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Rinker Buck: Traumflug

Derpendja

Mildred Ratched
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Das Buch hatte ich mir 2000 gekauft und versucht, es auf dem MSFS2000 nachzufliegen, scheiterte aber an der Grafik. Es wird Zeit, die Route des Buches nachzufliegen - zumindest, es zu versuchen.

Mitte der 1960er kauften sich zwei Brüder eine alter Piper Cub und renovierten sie über den Winter. 1966 beschlossen sie, mit der Maschine Verwandte an der Westküste der USA zu besuchen und damit mit der Cub die gesamte USA zu durchfliegen. Was als Emannzipationstrip zweier Jugendlicher begann, entwickelte sich gen Ende zu einem Medienhype, da sie zu dieser Zeit die jüngsten Piloten waren, die die Durchquerung in Angriff nahmen.

Ich versuche, mich möglichst nahe an die Originalstrecke zu halten. Das das nicht immer gehen wird, wird schon am Anfang klar. Der kleine Flugplatz in Basking Ridge (New Jersey), von wo die beiden aufgebrochen sind, existiert schon lange nicht und zumindest auch das Ziel in San Juan Capistrano (Kalifornien) ist mittlerweile bebaut. Im Gegensatz zum Original wird meine Cub von Zlin sein und über Funk verfügen, navigiert wird aber ausschließlich über Karten und Navigationspunkte am Boden.

Konzentration liegt auf der Route, der Landschaft, der Reise, weniger auf dem Selbstfindungsprozess der beiden und ihrer Beziehung zu ihrem Vater und der USA in den 60er Jahren.
 

Derpendja

Mildred Ratched
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Startflughafen war Morristown (MMU), etwa 30km westlich von New York in New Jersey. Das Wetter war eher unschön und neblig. Nicht ganz so schlecht wie im Buch, aber in der Folge konnte ich nicht höher als 2000 bis 2500 Fuß steigen, um Bodenmerkmale noch erkennen zu können.
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Nach dem Abheben von der 13 ging es direkt in einer Rechtskurve wieder nach Westen auf die Suche nach der Interstate 287, der ich nach Südwesten folgen wolllte. Bereits nach ein paar Minuten ging es über Basking Ridge, irgendwo da unten war der alte Flugplatz - jetzt ist da ein Golfplatz.02.jpg

Der I-287 folgte ich bis zum Kreuz bei Pluckemin, wo die Route direkt nach Westen entlang der I-78 weiterging. Nach dem Trump National Golf Club Bedminster und dem Fiddler's Elbow Country Club war es wieder an der Zeit, die Richtung zu wechseln und nach Südwesten über den Round Valley Reservoir zu fliegen.

Der nächster Navigationspunkt lan in SSW. Bei Frenchtown überquerte ich den Delaware River und damit die Grenze zu Pennsylvania. In der Ferne sollte der Lake Nockamixon zu sehen sein, den tiefen Wolken geschuldet musste ich aber ein wenig Suchen und mit Karten jonglieren.
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Quakertown war wieder einfacher zu finden, zumindest einfacher die von dort nach Südwesten verlaufende PA-663. Die Ortsnamen ließen mich als Europäer ein wenig schmunzeln. Während Hosensack rechts vorbeizog, galt das für Shultzville zur linken, gefolgt con Berlinville und New Hanover. Ziel war Pottstown bzw. die Eisenbahnlinie, der ich nach Westen folgen wollte.

Das Wetter war ein wenig besser und Reading nicht zu übersehen, auch die PA-422 darüber hinaus war gut zu finden und auch zu folgen.
Bei Harrisburg lag die Herausfoerderung darin, den beiden Flughäfen nicht zu nahe zu kommen. Den Susquehanna River zu überqueren und Carlisle zu finden dagegen nicht, die Sicht war erheblich besser.
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Der Anflug war entlang der I-76 an Carlisle vorbei und in einer 180-Grad-Kehre über die südlich und parallel verlaufende I-81. Carlisle Airport (N94) war im Buch der erste Tankstopp und auch für mich das Ende der ersten Etappe.
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Derpendja

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Etappe 2: Carlisle - Washington County

