Und um den Thread mal aus der Versenkung zu holen, inzwischen sind es 16 Jahre..Glückwunsch


Grund genug für mich, da noch mal reinzuschauen. Da bis auf Indiana Jones die nächsten Wochen auch nicht viel ansteht, habe ich mal einen neuen Run gestartet. Diesmal "frei nach Schnauze". In den vorherigen Runs wars fast immer "sei der Gute", diesmal bin ich da bei einigen Dingen "kulanter"..Stehlen eines Fertigkeitenbuches? Aber ja. Einige Sachen wie Megaton bleiben aber weiterhin verschont und auch so habe ich es wieder nicht geschafft, den Erfolg wür neutrales Karma auf Level 8 zu erhaschen

Allein das Altmetall und deren Abgabe bringt scheinbar schon genügend gutes Karma..
Aber auch ansonsten spiele ich anders. Konzentriert wurde sich erstmal auf Moiras Quests und das eigene Haus in Megaton..dafür suche ich bisher erfolglos Dogmeat...ich hab echt keine Ahnung mehr, wo der steckte
Aufgrund der Fallout Serie war der Titel ja dieses Jahr auch wieder mehr ins Blickfeld gerückt, wenn auch nicht so stark wie Fallout 4 und 76, aber immerhin. Bleibt die Frage, lohnt es sich, Fallout 3 heutzutage noch zu spielen?
Aber ja
Zugegeben, der Zahn der Zeit hat an Fallout 3 schon genagt. Es sind so kleinere Dinge, die einem heutzutage einfach mehr auffallen. Die Charaktermodelle beispielsweise sehen bei weiblichen und männlichen Charakteren "geklont" aus. Mal hat eine Figur eine andere Haarfarbe, mal mehr, mal weniger Details im Gesicht..aber im Endeffekt sehen die schon sehr gleich aus.
Viele der Gebäude sind entweder bei den Wohnhäusern sehr oft gleich und dunkel, da man hier noch nicht nach draußen schauen kann. Oder bei größeren Gebäuden oftmals im Schlauchsystem angelegt und teils echt nervig abzusuchen.
Manch Gebäude steht da wie der Tennpenny Tower gerade im Ödland recht einsam rum. Im Kontrast hierzu Washington DC, welches nicht frei begehbar ist, sondern immer nur in Teilen durch die Metros zu erreichen ist. Bethesda sagte da mal zu, man sollte die Spieler in der Größe nicht überfordern..ich denke mal es waren eher technische Limitierungen..
Der Dunkelheit und unterirdischen Passagen sollte man nicht abgeneigt sein, denn die besucht man oft..und auch die Nacht ist hier wirklich dunkel. Das Licht des PipBoy hilft hier nicht weiter.
Fallout 3 hat also seine Ecken und Kanten. Und ich behaupte mal, gut so!
Denn das macht Fallout 3 auch einiges herausfordernder als seinen Nachfolger (den ich ebenfalls liebe, so viel sei vorher gesagt).
Da wäre zunächst das Levelsystem. Ohne DlCs ist das Levelcap bei 20, mit ihnen bei 30. Das ist angesichts der ganzen interessanten Perks nicht wirklich viel und im Gegensatz zu Fallout 4,wo man quasi unendlich leveln und Perks kassieren kann, ist das hier halt nicht der Fall, man muss schon abwägen worauf man skillt.
Zwar kann man später durch die Bobblehead Figuren und Fertigkeitsbücher das ganze verbessern, aber halt auch nicht unbegrenzt.
Gerade zu Anfang spielt sich Fallout 3 auch schwieriger. Waffen müssen repariert werden, die Nächte sind hier deutlich dunkler als in Teil 4. Wer da keine hohe Wahrnehmung hat, wird öfters mal Gegner übersehen..die im übrigen eine verdammt gute Zielfähigkeit, auch auf weite Entfernung, haben. Man merkt zwar an der Musik, dass da irgendwas kommt. Aber man kriegt schon ordentlich ab..zumal Stimpacks bei nicht allzuhohem Wert von Medizin auch über weite Strecken bei weitem nicht viel heilen.
Hier ist in den ersten Stunden auch eine Raider Gruppe durchaus ernstzunehmen..zumal sie verdächtig oft im Besitz von Raketenwerfern sind..und damit, wie schon erwähnt auch auf weitere Entfernung zielsicher sind.
Und wer sich dann anfangs mal zu weit rauswagt und in offenem Feld auf einen YuaGuay oder eine Todeskralle trifft...ja dann viel Spaß beim Flüchten. Der geneigte Fallout 4 Spieler rennt da ggf. erstmal..wird hier aber recht schnell feststellen, dass es diese Funktion in Fallout 3 noch nicht gab! Und Todeskrallen sind hier nicht die kleinen Snacks, für welche es die Nachfolger (außer New Vegas) inzwischen deklariert haben.
