Ich habe jetzt auch ein paar Stunden gespielt und kann mich dem von
@Brennus nur anschließen; ein sehr interessantes Spiel, allerdings mit VIEL!! Mikromanagement und anfangs auch recht hoher Einstiegshürde. Ich kenne ja so einiger solcher Strategiespiele, aber hier hat es jetzt schon einige Neustarts zwecks Kolonien gebraucht, selbst unser Zuhilfenahme von YouTube Lets Plays (da gibt es zum Glück einige gute Anfängervideos, auch in Deutsch).
Klar, PCler sind hier schon im Vorteil, gerade was Mods (gibt es bisher auf Konsole leider nicht) und auch die Steuerung angeht; die ist für Konsolen jetzt nicht schlecht umgesetzt, man muss hier aber halt schon recht häufig die Untermenüs zum Bauen, Befehlen, etc. nutzen und das geht auf dem PC halt flotter voran. Nehme ich aber nicht als Minuspunkt, auf Konsole sind die meisten Spiele wie Stellaris oder Cities ähnlich aufgebaut und bis auf Civilization 6 vielleicht ist da so gut wie jedes Spiel etwas aufwändiger zu spielen als auf PC. Wer nur eine Konsole zuhause hat und Spiele solcher Art mag, der kommt damit klar. Zumal auch die Untertitel und Beschreibungen hier gut lesbar sind.
Kommen wir mal zum Spiel selbst: Rimworld ist ein Koloniesimulator. Je nach gewähltem Einstieg habt ihr ein paar wenige Kolonisten, die auf einem fremden Planeten notlanden und dann von dort wieder runter wollen. Das Starten einer entsprechenden Rakete ist, wie ich das bisher mitbekommen habe, das tatsächliche Ziel. Bis dahin gilt es, seine Kolonie aufzubauen, Gegner abzuwehren, Katastrophen zu überstehen..und so weiter. Es gibt hier einen Geschichtenerzähler, der euch je nach gewählter Art mal schneller, mal langsamer mit gewissen Aufgaben fordert; das ist so die eigentliche Geschichte, die ihr zum größten Teil selbst schreibt.
Rimworld bietet zu Anfang ein kleines Turtorial und das solltet ihr dringend nutzen, um überhaupt ein wenig in das Spiel zu kommen. Persönlich finde ich aber auch das zu knapp, denn es erklärt wirklich nur die allerersten Schritte.
Bei eigentlichen Spielstart müsst ihr euch erstmal für die Kolonisten eurer Wahl und den Standort entscheiden; im einfachen Modus sind das anfngs drei Kolonisten, auf höheren Schwierigkeitsgraden habt ihr mehr am Anfang. Im Spiel selbst gibt es auch noch Möglichkeiten, weitere Kolonisten zu gewinnen, beispielsweise durch Gefangennahme; es scheint aber auf rund 10 Kolonisten in etwa begrenzt zu sein, jedenfalls was ich so auf YouTube gesehen habe.
Und da fängt es halt auch schon an, welche Kolonisten nehme ich? Die Damen und Herren haben alle ihre Vor- und Nachteile; der eine ist toll im Bauen, neigt aber als Pyromane rumzulaufen und ist bereits gebrechlich. Ein anderer ist toll im Kochen, seine sozialen Begebenheiten sind aber unterirdisch..und so weiter. Ihr könnt die austauschen, aber schon da zeigt sich in etwa der Umfang von Rimworld..bis ihr wirklich drei für euch passende gefunden habt, dauert das gern mal einige Zeit.
Habt ihr euch für einen Standort eurer Wahl entschieden, geht es erstmal an den Aufbau der grundlegendsten Sachen; eine erste Hütte mit Betten will gebaut werden, etwas angeplanzt, ein wenig Vergügen für die Kolonisten, Bäume und Rohstoffe müssen befolgt werden, etc. Ihr könnt hierfür jeden Kolonisten über gewisse Reiter und Einstellungen Befehle geben, was und in welcher Reihenfolge er angeht.
