AW: Battlefield 5
[MENTION=5411]Harleyluja 58[/MENTION],
wegen deines Beitrages #12:
Ich weiß nicht, diese Argumentation kann ich schon alleine mit Rockstar Games komplett entkräften. Schaue dir doch GTA V an. Ein Spiel, das einen einmalig 70 Euro gekostet hat, und das seit über zweieinhalb Jahren kostenlose Updates und Onlineinhalte bringt. Das wird auch immer noch gespielt und die Leute würden wahrscheinlich auch mit Echtgeld bezahlen. (gut, man kann sich dafür auch diese teuren Shark Cards kaufen, mit denen man Echt- zu "Spiel"-Geld macht, aber man muss es nicht)
GTA V schenkt dem Spieler aber mit jedem Update neue Fahrzeuge, Skins, Immobilien, Missionen, was-nicht-sonst-noch-alles, und dafür wird vom Spieler kein weiterer Cent verlangt.
Umschnitt auf EA.
Sie brachten mit "Star Wars - Battlefront 2" wohl ein sehr hübsches, spielerisch ansprechendes und auch klangtechnisch höchst vergnügliches Produkt auf den Markt, aber, wie das in dem Segment nun mal so ist, fast ausschließlich auf Multiplayer ausgelegt. Und dieser Multiplayer war durch und durch aggressiv durchsetzt mit Lootboxen, und zwar an jeder Ecke. Kaufe hier diese Lootbox und bekomme diese und diese Waffe. Kostet dich nur soundso viel Euro/Dollar.
Und sowas in dem aggressiven Maße mit einem Vollpreistitel von mindestens 70 Euro zu machen, ist nicht nur allem anderen widersprüchlich, wie Spielefirmen in den letzten 40 Jahren ihre Brötchen verdient haben, sondern einzig und allein Kundenverarsche. Zumal sich viele Spieler über die teils ungerechtmäßige Verteilung der Lootdrops, die nötig sind, um das Spiel gewinnen zu können, beschwert haben. Da sind dann wichtige Ausrüstungsgegenstände, die zum Beispiel für das Erreichen von Spielzielen notwendig waren, nur in 1:10.000 Fällen gedroppt. Da SW BF 2, anders als zum Beispiel ein ESO, oder Neverwinter, ein Multiplayershooter mit einer übersichtlichen Anzahl von Items ist, und man unter "normalen" Voraussetzungen nicht an diese Dinge kommt, weil sie eine zu seltene Hitrate haben, hat EA beschlossen, diese Dinge doch gegen Echtgeld häufger fallen zu lassen.
Das ist vom Prinzip her weder Fisch noch Fleisch, denn entweder macht man den Mehrspielerinhalt dann komplett kostenpflichtig, das Spiel dann aber komplett kostenlos, also so wie viele P2W-Titel das machen, oder man bezahlt einmalig einen Festbetrag und der Rest muss sich dann auch schaffen lassen.
Zum Glück ist der Shitstorm gegen EA so groß gewesen, dass der Konzern zurückrudern musste und dieses "Feature" wieder entschärft hat, weil sie gemerkt haben, dass das effektiv Leute vom Kauf ihres Produkts abgehalten hat, sie also nicht nur zusätzliches Geld mit diesen Mikrotransaktionen verdienen würden, sondern effektiv gar keines verdienen würden, wenn sich der Spieler auf dieses System nicht einlässt und das Game im Regal stehen lässt.
Das ist übrigens nicht nur bei den Star Wars-Titeln so, sondern auch bei den jüngeren Need For Speed-Spielen der Serie, EA ist sich da wenigstens durchgehend treu. (mal sehen, wie lange das noch bei den Sportspielen wie FIFA oder Madden dauert)
Dagegen fragt man sich: Warum machen andere Hersteller sowas nicht?
Warum kann Ubisoft für ein "Rainbow Six Siege" auch fast drei Jahre nach seinem Erscheinen noch kostenlose Mappacks, Season Modes oder sonstiges anbieten? Warum zahlt man für GTA Online von Rockstar nichts?
Und: Was nimmt sich EA heraus zu denken, dass deren Spiele ein Alleinstellungsmerkmal haben müssen, um dieses System einbauen zu müssen? Wir wissen alle, dass die Qualität von Need For Speed-Titeln in den letzten Jahren nur noch rückläufig ist und die Leute lieber auf die Forza Horizon-Serie umgestiegen sind, wenn sie Arcaderacer spielen wollten.
Ich glaube, dass EA jetzt erst so gerade merkt, was sie mit ihren Kunden angestellt haben, und wenn jetzt beim neuen Battlefield (ob jetzt ein "normales" oder ein Bad Company) nicht ganz schnell ein Umdenken stattfindet, dann wird EA einen Großteil seiner Belegschaft feuern müssen, weil deren Absätze enorm einbrechen werden.
Ich finde, das hat überhaupt nichts mit Geiz zu tun, da auch ich ein begeisterter Spieler von BF 3 und 4 war, jeweils vom Start weg Premium-Nutzer war und insgesamt hunderte Stunden Zeit versenkt habe. Dort wurde auch über jeweils zwei Jahre lang immer wieder neuer Content, neue Updates, Verbesserungen, Events und Servermanagement angeboten, also etwas, das man auch zum Spielen brauchen kann.
Aber auf so einen Unsinn wie den bei Battlefront 2 habe ich mich von vorn herein nicht eingelassen. Ich weiß, dass das P2W-Prinzip deutlich heruntergeschraubt wurde, aber die Selbstverständlichkeit, mit der es erstmals in das Spiel integriert wurde, hat mich für alle Zeiten vom Kauf des Produkts abgehalten.
Mir egal, ob zig Fanboys blind hinterherrennen und jeden Scheiß kaufen, den EA denen vorsetzt, aber wenn ich aggressivstem Echtgeldeinsatz ausgesetzt werde, obwohl ich schon Vollpreis für ein Spiel gezahlt habe, dann ist es für mich vorbei. Und deswegen fürchte ich mich auch vor dem Release dieses neuen EA-Triple-A-Titels, weil das mittlerweile zum Selbstverständnis dieses Konzerns gehört. Vom Gegenteil lasse ich mich ja gern überzeugen, aber zuerst bin ich mal skeptisch.