Und wie immer ging der Blick zuerst nach oben in den Himmel - und der war nahezu blau. Bestes Fliegerwetter und eine tolle Sicht waren garantiert.
Den Airport in Carlisle durfte ich direkt nach Westen verlassen und es ging immer entlang der Interstate 76 oder wie es man häufiger hört, dem Pennsylvania Turnpike. Zunächst folgt die Interstate kerzengerade dem Cumberland Valley, ehe sie durch den Blue Mountain Tunnel mitten in die Allegheny Mountains geht, einem Teil der Appalachen.
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Die Kämme verlaufen nahezu parallel, so dass sich der Straße folgend, gerade Flugstrecken und starke Kurven abwechseln. In der Romanvorlage kämpfen sie sich von Kamm zu Kamm durch strömenden Regen und starke Turbulenzen. Eine leichte Böe hier und da war das einzige, was daran erinnerte und es war sehr leicht, dem Turnpike zu folgen. Navigationspunkte waren die Orte Willow Hill, Hustontown, Breezewood, Everett und Bedford, wo die I-99 nach Norden abgeht.
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Vor Somerset verschwanden dann die Kämme und die Landschaft wurde wieder ruhiger. Kleiner Höhepunkt zur linken war einer der vielen Berlins, hier nur als weiße Stecknadel zu sehen und mit gut 2000 Einwohner auch ein wenig kleiner als das Original.
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Die I-76 schwenkte ein wenig nach Norden ab, wodurch ich mich Pittsburgh auch von Norden her näherte. Statt wie im Buch fast den Kamin eines Stahlwerks zu rammen, hatte ich beste Sicht auf das Acrisure Stadium (Steelers!), den PNC Park (Pirates) und Downtown.
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Die Route führte von hier den Monogahela River südwärts bis nach Monessen, ehe es wieder nach Westen der nächsten Schnellstraße, der I-70 ging. Ziel war der Flugplatz des Washington Countys, der ein wenig versteckt hinter einem Hügel lag.
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Derpendja

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Etappe 3: Washington County - Richmond

I-70 - Interstate-70 West um genau zu sein - die Straße, der ich von Start bis Landung heute folgen durfte. Kurz nach Washington County kam sehr schnell die Staatsgrenze nach Ohio und mit dem Ohio River bei Wheeling auch die optische Bestätigung.
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Und es ging immer weiter dem Asphaltband entlang. Bridgeport, Morristown, Cambridge und Zanesville bis nach Hebron in der Nähe des Buckeye Lake. Hier folgte ein kleiner Abstecher nach Norden, um der Romanvorlage zu folgen. Etwa 10 km nördlich bei Newark liegt ein kleiner Flugplatz. Für mich stand kein kurzer Aufenthalt mit Tankstop für 3,96$ an, mir reichte ein Touch-and-go und es ging wieder nach Süden zur I-70.
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Während nördlich der Port Columbus International umflog ich südlich Columbus, um noch einen kurzen Blick auf den zweiten Flughafen, den Rickenbacker International Airport zu werfen, ehe es wieder gerade zur I-70 ging.
Der galt es weiter zu folgen, auch wenn sich landschaftlich nicht viele Änderungen ergaben. Uns so zogen die Orte unter der Cub vorbei: Lafayette, South Vienna, Springfield, Mad River. Anstatt nördlich von Dayton vorbeizufliegen, hielt ich mich wieder an den Roman und flog an der Wright-Patterson Air Force Base vorbei in Richtung Downtown Dayton.
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Zurück über der, man ahnt es schon, I-70 ging es weiter nach Westen bis nach Indiana. Auch hier das gleiche Bild. Eine kerzengerade Interstate, links und rechts Felder, Farmen und kleine Siedlungen. 04.jpg
Die alte Cropduster-Piste bei East Richmond schien es nicht mehr zu geben, also war der Richmond Municipal Airport das Tagesziel. Ein wenig schade, ich wäre gerne auf Gras gelandet, aber so durfte ich wenigstens mit etwas weniger Risiko eine Seitenwindlandung durchführen.
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Im Roman ist das der erste Übernachtungsstop. Klassisch mit Schlafsäcken unter den Tragflächen und Rauswurf bei Sonnenaufgang durch die Agrarflieger. Yee-haw!
 

