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Battlefield 3

Battlefield 3
Firmen
Electronic Arts, EA Digital Illusions CE
Genres
Shooter

EifelDriver

Frührentner
Review: Battlefield 3 (XBox360)



  • Entwickler: DICE
  • Publisher: Electronic Arts
  • Sprache: deutsch
  • Plattform: XBox360
  • ASIN: B005TEX3JW

"Battlefield 3"

rezensiert von
Torsten Hinze



Vorwort
Vor einigen Tagen habe ich den
XBox360-Review von "Call of Duty: Modern Warfare 3" fertiggestellt und starte nun meinen Test der XBox360-Fassung des direkten Konkurrenten: "Battlefield 3". Die Wochen vor dem Release beider Spiele waren erfüllt von Marketinggeplänkel und vielen Spekulationen. Seit Ende Oktober kann sich jeder sein eigenes Bild machen und somit beleuchte ich mit diesem Test meine Eindrücke vom neuen Battlefield.

Im Folgenden schildere ich dabei hauptsächlich meine subjektiven Eindrücke ohne aber objektive Aspekte zu vernachlässigen. So wie ein User-Review eben ausfällt. :)



Review
Für den Test stehen mir wieder eine XBox360 + 46"-TV + Anlage (inkl. Subwoofer) zur Verfügung. Und besonders die Anlage bekommt einiges zu tun. Meine Erwartungen sind relativ hoch, da ich auf dem PC sehr viel den technischen Vorgänger "Bad Company 2" gespielt habe und mir dessen Atmosphäre und Spielmechanik sehr zusagte. Ich bin also gespannt wie sich Battlefield 3 hier schlägt.

Eines fällt sofort auf: BF3 ist deutlich düsterer und verbreitet eine beklemmendere Atmosphäre. Das beginnt mit dem Intro, setzt sich über die Menüs fort und prägt auch den Singleplayer von der ersten Sekunde an. Dieser Eindruck hauptsächlich durch die tolle Soundkulisse und das realistische Setting der Maps getragen. Besonders der Einstieg in die Stadtmission wirkt ziemlich real. Im Detail offenbaren sich zwar auch Schwächen (siehe unten), aber das fällt im Ganzen nicht sehr auf. Für den nötigen Eindruck sorgen hier die Partikel- und Licht/Schatten-Effekte, der grandiose Sound und das reale Setting. Zudem hat man stets mit Lensflare-Effekten zu tun, die das eigene Sichtfeld trüben und die gelegentlich auch schon ein wenig nerven. Aber sie verstärken den staubigen Charakter der Umgebung und zeichnen auch ein paar Sorgenfolten auf die Stirn des Spielers, der sich selbst fragt, ob er denn so die ganz sicher anzutreffenden Gegner auch rechtzeitig erknnen wird. Das erhöht den Thrill sehr subtil. Gut gemacht.



Die Ausleuchtung der Umgebung gefällt mir gut, denn es wirkt sehr glaubhaft. Die 1. Stadtmission ist hier ein exzellentes Beispiel, denn die Häuserschluchten sind durchsetzt von schattigen Passagen und wenn die Sonne doch durch einen Spalt in die Gasse (und dem Spieler ins gesicht) scheint, so ist der Blendeffekt sehr stimmig. In den Gängen ist das Schattenspiel noch deutlicher und wenn die dynamischen Schatten der Teammitglieder sich am Boden und den Wänden abzeichnet, wirkt das schon sehr realistisch. Beim ersten Betreten der staubigen Seitenstraße muss man einfach stehen bleiben, um sich die Umgebung anzusehen. Da fliegen Papierschnippsel durch die Luft, gepeitscht von staubigen Winden, Flammen lodern aus Autos und Reifenstapeln, brennende Autowracks lassen schwarzen Rauch aufsteigen und aus der Ferne hallt Gefechtslärm durch die Gassen. Das ist schon sehr stimmig und zieht den Spieler ins Geschehen.

