StephanKo
Kaffeefahrtpendler
Wenn man in der Welt etwas genauer hinschaut, findet man viele Szenen, die eine krasse Geschichte erzählen und die Geschehnisse noch weiter verdeutlichen. Zum Beispiel findet man irgendwo eine tote Frau am Boden liegen. Ihre Waffe liegt neben ihr. Um sie herum liegen eine Hand voll dieser weißen Monster. Auch alle tot. Was dort passiert ist, kann man sich vorstellen. Diese Art Storytelling gibt es im Spiel oft. Trägt sehr zur Atmosphäre bei.
Sehe ich auch als großen Pluspunkt, zumal Hell is Us da nicht mit solchen Szenen geizt. Gerade das Gebiet um Jona erzählt eine Vielzahl immersiver Geschichten um Masssentötungen, Hass und Gewalt auf andere Gruppierungen, Vergewaltigungen und die Verzweiflung in Kriegszeiten. Vieles wird nur angedeutet, beispielsweise die Frau auf dem Tisch und was mit ihr passiert sein mag, manches auch deutlicher wie die hängenden Personen am Baum.
Alleine da hat das Spiel bei mir schon viele "Fuck Off" Momente generiert, mit denen man sich irgendwie beschäftigt. Weil man halt auch bemerkt, dass das nun mal in Kriegszeiten alles andere als realitätsfern ist.
Oder um es mit den Worten des Kreativdirektors auf Steam widerzugeben: "Das zentrale Thema von Hell is Us ist, dass menschliche Gewalt ein ständiger Kreislauf ist, der durch menschliche Emotionen und Leidenschaften angeheizt wird". Dem ist nicht viel hinzuzufügen.
Und allein deswegen ist es bei mir schon ganz oben auf der Top Spieleliste. Die Kämpfe sind okay, die Gegnervielvalt nun ja. Mir beides aber auch nebensächlich. Es sind diese Szenen, die Bilder die man sich aufgrund dessen selbst im Kopf macht und die tollen Gebiete.
In einen kleinem Gebiet kurz nach dem vom Krieg zerrissenen Jova ist man ja irgendwo an einer Küste mit einem Meer von Blumen. Ein fast schon idyllischer Platz, ohne Gegner an der Oberfläche oder Menschen..fast schon surreal.
Ich lese hier die ganzen Einträge über die Sachen die ich finde. Klar, sollte und muss man auch. Aber auch, um mehr über diese Welt zu erfahren, weil es mich neugierig macht, mich die Schiclsale der Menschen dort interessieren, wie es eigentlich dazu kommen konnte..
Gerade diese Art von Storytelling, die Atmosphäre, das offene Erkunden ohne jegliche Questmarker sind einfach großartig und machen diesen Titel für mich neben Clair Obscure zu einem absoluten Highlight, und das nicht nur für dieses eigentlich hochkarätige Spielejahr.
Und es ist, wie Clair Obscure mal wieder ein Titel eines kleinen Studios im AA Sektor angesiedelt. Was auch zeigt, wie wichtig diese kleinen Entwicklerstudios inzwischen ist. Alleine schon die Thematik wäre bei einem Blockbuster Titel schwierig. Oder der Verzicht auf Mikrotransaktionen, dafür einfach einem fertigen Spiel im Mid Price Sektor.
Heute kam dann auch meine Retailsfassung an. Das ist so einer der - inzwischen recht wenigen Titel - die ich einfach auch im Regal stehen haben möchte