Derpendja

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Etappe 4: Richmond - Blytheville


Ich flog nicht mit den Stearmans nach Norden nach Spring Grove, um in Formation Felder zu besprühen, ich flog nach Norden nach Spring Grove, um die I-70 zu suchen, der ich nach Westen folgen wollte.
Nördlich an Greenfield vorbei war das erste Etappenziel Indianapolis. Laur Romanvorlage hätte ich am Sky Harbor Airport landen, tanken und frühstücken sollen. Hier gab es auch den ersten Kontakt zu einem lokalen Journalisten, der den Flug publik machen sollte. Sollte, denn der Flughafen wurde 1971 aufgegeben. An der Stelle, an der Kreuzung I-70 un I-465 ist heute ein kleines Gewerbegbiet, womit ein Überflug mit kurzer Fotosession reichen musste. Wen es interessiert, unter
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steht ein wenig mehr. Das Beispiel zeigt auch gut die kleinen Exkusionen, der man sich mit der Flugplanung, 60 Jahre nach der Tour, widmen kann.
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Ich folgte der I-70 weiter, über Downtown und am internationalen Flughafen vorbei, mitten durch die Kontrollzone... Lange hatte mich die Interstate begleitet, ab Terre Haute änderten sich die Navigationspunkte. Nach einer Linkskurve flog ich nach Süden, immer dem Wabash River entlang. Eine kurze Überquerung des Flusses sorgte dafür, auch Illinois gestriffen zu haben.
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Dem Wabash folgte ich, bis der westlich von Evansville in den Ohio mündete. (Links Ohio, rechts Wabash) Somit überquerte ich auch die nächste Staatsgrenze. Es ging nach Kentucky.
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Der Ohio gab flussabwärts die Route bis Paducah vor. Hier galt es, die Eisenbahnlinie nach Süden zu finden. Finden war nicht so schwierig, schlimmer war es, ihr durch die Wälder zu folgen und nicht aus den Augen zu verlieren.
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Bis Mayfield gelang mir das, irgendwo vor Wingo war die Gleise auf einmal weg. Die KY-9003, ein parallel verlaufender Parkway, war aber gut zu erkennen und so ging es weiter bis nach Fulton. Statt einem kurzen Tankstopp gab es wieder nur ein kures Touch-And-Go, danach überquerte ich die Grene zu Tennessee und behielt den Jere B. Ford Memorial Highway immer zu meiner linken. Union City tauchte bald am Horizont auf und auch Dyersburg kam bald in Sicht.
Und dann war er da: der Mississippi. Der Strom, der angeblich so schlammig ist, dass man im Winter zu Fuß über ihn laufen kann und er in heißen Sommern staubt. Für mich sah er zwar breit, aber ansonsten ziemlich normal aus. Vielleicht zu viele Flusspiraten-Romane aus dem 19. Jahrhundert gelesen. ("Ich habe ein Full House, drei Asse und zwei Könige." "Ich habe auch ein Full House, drei Asse und zwei Asse!" - Onkel Dagobert - sein Leben, seine Milliarden)
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Ich ließ es mir nich nehmen, ihn gleich bei Ayers zu überqueren, womit ich kurz in Missouri war, es es nach Süden sofort nach Arkansas ging. Ziel der Etappe war Blytheville.
 

Derpendja

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Etappe 5: Blytheville - Brinkley

Der Tankstopp in Blytheville war beendet, Tagesziel war Brinkley.
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Zunächst ging es weiter dem Mississippi weiter nach Süden. Der erste Navigationspunkt war ein Ort namens Osceola, von dem eine Eisenbahnline nach Südwesten gehen sollte. Ich habe sie nicht gefunden...
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Plan B sah vor, dem Mississippi weiter bis Memphis, Tennessee zu folgen. We'are going to Memphis. Bekannt für seine Musikläden und dem alljährlichen World Championship Barbeque Cooking Contest war das erste, was ich zu sehen bekam, eine Pyramid. Ich gebe gerne zu, nachschlagen zu müssen. Es war die Memphis Pyramid, ehemals Great American Pyramid, ehemals Sport- und Veranstaltungshalle. Heute beinhaltet sie einen Bass Pro Shop Megastore. Wenn also jemand Fischerei- und Angelbedarf braucht, hier scheint man alles bekommen zu können.
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Die weiter Route verlief einmal mehr entlang einer Interstate, konkret der I-40 in Richtung Westen, gesäumt von einem Feld nach dem anderen.
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Der Flugplatz von Brinkley war nicht sehr groß. Stearmans standen leider keine herum, Flugzeugwracks auch nicht, ansonsten machte die Stadt fast 60 jahre später einen besseren Eindruck.
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Das beschriebene Motel Cheap musste einem Motel 6 weichen, sieht aber auf den Bildern von Google Street View immer noch so aus, als dass man Cheap nicht mit günstig übersetzen sollte.
 

