof vergessener Game-Features gelandet ist.
Also könnte ich nun auch im Spiel fortfahren, ohne den Bulldog beim General abzugeben und gegen eine mehr oder weniger redundante Klamotte zu tauschen, denn die Klamotte bekomme ich ja für die andere Quest.