In der 5. Mission nehmen wir an einem nächtlichen Angriff auf eine Großstadt teil und auch hier kann die Frostbite2-Engine voll überzeugen. Das Szenario aus Nacht, Nebel, grellen Scheinwerfern, aufblitzenden Explosionen, den eigenen Bewegungen und der der Teammates sowie die exzellente Soundkullise brauchen nur wenige Sekunden um mich in ihren Bann zu ziehen und ich stecke mittin drin im amerikanischen Angriff. Wenn man dann auf die ersten Feinde trifft, merkt man sofort, dass es ungemein schwerer ist diese zu sehen und zu treffen, als dies in vergleichbaren Spielen der Fall ist und war. Oft muss man sich am Mündungsfeuer orientieren und auch das kann schwierig sein, wenn man getroffen wird und man wärend dessen nach dem Schützen suchen muss. Zudem blenden viele Lichtquellen, wie Straßenlaternen, Scheinwerfer, usw., so dass man oft neue Stellungen suchen muss, damit man mehr erkennen kann.
So erzeugen all diese Faktoren ein sehr intensives Spielgefühl, welches ich so bisher noch nicht erlebt habe.Allerdings muss ich auch sagen, dass ich in noch keinem vorherigen Shooter auf Stufe "normal" so oft virtuellen Staub geschluckt habe. Sprich: ich bin ziemlich oft gestorben und fast immer, weil ich gerade noch diesen einen Typen erledigen wollte, während aber der Hitmarker grell leuchtete. Dies sind vermutlich anerzogene Automatismen aus meiner CoD-Shooter-Vergangenheit. *g* In Battlefield 3 überleben Rambos halt nicht sehr lange und das ist auch gut so.



Neben den üblichen Einsatzorten wie Stadt und Wüste, gibt es aber auch in Battlefield 3 einige interessante Zwischenmissionen, in denen es mal ganz anders zugeht. Die Mission 4 ist hier erneut ein tolles Beispiel. Als Waffenoffizier eines amerikanischen Kampfjets müssen wir feindliche Jets attackieren oder ihren Raketen ausweichen. Das allein sieht extrem gut aus und spielt sich fantastisch. Der nachfolgende Angriff auf Bodenziele erinnert einen an die Air-Support-Missionen des Konkurrenten, allerdings sind die Möglichkeiten hier begrenzter, weil ein Jet eben sehr spezialisierte Waffen an Board hat und diese auch gezielter eingesetzt werden müssen. So muss man sich also ranhalten, da das verborgene Zeitlimit einen sonst überrollt. Am Überzeugendsten an dieser Mission ist jedoch die Präsentation. Das Gefühl in einem Jet zu sitzen kommt voll rüber und auch ich habe mich dabei ertappt, wie ich mich relativ hektisch in meiner Kanzel hin und her gedreht habe, um den feindlichen Flieger zu entdecken. Als krönenden Abschluss gibt es dann noch eine besondere Landung. :) Super gemacht.

Der Singleplayer hat mich sehr gut unterhalten und mich auch gefordert. Die Gegner agieren recht geschickt und suchen Deckung. In Mitten des turbulenten Kampfgeschehens, ist es nicht leicht jeden Pixelkämpfer auszumachen und so beißt man deutlich öfter ins Gras als man dies von anderen Shootern gewohnt ist. Mir gefällt das, weil man sich realistischer verhalten muss. Deckung suchen, im Unterdrückungsfeuer nach vorne hechten und wieder von Deckung zu Deckung robben, bis man den Gegner ausgeschaltet hat. So muss das ein.