Derpendja

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Etappe 6: Brinkley - Albany

Ein langer Flug stand an. Immerhin sollte es aus der Mitte Arkansas bis weit nach Texas gehen. In Brinkley war es Vormittag und die Sonne knallte bereits auf die Asphalt-Piste.
Wie auf der vorherigen Etappe ging es zunächst der I-40 entlang nach Westen. Bei Little Rock überquerte ich den Arkansas River und ließ den Bill and Hillary Clinton National Airport rechts liegen.
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Die I-30 nach Südwesten war wie ein Band mit ein paar Orten hier und da, der in die Kiefernwälder gefräst wurde. Nördlich von Arkadelphia beim Örtchen Friendship drehte ich direkt nach Westen und begann mit dem geplanten Seenhüpfen. Der erste war der DeGray Lake, danach folgten die nächsten wie eine Perlenkette immer weiter nach Westen.
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Über den Lake Greeson, Dierks Lake, DeQueen Lake lag dann der deutlich größere Broken Bow Lake nördlich von uns, kurz nach der Staatsgrenze von Oklahoma. Es folgte der Pine Creek Lake und Hugo Lake, ehe es galt, dem südlich gelegenen Red River flussaufwärts zu folgen, der die Grenze zu Texas bildete. Am Stausee des Lake Texoma ging es dann endgültig nach Texas und die Navigationspunkte wurden wieder zu Orten und Straßen.
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Von Denison aus flog ich immer weiter nach Südwesten zunächst nach Whitesboro, dann nach Valley View am Lake Ray Roberts und weiter nach Decatur an der Kreuzung der Highways 287 und 380. Entlang letzterem ging es zunächst wieder nach Westen zum Lake Bridgeport und Jacksboro (nicht Jack Sparrow) - und dann wieder nach Südwesten zum nächsten See: Possum Kingdom Lake. Landschaftlich wurde es immer trockener und noch vor Bridgeport hatte der Boden eher Steppencharakter und anstatt Felder waren nur noch Weiden zu erkennen.
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Von Breckenridge aus folgte ich wieder einem Highway, dieses mal der 180, über den Hubbard Creek Lake hinweg, bis nach Albany. Zunächst landete ich wie geplant auf dem Taylor Airport, der sich als Graspiste erwies. Mit Scheune, aber ohne Tankmöglichkeit. Daher hob ich noch einmal kurz ab und flog die drei Kilometer bis zum Albany Municipal Airport (T23).
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Derpendja

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Etappe 7: Albany - Carlsbad - El Paso


