Ich habe mal wieder ein neues Spiel angefangen. dieses mal die Gangstersimulation Omerta - City of Gangsters.
Worum geht es?
Ihr seid ein kleiner Gangster, der gerade in Amerika ankommt und sich vom Kleinkriminellen zum großen Don hocharbeitet. Dazu müsst ihr illegalen Schnapps brennen und verkaufen, Geschäfte plündern und Schutzgeld erpressen, Konkurrenten abwerben oder notfalls liquidieren.
Wie spielt sich das Spiel?
Es gibt in dem Spiel drei Ansichten. Die erste ist eine Art Strategieansich über der Stadt. Hier könnt ihr Jobs annehmen oder Aufträge erteilen. Ihr könnt euern Namen bei korrupten Polizisten reinwaschen oder aber schmutziges Geld.
Am häufigsten werdet ihr euch in der zweiten Ansicht befinden. Ihr seht hier einen Überblick über euren aktuellen Distrikt und könnt Gebäude auskundschaften, mieten oder überfallen. Hier erschafft ihr euer Imperium und drängt die Konkurrenz aus dem Geschäft. Sollte sich aber jemand zu Wehr setzen, dann gelangt ihr in die dritte Ansicht.
In der dritten Ansicht spielt ihr den Actiopart. In einem rundenbasierten Gefecht, wie man es aus XCOM oder den Fallout Spielen kennt, kämpft ihr euch Raum für Raum durch bis der letzte Gegner das Zeitliche gesegnet hat. Dabei könnt ihr auf ein breites Repetoir an Waffen zurückgreifen. Totschläger, Pistolen, Revolver, Schrotflinte und natürlich die berühmte Tommygun werden früher oder später eingesammelt und fachmännisch gegen eure Widersacher eingesetzt.
Was ist gut an dem Spiel?
Wer XCOM oder Tropico mag, der wird sich auch schnell in Omerta zurechtfinden. Mir gefällt das relativ unverbrauchte Setting und der Aufbaupart. Es gibt Faktoren wie schmutziges/sauberes Geld. Mut, der in all zu heftigen Gefechten verloren geht und die Leute in Panik geraten. Und einen Beliebtheitswert, der dafür sorgt, dass man euch eher vertraut und sich positiv auf legale Geschäfte auswirkt. Es gibt jedoch auch einen Berüchtigkeitswert, der dafür sorgt, dass man bei kriminellen Aktivitäten wie Hehlerei und Schutzgelderpressung mehr Umsatz macht. Am besten ist man eben beides. Beliebt wie ein bunter Hund aber bissig wie eine tollwütige Hyäne. Eine bunte Hyäne eben.
Die meiste Zeit verbringt man in der Distriktübersicht und plant wie man seine Ressourcen und Spießgesellen einsetzt. Hier noch ein Laden unbesetzt? Schnell hin und gemietet. Dann eine Brennerei rein und damit die eigene Flüsterkneipe und Apotheke versorgt. Es macht Spaß zu sehen wie man sich langsam über die Karte ausbreitet und der Einfluss immer weiter wächst.
Der eigene Charakter und die Mitstreiter steigen im Level auf und können individuell angepasst werden. Hat euer Charakter einen hohen Wert in Cleverness, dann kann er schneller kleine Aufträge abwickeln. Ist ein Charakter ein Dieb, dann erbeutet er 25% mehr auf Raubzügen. Für die Gefechte hat man am besten eine bunte Mischung an Kämpfern. Einer mit Schrotflinte für den Nahkampf, einer mit Scharfschützengewehr für Fernkampf, einer mit Tommygun falls es mal brenzlig wird und ein Sprinter mit Revolver. Jedoch muss man sich Anfangs auf die normale 08/15 Pistole verlassen.
Was ist schlecht an dem Spiel?
Der "Actionteil" kommt bei weitem nicht an die taktischen Raffinessen eines XCOM heran. Die Steuerung mit dem Deckungssystem ist ein wenig unhandlich und mir fehlt bisher die Überwachungsfunktion. Gegner rennen nämlich manchmal gnadenlos auf meine Leute zu und verprügeln sie einfach ohne Gegenwehr im Nahkampf. So etwas ist mit einer Überwachung (Wenn Gegner sich in Schussbereich bewegt, wird automatisch gefeuert) nicht so schnell möglich. Es ist kein Taktikshooter. Die Stärke des Spieles liegt eher im Ressourcenmanagement.
Wer Action erwartet hat, der wird enttäuscht werden. Die meiste Zeit verbringt man nämlich mit Warten. Man warten auf den Informanten oder auf die Eröffnung eines Geschäftes. Man wartet auf die Erledigung eines Jobs und das ein bestimmter Gangster sich von seinen schweren Verletzungen erholt hat.
Wer sollte das Spiel spielen?
Wer Aufbausimulationen wie Tropico mag, der kann auch mal einen Blick auf Omerta riskieren. Wer Aufbaustrategie mit ein wenig Ballerei mag, der kann sich das Spiel mal gönnen. Wer Spiele mag bei den man auch mal etwas anderes nebenbei machen kann oder sich in Ruhe zurücklehnen und die nächsten Schritte bei einem gemütlichen Pfeifchen plant, der kann sich an diesem seltenen Genre probieren.
Es sollte besser nicht von Leuten gespielt werden, die tolle Grafik und einen komplexen Shooter erwarten. Es ist auch kein Ersatz für ein XCOM und kein Mafia 2. Für ein Konsolenspiel ist es etwas wenig, aber wäre es ein Browserspiel, dann wäre es eines der Besten.
Ergo?
Das Spiel ist kein Knaller, aber wer das etwas ruhigere Genre mag, der ist hier richtig. Ich spiele häufig spät nachts und da brauche ich keine Horrorspiele wie Silent Hill oder Nervenzerfetzer wie Call of Duty auf härtester Stufe. Ich mag dann lieber Spiele bei denen ich relaxen kann und das kann man bei Omerta ohne Probleme. Ich mag das Spiel, aber ich kann verstehen, wenn die Leute sagen, dass es langweilig oder dröge ist.
Ich brauche allerdings noch mal jemanden mit dem ich den Multiplayer angehen kann.
Was kostet der Spaß?
Bei Amazon kostet das Spiel momentan 19,99. Vereinzelt gibt es das Spiel vielleicht auch schon günstiger. Ich habe das Spiel gebraucht für günstige 12€ im An- und Verkauf geschossen.