Und hier gehts dann auch schon richtig los. Rimworld hat ein voreingestelltes System für jeden Kolonisten, was er machen soll. Das werdet ihr aber schon recht schnell auf die manuelle Auswahl umändern, welches Verfeinerungen ermöglicht. Je nach gewählter Zahl (1 = wichtig, 4 = relativ unwichtig) schaut euer Kolonist nun, welche Aufgaben er angeht; und zwar immer von links nach rechts. Hat er beispielseise eine 1 beim Feuerlöschen und bei der Nahrungsbeschaffung, schaut er immer zunächst nach der ersten 1 von links, und geht dann die anderen Bereiche je nach Zahlengröße ab. Der Punkt ist immens wichtig, denn sonst wird das mit eurer Kolonie nur sehr schleppend voran gehen. Zudem sollte man die Personen auswählen, die die besten Fertigkeiten haben bzw. am besten lernen.
Hat man das dann mal so einigermaßen drauf (und das kann dauern), gehts an die Ressourcen. Wichtig hier, erstmal überhaupt erlauben das sich die Kolonisten den ganzen Ressourcen überhaupt bedienen dürfen, auch das muss erst ausgewählt werden. Anfangs ist das auch kein großes Thema, für die ersten Gebäude reichen die Ressourcen eurer Notlandung aus. Später muss selbst gesehen werden, wer wo Bäume oder Mineralien und Nahrung erwirtschaftet, auch hier gebt ihr euren Kolonisten wieder die Befehle dafür. Genauso könnt ihr auch steuern, welche Gebäude zuerst fertiggestelt werden (sofern Ressorucen vorhanden), und so weiter. Überspitzt würde ich sagen, es liegt klar an euch, ob eure Kolonie was wird oder nicht
Das ist einerseits das faszinierende an Rimworld. Aber damit das wirklich läuft, braucht es Übung...VIEL Übung. Und dafür reicht das Tutorial bei weitem nicht aus. Bis ihr es wirklich mal raushabt wie ihr eure Kolonie am sinnvollsten bewirtschaftet und welche Person was am sinnvollsten macht (und vor allem was ihr macht, wenn diese ausfällt), dauert es.
Wie bei
@Brennus hatte ich auch recht schnell das Problem, das manche Sachen langsamer voran gehen. Kolonisten haben ja wie erwähnt ihre eigenen Stärken und Schwächen, sollten aber auch bei guter Laune sein, genug zu essen haben...und die richtigen Befehle erteilt bekommen. Es ist hier gar nicht so einfach zu ersehen, woran es ab und an hapert..ganz einfach weil es wirklich verdammt viele Einstellungsmöglichkeiten gibt..mit denen man ich aber auch ziemlich gut alles verhauen kann.
Wie bei Stellaris oder Cities auch, gibt es hier eine Pausenfunktion..die auch dringend notwendig ist. Die Grafik ist nicht hübsch, aber zweckdienlich.
Für wen eignet sich aber Rimworld jetzt? Für Strategiefans, die auch keine Probleme haben, sich wirklich in das Spiel einzuarbeiten. Rimworld sieht nach wenig aus, hat aber eine Menge zu bieten. Man muss sich schon im Klaren sein, dass man hier eine Kolonie aufbaut und das mit massig Einstellungsmöglichkeiten und Mikromanagement. Bis man da wirklich eine effiziente Kolonie auf die Wege bringt, dauert es. Und das wird auch Rückschläge geben.
Damit will ich das Spiel sicher nicht schlecht reden; ehrlich gesagt könnte ich mir da aktuell noch nicht mal eine Beurteilung erlauben. Die Bewertungen bei Steam zeigen schon, dass es wohl eine Menge bietet. Man sollte sich aber halt im Klaren sein, dass das auch eine Menge Einarbeitung benötigt; gerade auch auf Konsole.