Eine gute Rüstung und gute Waffen tun hier Not. Beides muss man aber erstmal finden und dann auch instand halten. Die beste Kampfrüstung bringt einem nichts, wenn sie so zerschossen ist, dass sie keinen Rüstwert mehr hat..eine kaputte Kampfflinte macht nun mal kaum noch Schaden. Man kann sie mit gutem Reperaturwert und Erstatzgerät selbst reparieren..oder halt für Geld bei den Händlern reparieren lassen. Also Kronkorken, die man recht lange Zeit nun mal nicht im Überfluss hat.
An Kampfrüstungen kommt man bei gutem Karma ziemlich gut dran, da man alsbald von Talon Kämpfern gejagt wird, welche regelmäßig gern nach der Schnellreise attackieren. Aber beispielsweise die schöne Powerrüstung auf dem Cover? Das dauert. Denn selbst wenn man sie findet, kann man sie erstmal lange Zeit nicht anziehen, weil man hierfür einen Perk benötigt.
Standartwaffen lassen sich wiederum recht oft finden, aber gerade bei Heckengeschützgewehren samt Munition wird das schon schwierig.
Die Welt. Sie ist nicht immer stimmig, gerade wenn wie oben schon erwähnt gern mal Gebäude einfach so einzeln rumstehen. Gerade in Washington DC sieht man aber gut das Ausmaß der Zerstörung. Das mag nicht realistisch sein, ist aber äußerst stimmungsvoll für die kaputte, zerstörte und dunkle Welt, die das Spiel darstellen will. Eine Farbenfrohheit wie in den Nachfolgern vermisst man hier, weite Teile sind in tristen graubraunen Tönen gehalten. Das war in der Konsolen Ära gar nicht so selten, hier passt es aber einfach richtig gut.
Die Quests, Orte und NPCs? Ich finde alles drei gelungen. Quests wie Formicula sind umfangreich und nicht immer ist zu ersehen, was wirklich das beste ist. Traquility Lane begeistert mit einem virtuellen Schauplatz der 50er Jahre, es gibt selbst eine kleine Oase mit Bezug auf einen Charakter der Vorgänger..bei dem man auch überlegt, was ist hier am besten.
Das Spiel legt einem hier keinerlei Ketten an. Eine ganze Kleinstadt dem Erdboden gleichmachen? Geht,man bekommt sogar eine Belohnung dafür. Personen in einem Hochhaus durch Ghule massakrieren? Yep, möglich. Kopfgeldjäger werden und dafür Geld kassieren, was je nach Auslegung gute oder böse Personen sind? Den Sklaventreibern helfen? Klar. Einige NPCs lassen sich auch nur mit neutralem oder schlechten Karma rekrutieren.
Fallout 3 schert sich hier nicht um irgendwelche Correctness..der Spieler kann im Endeffekt genauso so spielen, wie er es mag.
Es gibt abseits der Hauptquest massig zu entdecken,was lohnenswert ist. Dazu zählen nicht nur sammelbare Gegenstände, sondern auch zahlreiche Quests. Wer sich hier nur auf das Hauptspiel konzentriert, verpasst locker 2/3 des Spiels.
Die Dlcs: Unterschiedlich. Interessant finde ich sie alle, wobei gerade Point Lookout und Broken Steel (allein schon wegen des Levelcap) herausstechen.
Wie spiele ich es heutzutage am besten?
Auf Xbox, PC oder Playstation.
Auf der Xbox ist es abwärtskompatibel und zudem im Gamepass enthalten (bei den Dlcs bin ich nicht sicher. Fallout 3 ist hier auch öfters mal im Sale, wie aktuell für 2,49 Eur, regulär 9,99 Eur. Hier kommen dann aber noch die Dlcs hinzu, die mit je 4,79 Eur zu Buche schlagen. Es könnte sich daher lohnen, die Game of the Year Edition in Betracht zu ziehen, sofern man noch über ein Disk Laufwerk verfügt. Der Titel dürfte gebraucht noch gut zu finden sein.
Hier läuft der Titel auch mit FPS Boost und sehr geringen Ladezeiten, beispielsweise beim Betreten von Häusern oder Schnellreise.
Auf Playstation 5 ist es meines Wissens nur über das PSPlus Programm erhältlich.
Fazit: Auch heute noch ein Klassiker mit Ecken und Kanten. Viele Komfortfunktionen gibt es nicht, Fallout 3 ist auf normalen Schwierigksgrad schon einiges forderner als Fallout 4. Aber gerade das mag ich so daran