--- Fortsetzung folgt ---
 

EifelDriver

Frührentner
--- Fortsetzung des Review: Battlefield 3 (XBox360) ---

Multiplayer

Wie bei Shootern üblich und speziell auch in der Battlefield-Reihe, spielt der Multiplayer die Hauptrolle, da er für die nötige Langzeitmotivation sorgen muss. Alle Vorgänger haben diese Aufgabe sehr gut gelöst, vorausgesetzt man lässt sich auf das Battlefield-Prinzip ein. Kleine Maps mit sehr schnellen Feuergefechten sucht man vergebens, wobei die Spielgeschwindigkeit trotzdem keineswegs langsam erscheint. Die Kämpfe sind besonders durch die motorisierten Einheiten sehr anspruchsvoll, da hier der Teamgedanke zum tragen kommt. Als Infanterist gegen einen Panzer oder Helikopter sieht
man einfach nicht gut aus. Es sei denn man ist dank seiner Anti-Panzerrakete gut vorbereitet. Wenn eines der Teammates nun noch mit Minen oder Anti-Tank-Missles nachhilft, verliert auch ein Panzer seinen Schrecken. Deshalb sind die Panzerfahrer darauf angewiesen, dass ihre Teammitglieder bzw. Squads den nötigen Schutz vor diesen Angriffen bereitstellen. Genau dieser Fokus auf das Teamplay ist der Grund, weshalb die Battlefield-Reihe so lange zeit erfolgreich war und sicher auch weiterhin sein wird.

Bekanntlich habe ich auf der XBox360 erst vor Kurzem mit den Shootern begonnen und habe auf grund meines PC-Backgrounds auch aktuell noch Probleme mich mit den Sticks anzufreunden. Deshalb erscheinen mir die direkten Feuergefechte auch so rasant, dass ich kaum Zeit habe den gesichteten Gegner ins Visir zu nehmen. Und so falle ich auch ziemlich schnell und oft. Allerdings machen die Maps mit den umherwuselnden Gegnern einiges her. Eine der letzten Maps war die Thearan Schnellstrasse (Autobahnkreuz im Dunkel) und bescherte mir satte Action und spannende Fights. Man sieht kaum etwas, da durch die Dunkelheit die Kontrastverhältnisse arg abgesenkt sind. Dafür steigt aber auch der Thrill, weil einem ständig ein gegner auflauern kann. Und so schleicht und robbt man sich vorwärts, um sich dann voller Panik in den Graben zu werfen, weil der Panzer einen entdeckt hat und das schwere Feuer eröffnet. Während die Geschosse um einen einschlagen und andere teammates ausschwärmen, um das Feuer auf sich zu ziehen, krame ich meine Panzerfaust hervor und lege an. Der Tank schaut in eine andere Richtung und ist meinem soeben abgefeuerten Geschoß praktisch wehrlos ausgesetzt. Leider braucht er 2 von diesen direkten Treffern und ich muss zusehen, dass ich meine Stellung wechsel. Während ich mich in den nächsten Graben werfe, erblicken meine Augen ein paar Stiefel vor mir, die keinem Soldaten aus meinem Team gehören. Somit endet meine Panzerjagd bereits im 2. Graben und beschert meinem Killer einen Moment der Glückseligkeit. ...



Wie ich oben bereits schrieb, ist dieser Review eine subjektive Einschätzung meiner Erlebnisse und keine technisch detaillierte Analyse des Spiels. Das findet man in einschlägigen Magazinen zu Hauf. Und somit empfinde ich den Multiplayer als packendes und aufwühlendes Erlebnis, welches mich immer wieder zu einer Aussage wie dieser führt: "Ich glaube hier ist mal richtig Krieg."

Zum aktuellen Zeitpunkt kann ich nur wenig Schwächen ausmachen, die zudem vermutlich auf meine unzureichende Map-Kenntniss zurückzuführen ist. Oft werde ich überlaufen oder habe den Überblick verloren, wer jetzt von wo angreift und wo meine anderen Teammates eigentlich rumlaufen. Mir fehlt also oft schlicht weg der Überblick. Hier heißt es üben und sich Mitspieler suchen, die ebenfalls im Team/Squad agieren wollen. Denn erst dann gewinnt das Spiel an neuem Tiefgang. Was mir allerdings sehr gefehlt hat, sind die privaten Spiele/Server. Also die Möglichkeit sich mit 1-2 Leuten mal ungestört auf den Maps zu bewegen oder auch geschlossene Baller-Sessions zu veranstalten. Zudem wären diese privaten Spiele ideal für das Erlernen von Heli und Jet. Dieses Feature soll wohl mit einem der nächsten Patches nachgeliefert werden. Ich bin gespannt und hoffe, dass dieser nicht zu lang auf sich warten lässt.


