Ein paar Probleme finde ich tatsächlich auch ein wenig konstruiert.
Der Weg vom Gerätestart zum Spielen ist auf Konsolen schneller?
Auf dem PC bin ich nach dem Einschalten des Geräts vielleicht nicht in 20 Sekunden im Spiel, aber nach spätestens einer Minute. Und das, obwohl ich a) "Schnelles Herunterfahren" deaktiviert habe und der Start von Windows daher länger dauert und ich b) so wenig Apps wie möglich im Autostart habe und Steam daher jedesmal manuell starte.
Und im Gegensatz zu meiner Xbox sperrt mich mein PC auch nicht komplett aus, wenn es ein Systemupdate gibt. Da ich meine Xbox mittlerweile weniger nutze, bekomme ich momentan regelmäßig den Zwangsupdate-Bildschirm zu sehen, weil die Karenzzeit, in der die Systemupdates optional sind, bereits überschritten ist. Das ist es dann auch Essig mit "mal eben schnell ins Spiel.
Auf dem PC bekomme ich 37 Bildschirmauflösungen angezeigt?
Ja, ein vorbildich angepasstes PC-Spiel bietet viele Auflösungen. Aber wieviele davon sind relevant? Ein Großteil sind bei der Menge dann Ultrawide- und Legacy-4:3-Formate. Wenn man in 16:9 spielt, sind letztlich nur eine Handvoll (720, 900, 1080, 1440p und 4K) davon wichtig. Den Rest kann man ignorieren. Und wenn man Ultrawide nutzt, ignoriert man eben die 16:9-Formate.
Abwärtskompatibilität ist kompliziert, weil alte Spiele vielleicht nicht auf Anhieb laufen?
Ja, das in manchen Fällen ist durchaus richtig. Allerdings stellt sich mir dann die Frage, ob ein ein riesiger Pool an abwärtskompatiblen Spielen nicht dennoch besser ist als geringerer Pool oder gar keine Abwärtskompatibilität.
Wenn ich heute ein Ratchet & Clank-Spiel spielen möchte, habe ich auf der PS4 oder PS5 grade mal 2 Spiele zur Auswahl. Für die restlichen 10+ Spiele brauche ich zusätzlich eine PS3 und PSP/Vita/PSTV.
Ich möchte die "Legend Of Heroes: Trails..."-Serie durchspielen? Pech gehabt. Die ersten 3 Spiele gibt es für keine moderne Konsole. Auf PC wiederum bekomme alle aktuell 11 Spiele der Reihe, die zudem anstandslos laufen.
Klar, auch auf dem PC ist die Abwärtskompatibilität nicht unendlich, aber sie ist eben viel größer als auf Konsolen. Und mit Mods kann man viele Spiele auch noch modernisieren, was auf den Konsolen auch wegfällt.
Auf dem PC gibt es zu viele Stores und man muss erst nachschauen, in welchem Store es das gibt?
Hat man früher nicht auch geschaut, wo ein Spiel auf Disc am günstigsten gab? Hat man dann bei Online-Bestellung nicht auch ein Kontro bei Amazon, Media Markt, Gamestop oder einem anderen, kleineren Händer erstellen müssen, um dort bestellen zu können?
Und so viele Stores gibt es gar nicht. Relevant sind eigentlich nur Steam und GOG. Epic braucht man im Grunde nicht, wenn man nicht grade eines der wenigen Spiele haben will, deren Exklusivität Epic gekauft hat, oder die kostenlosen Spiele abgreifen will.
Ansonsten braucht man vielleicht noch den Ubisoft-Store, weil noch nicht alle Ubi-Spiele wieder auf Steam/Epic sind. Aber EA ist mittlerweile auch wieder komplett auf Steam vertreten.
Und man muss auch nicht lange suchen. Einfach isthereanydeal in den Browser eingeben und man bekommt alle offiziellen Stores angezeigt, in den das Spiel aktuell zu bekommen ist. Sogar inkl. aller offiziellen Keyseller.
Und die zusätzlichen Accounts? Die wollen EA, Ubisoft und die Epic Online Services ja auch auf Konsolen gerne erstellt haben, auch wenn die da teilweise noch optional bzw. nur für Cross-Save/Cloud oder Multiplayer nötig sind.
Treiber aktualisieren?
Solange es keine Sicherheitsupdates mit dem Treiber zusammen gibt, muss man nicht jede Treiberversion mitnehmen. Manchmal kann es sogar sinnvoller sein, den stabilen Treiber, der grade installiert ist, einfach weiter zu nutzen. Und gibt es auf den Konsolen keine Systemudpates?
Ein Treiber-Update bei der Grafikkarte dauert vielleicht 1-2 Minuten, wenn die Installation keinen Neustart voraussetzt, was wiederum auch nur bei jedem 3. oder 4. Treiber-Update der Fall ist. Ein System-Update auf Konsole dauert in der Regel genauso lange.
Windows muss eingerichtet werden?
Ja, aber auch jede Konsole muss eingerichtet werden und funktioniert nicht mehr einfach "Out-Of-The-Box". Und die Zeiten von Windows 95, das man gefühlt alle 6 Monate neu installieren musste, sind auch längst vorbei.
Die Spiele müssen eingerichtet werden?
Ja, das ist aufwändiger als auf Konsole, aber auch auf Konsole richtet man Spiele ja erstmal ein (ggf. Y-Achse invertieren, Audiolevel anpassen, HUD/Untertitel konfigurieren, Kamerasensitivität einstellen etc.). Bis das alles passt, können auch mal 5-10 Minuten vergehen.
Und auf dem PC kann man sich ja ebenfalls an Voreinstellungen (Niedrig, Mittel, Hoch, Ultra) orietieren und dann Feinanpassungen vornehmen. Und wenn der verwendete Bildschirm VRR unterstützt, ist es letztlich auch relativ egal, ob da am Ende jetzt feste 60fps bei rauskommen oder 78 oder 101.
Ich habe mit einer 3060 hier der schwächsten Karten von allen, die hier posten. Und mein Hauptbildschirm, der Fernseher, kann kein VRR, weshalb ich auf feste 60fps (oder feste 30fps, wenn alles nicht hilft) angewiesen bin. Und mir fällt ein Spiel ein, bei dem ich bisher an den Grafikeinstellungen länger als 5-10 Minuten rumgefummelt habe, um 1080p/60/Vsync zu erreichen. Und das war EAs WRC, das aber zum Launch einfach komplett broken war - auch auf den Konsolen.
Keine Frage.. Als Perfektionist kann man sich auf dem PC totkonfigurieren. Aber ist man dann auf den Konsolen nicht noch unzufriedener, weil man gar keine Möglichkeiten hat?
Bei den ganzen "Problemen des PC-Gaming", die hier aufgeführt werden, frage ich mich echt, ob ich in einer Parallelwelt spiele, weil das alles Sachen sind, die in meinem "Day To Day Gaming" fast keine Rolle spielen. Und wenn sie mal eine Rolle spielen, dann machen von Zeitaufwand her einen niedrigen Prozentsatz der gesamten Zeit aus, die ich mit Games verbringe. Also vom Informieren über Spiele über den Kauf bis zum eigentlich Prozess des Spielens.
Und auch auf den Konsolen ist das alles nicht mehr so einfach wie früher. Heutzutage gibt es andauernd irgendwelche System-Updates, Spiele-Updates, App-Updates, die einen vom eigentlichen Spielen abhalten. Ich habe mittlerweile schon aufgehört mitzuzählen, wie oft der dämliche Xbox Store geupdatet werden will. Und im Vergleich zum PC/Steam dauern die meisten Updates auch noch länger.