Like a Dragon – Infinite Wealth (XBOX/PC)
Bei „Infinite Wealth“ handelt es sich um den Nachfolger von „Yakuza - Like a Dragon“ und führt die Geschichte vom Yakuza Ichiban Kasuga weiter. Ichiban ist nach seinem letzten Abenteuer zum Arbeitsvermittler für ehemalige Yakuza mutiert und bringt diese mit viel Geschick, ihren Fähigkeiten entsprechend, in Lohn und Brot. Während dieser Zeit wird ihm seine Vergangenheit zum Verhängnis und er landet wieder auf der Straße. Ichiban wird nun von Jo Sawashiro beauftragt, Akane Kishida auf Hawaii zu suchen. Mehr sage ich mal nicht zur Geschichte.
Das Spiel besteht wieder auf 15 Kapitel und hat vermutlich um die 120 Stunden an Inhalten zu bieten, ich persönlich habe etwa 90 Stunden benötigt. Der Umfang ist also etwa identisch mit dem Vorgänger.
Es ist der erste Teil der Serie der nicht nur auf dem japanischen Festland spielt, inhaltlich spielt etwa 1/2 der Geschichte in Japan, der Rest auf Hawaii.
Das Kampfsystem hat sich nicht wirklich entwickelt, es ist weiterhin Rundenbasiert und man steuert jede Figur manuell oder man überlässt die Steuerung dem Spiel. Es sind ein paar neue Klassen hinzugekommen, die sind natürlich wieder an die Geschlechter gebunden. Leider ist die KI weiterhin Dumm und verwendet z.B. Heilgegenstände völlig sinnfrei. Scheinbar agiert sie nur innerhalb der Extreme, entweder wenig Heilung oder es wird überheilt/Gegenstände werden unsinnig eingesetzt. Es werden zwar die Statusleiden entfernt, bei den zu heilenden Lebenspunkten agiert die KI merkwürdig.
Es gibt zahlreiche kleine Minispiele, es gibt viele Spielhallen und natürlich gibt es die tollen „Sujimon Kämpfe“. Diese Kämpfe werden gerne mit Pokemon verglichen, spielerisch sind die beiden Spiele aber weit voneinander entfernt. Die Sujimon können mittels eines Minigames „gefangen“ werden, dies ist aber erst nach den Kämpfen der Fall, mit Glück. Weiterhin können sie mittels Gatcha Mechaniken aus Automaten gezogen werden. Natürlich werden diese dann mit Ingamewährung bezahlt oder mittels Losen. Es gibt natürlich eine kleine „Liga“, auf der Map findet man „Raids“ welche man bestreiten kann.
In den Spielhallen gibt es zahlreiche Spielautomaten. Bock auf Virtual Fighter? Dann los in die Spielhalle. Lust ne Runde die Angel zu schwingen? Kein Ding, einfach ans Wasser und los geht’s. Bock Pizza und Burger zu liefern? Auch möglich. Es gibt also wirklich eine riesige Menge Kleinigkeiten zu entdecken.
Das wohl größte Minispiel ist Dodoko Island, eine Art Animal Crossing. Hier muss man verschiedene Bereiche freischalten und diese dann mit Gebäuden zupflastern. Natürlich gibt es auch einen „Gegner“ welcher versucht deine Ziele zu sabotieren, dies ist aber eine kleine Nebengeschichte. Für Ichiban steht die Zeit still auf der Insel, die Geschichte auf Hawaii wird ausgesetzt. Was soll man denn auf der Insel machen? Einfach gesagt: ein Ferienresort aufbauen und Gäste zufriedenstellen um Kohle scheffeln. Ich habe gute 30 Tage benötigt um ein 5 Sterne Resort aufzubauen und gut 1.5 Mio $ Cash zu machen. Dieses Spiel ist also eher dazu gedacht genug Geld für die Maingeschichte zu generieren, Waffen usw sind auf Hawaii richtig teuer.
Was hat mir gefallen?
- Ichiban und die anderen NPCs im Spiel
- Die Geschichte selbst ist toll erzählt
- Einige Nebengeschichten sind absolut phantastisch und wahnsinnig traurig
Was hat mir nicht gefallen?
- Dodoka Island – Hier hätte man deutlich mehr machen können. Für mich ist es ein wenig zu flach oder eher „zu einfach“
- Man kann Kämpfe gegen „niedrig stufige Gegner“ nicht deaktivieren, kommt man ihnen zu Nahe beginnt der Kampf. Man kann zwar mittels Trigger den Kampf verkürzen, diese Unterbrechungen finde ich persönlich aber Überflüssig.
- Gegner, natürlich auch die eigenen Gruppenmitglieder, bewegen sind in deiner Runde munter im Raum, damit wird das platzieren von Gruppenschäden -heilung ad absurdum geführt
- Die Kämpfe sind häufig keine wirkliche Herausforderung
- Die Autopilotfunktion, diese weicht keinem Hindernis ernsthaft aus. Totaler Mist
Kurzes Fazit:
LAD-IW ist ein gutes Spiel, mehr aber auch nicht. Wenn man die Geschichte um Ichiban mag, dann ist man hier genau richtig. Wer ein RPG sucht wird hier wohl eher enttäuscht werden, die Rollenspielelemente muss man hier mit der Lupe suchen. Es gibt zwar ein „Characterlevel“ und ein „Joblevel“, mehr ist hier aber auch nicht finden. Es gibt keine richtigen Talentbäume oder ähnliches im Spiel. Die Geschichte ist sehr Linear, auch wenn man jederzeit die Hauptgeschichte unterbrechen kann um sich anderen Dingen zu widmen.
(Nur für Neueinsteiger) Würde ich es als Vollpreistitel kaufen? Eher nicht, ich würde auf einen Sale warten und dann zuschlagen.
Als Fan der Serie war es für mich ein Selbstläufer, und grundsätzlich wurde ich auch nicht enttäuscht. Würde ich einen NG+ Durchgang starten? Nicht in der nächsten Zeit, die Story ist einfach zu mächtig.
Wenn ich es bewerten müsste, würde ich dem Spiel eine 7/10 geben. Es ist deutlich über dem Durchschnitt, aber weit der Spitze entfernt.