Keine Ahnung, welcher Teufel mich bei der Idee einer Doppeletappe geritten hatte, es wurde auf jeden Fall ein langer Tag. Abflug war in Albany (TX) und zunächst ging es entlang der Highway 6 nach Westen, ehe die Abzweigung der TX-351 nach Südwesten die Cub und mich nach Südwesten brachte. Die Landschaft wurde zunehmend karger. Bäume gab es keine mehr, ein wenig verbranntes Gras und viele Windkraftanlagen vor Abilene. Farmen oder Häuser waren östlich von Albany zurückgeblieben.
Abilene war größer als ich dachte, für die typische amerikanische Downtown mit Geschäftsviertel aber wiederum zu kleine. Weiter ging es nach Westen der Interstate 20 entlang, vorbei an kleinen Örtchen wie Merkel, Trent und Sweetwater. Bei letzterem stand im Buch der morgendliche Tankstopp auf dem Programm. Hier erfuhren die beiden auch, dass sie scheinbar in den Medien waren - als jüngste Piloten, die die USA alleine durchquerten. Mich erinnerte der Name Sweetwater mehr als den Film "Krieg der Eispiraten", das ist aber eine andere Geschichte.
Die Route entsprach der der frühen Postflieger und ich ahne, welche Probleme hier aufgetreten sind. Die Interstate gab es noch nicht, kaum Verkehr, keine Bäume, keine Bodenmerkmale. Der Blick auf den Höhenmesser sagte einem mehr als der Blick nach außen. Und dann immer die gleiche Landschaft, immer gerade aus. Einzige Abwechslung boten die kleinen Orte und die Zunahme der Ölfelder. Roscoe, Loraine, Colorado City, Westbrook, Coahoma, Sand Springs, Big Spring, Stanton, Midland. Midland war eindeutig eine Ölstadt. Zwischen den Ölfeldern gab es nur Öltanks und Wartungsgebäude und eingestreut Wohnhäuser und kleine Geschäfte. Und geradeaus durch kleine Orte wie Arcader und Penwell ging es trotzdem weiter.
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Die größte Abwechslung nach eineinhalb Stunden war der Schwenk nach Nordwesten bei Pecos, um nun dem Highway 285 zu folgen. Immerhin gab es zu Wüste und Steppe mit dem Red Bluff Reservoir kurzfristig eine farbliche Abwechslung (und den Staatenwechel nach New Mexico), ehe es in Carlsbad zur Landung ging.
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Und hier hat mich dann der Teufel geritten. Anstatt nach Stunden geradeaus fliegens aufzuhören, entschloss ich mich, die nächste Etappe gleich mitzufliegen. Nach dem Motto, dann habe ich es hinter mir. Immerhin ging es hoch in die Berge und die Ecke der USA sollte aus mehr als verbranntem Gelände bestehen.
Also flog ich nach Südwesten den Rockys zu, wieder nach Texas und immer dem Highway 62 entlang und den Hügelkamm zur rechten, pardon den Guadalupe Mountains. Flog ich bisher konstant mit 4000 Umdrehungen mit 85 Knoten, zwang mich die Höhe von 6000 Fuß, die Drehzahl erst auf 4500, dann auf 5000 zu erhöhen - und wurde dennoch kontinuierlich langsamer. Am Pass waren es dann noch 65 Knoten und ich war heilfroh, dass es wieder ein wenig in tiefere Luftschichten ging.
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Und dann standen wieder eine Stunden Geradeausflug an. Waren die Salt Flats noch eine kleine landschaftliche Offenbarung, war es die Mesquite-Steppe dahinter nicht mehr. Zeit, das Tagesziel zu erreichen.04.jpg

Da ich keinen kleinen Flughafen finden konnte und ich nicht auf dem Militär genutzten Biggs Field landen wollte, war der El Paso International Airport das Ziel. Was für eine Landebahn. Ich flog erst einmal einen guten Kilometer über das Asphaltband, ehe ich aufsetzte, sonst würde ich ewig zu den Parkplätzen rollen.05.jpg

El Paso, an der Grenze zu Mexiko, mit dem Zwilling Ciudad Juárez gegenüber. Es steht noch einmal New Mexico und Arizona auf dem Programm, es es nach Kalifornien geht. Heute aber nicht mehr.
 

Derpendja

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Etappe 8: El Paso - Yuma

Erwartete ich ein weniger Wüste und mehr Landschaft, wurde ich enttäuscht. Immerhin war die Etappe aber deutlich kürzer.
Ein paar Meter nach dem Startlauf von der 26L drehte ich nach Süden, die Cub ist einfach toll in der Hinsicht, kaum Start- und Landebahn nicht notwendig. Süden deshalb, weil ich Mexiko nicht mehr näher kommen würde. Unmittelbar hinter dem Rio Grande liegt Ciudad Juárez. Links Mexiko, rechts die USA, im Hintergrund El Paso Downtown und rechts dahinter die Franklin Mountains.
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An letzteren flog ich südlich vorbei und folgte der I-10 nach Norden. Während es am Rio Grande entlang ging, war die Landschaft von Ackerflächen geprägt. Das änderte sich schnell, nachdem die I-10 bei Las Cruces nach Westen abknickte und in die Wüste führte.
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Und wieder lagen unter mir Orte, deren Namen ich noch nie gehört hatte. Akela, Deming, Lordsburg (Staatsgrenze nach Arizona), Bowie, Wilcox und so weiter. Größter Ort der I-10 entlang war Tuscon, bereits über 300 Meilen von El Paso entfernt. Aber Entfernung sind hier etwas anderes. 300 Meilen sind nichts, nur stures entlangfliegen an einer geraden Interstate entlang. Nach Tuscon ging es weiter nach Nordwesten in Richtung Phoenix, vorher wechselte ich aber die Interstate. Der Boden war wieder von landschaftlichen Flächen beherrscht. Auf der Suche nach der Herkunft des Wassers stieß ich auf das Central Arizona Project, ein Bewässerungs- und Wasserversorgungssystem, das Wasser des Colorado River abzapft. 03.jpg

