Heute, nachdem die erste größere Aufregung verklungen war, habe ich mich etwas mehr mit den kleinen Details des Spiels beschäftigt. Ich bin in allen Locations unterwegs gewesen, um mal zu mit eigenen Augen zu sehen, wie sich die Strecken verändert haben. Danach war mir auch klar, warum Ralli di Positano und New York Geschichte sind.
Strecken wie der Hockenheimring, die Alpen, Infinion oder Fujimi Kaido sind der Hammer, finde ich. Schade, dass nicht alle Kurse diesen Standard halten konnten.
Auf einigen Strecken herrscht leider sichter Nebel, die Nordschleife ist ein Schatten ihrer selbst. Auf anderen Strecken, wie den Kursen in Montserrat, sind die Werbetafeln extrem pixelig, wenn man genauer hinschaut, und die Details neben der Strecke sind merklich weniger geworden. Das sind der Tribut für 60 Bilder pro Sekunde, 12 bzw. 16 Autos auf der Strecke und Image Based Lightning. Die XBOX pfeift auf dem letzten Loch.
Wie hätte New York dann ausgesehen? Nebel und kaum lesbare Werbetafeln? Lieber nicht, würde ich sagen. Lieber ganz darauf verzichten anstatt sowas wie die mausgraue Nordschleife dabei rauskommen lassen. Die werden sich schon was dabei gedacht haben, dass 4 Strecken nicht übernommen worden sind. Im Nachhinein kann ich das auch verstehen.
Aber davon abgesehen hat sich Forza deutlich weiter entwickelt. Die verschiedenen Serienwagen klingen extrem geil, vorallen die Schlitten aus Maranello. Unglaublich, was da aus den Boxen dröhnt! Ferrari F430, Ferrari F40 Competitione, RUF RGT 8, diverse Lamborghinis, Corvette C6.R, BMW Z4 GTR und BMW M3 GTR sind z.B. Autos, mit denen ich unterwegs war und die Klänge sind unbeschreiblich. Getriebepfeifen, Blow Off Ventile der Turbolader, Overrun und Fehlzündungen klingen einfach "richtig". Nicht zu übertrieben, nicht zu leise. Die eigentlichen Motorensounds sind kein Vergleich zu Teil 3, hier freuen sich die Ohren.
Das Handling der Fahrzeuge ist sehr intuitiv mit dem Lenkrad. Ich hatte viele Momente, wo ich haarscharf und doch kontrolliert an den Leitplanken auf Fujimi vorbeigedriftet bin. Die Art und Weise, wie ein Auto ins Rutschen kommt und wie man es wieder einfangen kann, sind fanatstisch umgesetzt. Auch sehen Dreher absolut glaubwürdig aus und nicht wie von Geiserhand erzwungen. Ich sehe die Kurve, denke mir "dort bremsen, dort einlenken..." und das Auto macht genau das, was ich mit dem Lenkrad eingebe. In Forza 3 war das (für meine Begriffe) nicht der Fall, dafür hätte ich das Spiel oft aus dem Fenster werfen können.
In den Replays sind mir die Partikeleffekte positiv aufgefallen. Auf Fujimi gibt's ab und zu Szenen im Replay, da sieht man sein Auto schon 2 - 3 Kurven weiter vorne, die Kamera steht aber viel weiter hinten. Und wie ich mein Heck da vorne aus dem Bild fahren sehe, fliegt unten vor der Kamera noch eine dicke Staubwolke langsam durch das Bild, weil ich vor geschätzten 6 - 7 Sekunden über den Dreck gefahren bin. Die Staubwolke ist auch genau in die Richtung geflogen, in der ich über den Dreck gefahren bin. Solche Details sind der Hammer.
Im Multiplayer bin ich etwas in den R Klassen mit GT Wagen gefahren. Wenn vor und hinter einem massig andere Autos sind, diese schon am Klang rauszuhören sind und beim Schalten Feuer speien, wie wenn sie Vorboten der Hölle sind, dann kommt ein geiles Rennfeeling auf, wie es mir noch kein anderes Forza vermitteln konnte.
Nach einer Woche mit dem Spiel bin ich langsam reingekommen und es macht mir immer mehr Spaß. Werden bestimmt 2 - 3 schöne Jahre, bis uns Forza 5 auf der neuen XBOX mit Nachtrennen, Wetter und animierten Boxencrews in völlige Extase versetzen wird.
