@Brennus: ich bin tatsächlich noch dran

Näheres dazu unten, was die Laufgeschwindigkeit angeht, das wird noch gepatcht, wie man dem Link
hier entnehmen kann.
Hier noch eine etwas ausführlichere Variante:
Inzwischen bin ich bei 50 Stunden Spielzeit und dürfte mich so langsam gen Ende nähern. Nach wie vor ist das ein Titel mit vielen Stärken, aber auch ein paar Schwächen.
Der schwächere Part ist der
Rollenspielpart, der ca. 2/3 des Spiels einnimmt. Das hört sich jetzt aber schlimmer an als gedacht, denn auch der ist befriedigend, teils sogar gut. Hauptkritikpunkt ist hier weiterhin die "lahme" Bewegung des Protagonisten, da ändern auch die relativ vielen Schnellsprungziele nichts dran. Gerade in den Städten ist das schon mal nervig, zumal man dort recht oft wegen der Quests unterwegs ist.
Die Welt ist schön abwechslungsreich, größtenteils auch sehr stimmig gestaltet. Bewohner sprechen miteinander, auch da gibts den ein oder anderen netten Spruch zu hören. Agieren bzw unterhalten kann sich meist aber nur mit Quest Ebern.
Kings Bounty II setzt zudem auf eine quasi Open World, dass heißt die Welt ist in einigen Teilen erst nach einem gewissen Gefecht oder Erledigung einer Hauptquest zugänglich. Das ist soweit in Ordnung, da die Gefechte dadurch lange Zeit spannend bleiben, hierzu später mehr.
In der Welt selbst findet zudem auch die ein oder andere Kiste. Da ist eher selten hochwertiges drin, aber auch für den Plunder und das Gold lohnt sich das Suchen nach den Kisten, denn Gold ist in dem Spiel nicht im Überfluss vorhanden, im Gegenteil. Einige (Logik)rätsel gibt es auch, wobei diese bis auf ein paar Ausnahmen wirklich einfach zu lösen sind.
In einigen Fällen kann man zudem auswählen wie man eine Quest erledigt. Das hat dann, wie auch eigentliche Wahl des Charakters zu Anfang, Auswirkungen auf die Welt. Und die sind teils relevant, beispielsweise um eine bestimmte Einheit überhaupt zu bekommen. Komplett verhauen kann man sich das ganze durch die Entscheidungen nicht, aber je nachdem welchen Weg man wählt, kann man bestimmte Quests im späteren Verlauf nur auf eine Weise angehen.
Was die Wahl des Charakters angeht. So richtig festgelegt dürfte das nicht sein, wobei zum Beispiel der Krieger anfangs bei einer Mission eine Verzauberung nicht lösen konnte. Das meiste kann man später aber, je nachdem wie man die Quests löst, auch beeinflussen.
Zur Story und den Nebenmissionen: Größtenteils in Ordnung, manche auch recht witzig, aber wirklich nichts Weltbewegendes. Es ist relativ viel Laufarbeit angesagt, bei dem Tempo des Hauptcharakters brauch man da schon ein wenig Geduld. Was dieser aber zumindest süffisant kommentiert.
Der
Rundenstrategiepart schließt sich dem ganzen sehr gut an. Sowohl wir als auch die KI haben im Grundsatz immer nur je 5 Einheiten. Die Gefechte gehen schnell und auch die "Nachdenkzeit" der KI bemerkt man erst bei den späteren Kämpfen im "Endgame"; auch da sind das meist aber nur ein paar Sekunden.
Trotz der wenigen Einheiten ist das ganze ordentlich fordernd. Denn zum einen gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Kämpfen..und bei bestimmten Einheitentypen zumindest bis zu gewissen Zeitpunkten immer nur einige kaufbare Einheiten. Das sorgt dafür, das man wirklich seine Truppen sehr vorsichtlicht behandelt.
Einheiten sind zudem unterschiedlichen Typen wie Stärke, Gewandheit oder Anarchie zugeordnet. Wild durchgewürfelte Einheiten untereinander haben hier einen Malus auf Moral, wodurch Sie beispielsweise langsamer zum Zug kommen oder weniger Bonuszüge durchführen können. Auch hier ist entweder eine clevere Zusammenstellung notwendig, oder man gleich das durch Boni aus, die man durch getragene Kleidung erhält.
Auch die Führung ist wichtig; diese bekommt man ebenfalls durch getragene Rüstungen. Einheiten brauchen einen gewissen Führungslevel. Ist dieser zu gering, kann man entweder weniger Einheiten desselben Types in die Armee nehmen, im schlimmsten Falle kann es auch sein das man genügend Gold für die Einheit hat, aufgrund der fehlenden Führungspunkte die Einheit aber nicht erwerben kann.
Nun sind beispielsweise 3 Bogenschützen stärker als einer, da die Gesamtstärke der Einheit berechnet wird. Relevant ist das unter anderem, da eine Einheit natürlich verletzt werden kann. Verliert diese nur 1 bis 2 Mann, kann man sie nach Kampfende entweder für Gold heilen oder die Reihen zumindest wieder aufstocken; hier gilt dann, je höher die Einheit ist (es gibt jeweils drei Erfahrungsstufen pro Einheit), desto teurer wird es. Ist die Einheit komplett verloren ist es im Endeffekt das gleiche.
Problematisch wirds hier aber, wenn es nicht mehr genügend Einheiten zu kaufen gibt. Denn gerade von den starken Einheiten haben einige Händler nur eine bestimmte Anzahl. Zwar kommen viele im späteren Spielverlauf wieder, aber bis dahin heißt es dann sich ggf. mit schwächeren Einheiten durchzukämpfen.
Die Strategie geht hier auf. Man kann zwar Nebenquests machen, aber selbst die bieten nur eine gewisse Menge an Gold und Zusatzkämpfen, wodurch unsere Einheiten aufleveln können. So bleiben Kämpfe über einen langen Zeitraum hin spannend, auch wenn das Spiel vor jedem Kampf eine Autospeicherung durchführt. Hier wäre ein Überlebensmodus sicher nicht verkehrt. Zu viel Gold oder Einheiten wird man aber eigentlich nie haben.
Bugs sind mir bisher keine aufgefallen. Der Charakter bleibt ab und an zwar mal an Wegsteigungen hängen, nach ein paar Sekunden wird er aber wieder richtig positioniert. Ist nicht ganz optimal gelöst, da selbst keine Höhenunterschiede abseits der Wege nicht genommen werden können, ist so aber wohl vom Spiel gewollt. Auch das man jedes Mal vom Pferd absteigen muss um Gegenstände aufzunehmen, nervt eher, wird aber mir dem Patch dann ebenfalls behoben.
Es gibt eine Autospeicherung vor jedem Gefecht, freies Speichern ist jederzeit möglich.
Kurz, ein insgesamt gelungenes Spiel wie ich finde, wobei gerade der Strategiepart überzeugt. Wer ein wenig geduldig ist, der kann hier auch schon vor dem Patch zugreifen. Mir gefällt die Mischung auf alle Fälle