Oh, ich kann dir genau sagen, welche Neuerungen ich im Unterschied zum gegenwärtigen Battlefield haben möchte:
64 Spieler
Eine Panzerfahrt auf Caspian Border kann zuweilen recht erholsam sein. Man schippert von einer Fahne zur nächsten, hält Ausschau nach Rehen und Wildschweinen, aber einen Feind, den sieht man nicht. Keineswegs wegen der hervorragenden Tarnung, sondern weil er nicht da ist.
In jeder Partie sind zwei Experten damit beschäftigt, den Chopper zu farmen, zwei weitere jagen gerade die Jets in den nächsten Berg, einer überschlägt sich irgendwo auf der Wiese mit dem Jeep, ein weiterer hockt im Busch mit dem Scharfschützengewehr jenseits von Gut und Böse – da bleiben nicht mehr viele übrig, um Krieg zu führen.
Deshalb muss aber nicht die Karte angepasst werden, denn die ist spitze. Nein, wir brauchen mehr Spieler, um die Karten zu füllen. Somit werden die Kämpfe intensiver, die Atmosphäre dichter und die taktischen Optionen breiter gefächert.
Ein besseres Squad-System
Die meisten Matches leiden darunter, daß ein Squad nicht zusammenbleibt. In der Regel lohnt es sich nur selten, bei einem Squadmate zu spawnen, in der übrigen Zeit bekommt man seine Leute nur zufällig zu Gesicht. Und wer führt schon die wirren Befehle seines Anführers aus, der völlig verpeilt in der Gegend herumklickt? All das widerspricht zum einen dem Gedanken dieser Serie, zum anderen mindern die Menschen so ihre Schlagkraft, Taktik oder Strategie ist mit Fremden nicht im Ansatz zu bewerkstelligen.
Dem ist leicht entgegenzuwirken, indem man den Spielern mehr Erfahrungspunkte gibt, solange sie in einem bestimmten Radius bei ihrem Squad bleiben. Wenn Spieler einen Anreiz bekommen, gemeinsam vorzugehen, wird die Partie strukturierter und erhält mehr Charakter einer Kriegssimulation statt eines chaotischen Lone-Wolf-Games.
Die dreifache Punktzahl für Kills und Flaggeneroberungen mit dem Squad und eine Stärkung der Rolle des Squadleaders wären ein Ansatz, radikalere Lösungen sind denkbar.
Fahrschule für Panzercrews
Das eigene Team ist immer unfähig – eine Binsenweisheit des Genres. Menschen agieren in diesem Spiel verrückt, ihre Taten sind rational nicht erklärbar, und nirgendwo zeigt sich das deutlicher als im Umgang mit Panzern.
Die stärkste Waffe im Spiel wird oft achtlos hinten am Spawn zurückgelassen, oft habe ich Mühe, überhaupt jemanden zum Einsteigen zu bewegen; denn die Spieler laufen lieber den langen Weg zum Schlachtfeld, als sich in einen Panzer zu setzen. Bequemen sie sich schließlich doch dazu, wird erst einmal mit dem MG wild losgeledert, am besten auf vorbeifliegende Jets, damit auch ja jeder aus einer Meile Entfernung hört, daß wir kommen.
Da ich im Gefecht schnell fahren und auf engem Raum manövrieren muss, mache ich den Menschen auch keinen Vorwurf, wenn sie mit der MG nichts treffen. Aber ich könnte ihnen den Kopf abreißen, wenn ich mal wieder von einem Hubschrauber zerstört werde. Weil es unnötig ist.
Die Leute schnallen einfach nicht, daß man zwischen den Sitzen wechseln kann. Anstatt einen Chopper anzuvisieren und ihn mit einem Schuss zu zerstören, beharken sie ihn lieber mit dem MG oder tun...gar nichts, nicht einmal den Boden decken. Sie starren einfach hypnotisiert darauf wie die Maus vor der Schlange.
Das nächste Battlefield braucht ein ausgedehntes Step-by-Step - Tutorial für diejenigen, die von den Möglichkeiten eines Panzers überfordert sind.
Nützliche Waffen
Ich spiele schon seit einer Weile nicht mehr, aber zu meiner Zeit war man mit der FAMAS unbezwingbar. Nahm man die nicht, konnte man zwischen zwei weiteren Waffen und einer automatischen Pistole wählen, der Rest der Kanonen war für die Tonne.
Ein freizuspielendes Arsenal ist überflüssig, wenn es in der Praxis unbrauchbar ist. Ich möchte Waffen, die sich in spezifischen Vor- und Nachteilen unterscheiden, aber unter dem Strich allesamt spielbar sind, je nach persönlicher Vorliebe. Anderenfalls mögen sie den Leuten ein einziges Gewehr in die Hand drücken und auf diese Augenwischerei mit einer Trilliarde Waffen verzichten, denn nichts anderes ist es.
Ausschließlich DICE-Server
Eine Bevormundung von kleinen Tyrannen, die einen Server besitzen, auf den ich ohne eigenes Zutun gelenkt werde, entspricht nicht meiner Philosophie des FPS-Genres. Ich töte andere Spieler, wie es mir passt und die Umstände erfordern: Mit einem Gewehr, mit einer Pistole, der Panzerfaust, wenn ich könnte, würde ich sie sogar mit einem abgebrochenen Ast erschlagen. Leute vom Server zu werfen, weil sie bestimmte Waffen benutzen oder einfach besser spielen, ist eine Form der Anmaßung die ich nicht tolerieren kann, solange ich keine Möglichkeit habe, auf offiziellen DICE-Servern zu zocken. Das sorgt für Unfrieden in einer Community und böses Blut.
Würde das nächste Battlefield oder Bad Company meine Kritikpunkte umsetzen, könnten wir uns auf ein weitaus besseres Spiel freuen, als wir ohnehin bereits haben.