Ab Arizola führte die I-8 nach Westen, entlang des Gila River gab es grüne Flächen, ansonsten herrschte das beige der Wüste vor. Was freue ich mich auf Kalifornien. Da ich nicht wieder auf einem großen internationalen Flughafen landen wollte, entschied ich mich für den südlich gelegenen Flugplatz bei Somerton, fünf Kilometer in gerader Linie der Landebahn in Yuma entfernt.
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Die letzte Etappe führt dann schon an die Westküste. Wohin genau muss ich noch schauen, der Originalflugplatz existiert nicht mehr.05.jpg
 

Derpendja

Mildred Ratched
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Etappe 9: Yuma - San Juan Capistrano

Kaum drehte ich nach dem Start in Somerton nach Westen, ging es über die Grenze nach Kalifornien und das Imperial Valley zeigte seine zwei Gesichter. Zunächst die Algodones Dünen der Colorado-Wüste - hier von links nach rechts die Grenzbefestigunng nach Mexiko, dann zwei Bewässerungsstreifen des All-American-Canals und daneben wiederum der I-8 bzw. James D.Schultz Memorial Freeway, wie er hier heißt - gefolgt vom dritten Kanal, der zum Brock Reservoir im Hintergund führt.
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Das änderte sich, als ich mich El Centro auf amerikanischer und Mexicali auf mexikanischer Seite näherte. Geradezu schlagartig herrschten landwirtschaftliche Nutzflächen vor.02.jpg

Nach einem kurzen Stück Wüste ging es hoch in die hügeligen Laguna Mountains und bei Boulevard verließ ich die I-8, die nach Nordwesten abbog, während ich weiter meinem 250-Grad-Kurs entlang der mexikanischen Grenze folgte. Wie zu erwarten war, nahmen die Wolken über den Bergen zu, je näher ich der Küste kam.03.jpg

Zwischen dem Aeropuerto Abelardo L. Rodriguez von Tijuana und dem Brown Field Municipal Airport (im Roman der letzte Tankstopp) hindurch ging es bis zum Pazifik, dann nach Norden. Kaum an San Diego vorbei fan es eine F-16 lustig, zwei mal knapp an mir vorbeizubrettern. Jede Wette, dass diese im nahen Miramar aufgestiegen war. Immer an der Küste vorbei ging es über Carlsbad und Oceanside bis nach Dana Point.
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Und dann fehlte das Flugfeld. Der Nahe des Zusammenflusses des Horno Creek und Trabuco Creek gelegene Flugplatz wurde bereits 1978 "entwickelt" und heute befinden sich dort Werkstätten, Lagerflächen und Geschäfte für Surfbretter und Schalldämpfer. Wer ein altes Bild sucht, wird übrigens hier fündig:
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Der nähste Flugplatz wäre jetzt der John Wayne Airport in Santa Ana gewesen. Ich wollte allerdings einen passenderen Abschluss, drehte in Richtung Berge und dem Lake Elsinore und landete auf einem kleinen Airstrip in den Bergen.

Und das war es dann auch wieder mit dem Tripreport. Vermutlich werde ich die nächsten Monate eher punktuell fliegen, evtl. überkommt es mich aber auch und ich fliege den letzten Urlaub nach (vier Wochen Roadtrip im Südwesten der USA).

Die Zlin Cub ist ein schönes Flugzeug, extrem gutmütig und einfach zu bedienen. Nur die fehlende Spritberechnung (der Tank ist immer halb voll) fand ich eher unschön. Fliegerisch hatte ich viel Glück mit dem Wetter, landschaftlich waren die teils sehr langem Etappen durch das große Becken oder auch schon in Texas ein wenig eintönig, insgesamt aber abwechslungsreich. Es ist schön, die sich langsam wechselnde Umgebung zu genießen und große Strecken auch näher kennenzulernen, als es in 10km Höhe der Fall ist und es in den Vorgängerversionen des MSFS überhaupt möglich war.

Man sieht sich.
 
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