Im neuesten Battlefield-Teil kommt zudem der so genannte Battlelog zum Einsatz. Das ist eine Art Statsitik-Sammelstelle die viele Fakten des eigenen Multiplayer-Spiels protokolliert und verschiedene Statistiken ausgibt. So kann man sehen wieviele Abschüße man mit welcher Waffe erreicht hat, wie stark die verschiedenen Klassen verwendet wurden, wieviel Zeit man insgesamt auf den Servern verbacht hat usw. Man erkennt welche Waffen man schon freigespielt, welche Abzeichen man errungen und wielange man welche Waffe oder welches Fahrzeug benutzt hat. Und es lassen sich sicher noch viele weitere Details herauslesen. Für mich ist das eine sehr nette Spielerei, denn ich stehe auf solche Statistiken. Zudem kann man sich über das Battlelog zu Spielgemeinschaften, so genannten Platoons, zusammentun und fortan auch für das Platoon Punkte sammeln. Zu guter Letzt ist der ganze Spaß auch noch kostenfrei und bietet auf dem PC auch noch einen funktionalen Mehrwert, da man sich direkt aus dem Browser heruas mit Servern und seinen Freunden verbinden kann. Für die Konsoleros stellt es zumindest eine sehr nette Sammlung ihrer Online-Aktivitäten dar. Auch hier attestiere ist: gefällt mir. :)

Zusätzlich zum reinen Multiplayer-Part, gibt es auch noch den Coop-Modus, in dem man mit nur einem menschlichen Mitstreiter verschiedene Aufträge bewältigt muss. Bisher habe ich hauptsächlich die ersten beiden Coop-Missionen gespielt. Besonders die 1. Mission hat es dabei schon in sich. Die Gegnerwellen greifen an und man muss sich bemühen neben dem Verteidigungsfeuer auch noch Minen zu legen und sich mit Raketenwerfern zu bewaffnen. Denn wenn die Panzer anrücken steigt der Bleianteil in der Luft deutlich an. Nach jeder Welle wünscht man sich, dass das Ziel nun erreicht sei, aber man muss schon einiges abwehren ehe die Aufgabe als erfüllt gilt. Die zwei Coop-Streiter haben dabei alle Hände voll zu tun und dürfen außerdem den Teammate nicht aus den Augen lassen, denn wenn er niedergestreckt wird, kann ihn nur sein Teamkamerad heilen. Die Coop-Missionen sind somit kein Pappenstiel und erfordern ein gutes "Durchsetzungsvermögen". ;-)
Mir gefällt hier besonders, dass sie nicht zu leicht sind und man sich schon ordentlich reinhängen muss, um sie zu meistern.


Fazit
Nach den vielen Vorschußlorberen, der Marketing-Schlacht (mit dem größen Konkorrenten) und den damit verbunden teils hitzigen Diskussionen im Vorfeld, kann Battlefield 3 nun zeigen was in ihm steckt. Meine Eindrücke waren durchweg positiv, da es anspruchsvoller und realisitischer wirkt wie (ihr wisst schon). Die Multiplayer-Gefechte sind schon recht anstrengend, da man immer bemüht sein muss, den Überblick zu behalten, dem Feuer des Gegners auszuweichen und die Aufmarschwege der feindlichen Truppen zu beobachten. Hinzu kommen die leichte Panik vor Tank & Hubschrauber und die senationelle Soundkulisse, die sicher neue Maßstäbe setzen dürfte.
Wie erwartet ist Battlefield 3 ein echtes Highlight in 2011 geworden.
EifelDriver

PS:
Den Review "am Stück" gibt es hier:
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Threatcon

Frührentner
Zuletzt bearbeitet:

X30 Thors10

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Werde versuchen auch öfter mal auf´m Battlefield vorbeizuschauen. Kann ja nur Cod.
EDIT: Preis ist leider wieder auf 31,49€

argh, ich wurde schwach und habs mit für €31,49 bestellt. Find den Preis für ne UK-Version immer noch sehr gut. Dann werde ich also nicht MW3, sondern BF3 weiterzocken.. dürft euch schon freuen :nunu:
 
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