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Aktuelle Spiele - was nervt euch, was findet ihr gut?

Khorny

Moderator
Team
"RPG-isierung", oder kurz: vorgetäuschte Progression über Skill-Trees. ;)

Apropos Farmen. Dem Trend kann man z.T. mit Indies entkommen. Indies die Hamsterräder einbauen sind mir aber ähnlich suspekt.
 

Feuerleitsystem

Jack of all trades
Mir geht das Streamlinen der heutigen Spiele auf den Sack. Jeder soll alles spielen können, damit ja die Zielgruppe ordentlich breit bleibt. In "Wirtschaftssimulationen" kann man praktisch nicht mehr pleite gehen. In Open-Worlds blinken überall die Questmarker, damit sich auch ja keiner verläuft. Und wer es dann immer noch nicht packt, lässt sich von Youtube die effizienteste Lösung vorlesen. Noch schlimmer sind die Mobile-"Spiele". Zu 90% mit Werbung vollgemüllte Idle-Klicker, die selbst durchschnittlich aufmerksame Schimpansen in ihrer Intelligenz beleidigen.

Das ist nicht erst seit dem letzten Siedler so. Diesen Trend nehme ich schon seit Patrizier 4 wahr.

Könnt ihr euch noch an die Zeiten erinnern, als wir die Handbücher zu den Spielen gelesen und uns Notizen dazu gemacht haben? So ne richtige Einarbeitung in die Materie? War das geil! Damals hatte mein PC einen Bruchteil der Rechenfähigkeiten und Grafikoptionen meines heutigen Handys.

Burntime, Oldtimer, Der Planer, Mad TV ...sowas müsste es doch heute ohne Probleme für Smartphones geben. Ab und zu finde ich auch heute noch so komplexe und unbeachtete (nicht schon in der Presse auf min/max sezierte) Diamanten.
 
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StephanKo

Kaffeefahrtpendler
Mir geht das Streamlinen der heutigen Spiele auf den Sack. Jeder soll alles spielen können, damit ja die Zielgruppe ordentlich breit bleibt. In "Wirtschaftssimulationen" kann man praktisch nicht mehr pleite gehen. In Open-Worlds blinken überall die Questmarker, damit sich auch ja keiner verläuft. Und wer es dann immer noch nicht packt, lässt sich von Youtube die effizienteste Lösung vorlesen. Noch schlimmer sind die Mobile-"Spiele". Zu 90% mit Werbung vollgemüllte Idle-Klicker, die selbst durchschnittlich aufmerksame Schimpansen in ihrer Intelligenz beleidigen.

Das ist nicht erst seit dem letzten Siedler so. Diesen Trend nehme ich schon seit Patrizier 4 wahr.

Könnt ihr euch noch an die Zeiten erinnern, als wir die Handbücher zu den Spielen gelesen und uns Notizen dazu gemacht haben? So ne richtige Einarbeitung in die Materie? War das geil! Damals hatte mein PC einen Bruchteil der Rechenfähigkeiten und Grafikoptionen meines heutigen Handys.

Burntime, Oldtimer, Der Planer, Mad TV ...sowas müsste es doch heute ohne Probleme für Smartphones geben. Ab und zu finde ich auch heute noch so komplexe und unbeachtete (nicht schon in der Presse auf min/max sezierte) Diamanten.

Oh ja, das Einlesen kenn ich noch bestens :D Am bekanntesten waren wohl die Microprose Kartons samt Handbüchern, das waren fast alles dicke Brocken. Man konnte sie aber auch gut lesen, zumindest das Handbuch zu Civilization habe ich noch in guter Erinnerung. Bei den Simulationen habe ich da aber teils auch aufgegeben...da waren die Falcon F16 Handbücher berüchtigt..ich glaube ohne hat man den Flieger erst gar nicht vom Boden bekommen :D

Mad TV...für mich ein absoluter Klassiker. Gerade weil es eine sehr umgänglich, witzig aufgemachte aber durchaus anspruchsvolle WiSim war. Das Fernsehprogramm planen, gleichzeitig Werbeblöcke setzen, Konkurrenten aus dem Geschäft ziehen und natürlich das Herz von Madame Botterbloom gewinnen und das alles ohne gleich ein Jurastudium abgeschlossen zu haben..einfach großartig.

Es gab ja Nachfolger; einen indirekten namens MadNews, Mad TV 2 von einem anderen Studio und zig kleinere Indieprojekte..aber den Charme des ersten Teils konnte keiner mehr erreichen.
 

Kosh Kenobi

Altenpfleger
Ich verstehe das natürlich umfassend, dass man eine Extrarunde dreht um auf Leichen einprügeln zu können .... das hebt die Spiele dann in der Tat auf ein neues Niveau.

Und nun mal ganz ohne Ironie:

Es mag teilweise ärgerlich sein, dass Spiele in DE angepasst werden, aber was ich so mitbekommen habe hält sich die Auswirkung doch arg in Grenzen. Insofern kann ich gut damit leben. Die ganze daran hängende Debatte um Bevormundung usw. sehe ich auch nicht so verbissen, auch wenn da für Erwachsene Spieler schon ein wenig Wahrheit dran hängt.

Auf der anderen Seite: Es sind am Ende die Publisher, die die Spiele in DE nicht so wie in AT auf den Markt bringen sondern eben in irgendeiner Art geändert. Natürlich aus monetären Gründen, aber sie sind die letztendlich die Adresse der Kritik.
Geht mir persönlich nicht darum auf Leichen zu prügeln!
Es geht darum dass zensiert/bevormundet wird, nicht mehr und nicht weniger👍☝️😃
 
Zuletzt bearbeitet:

Machine Head

Pförtner des Altenheims
Mir geht der ganze Influencer/Contentcreator Sensationsapparat im Vorfeld größerer Spielereleases auf den Sack. Und zwar ganz hart.
Jeder Hinz und Kunz kriegt ein Reviewexemplar und darf vor Release die Umwelt mit seinen Videos darüber beglücken. Dabei muss so schnell wie möglich so viel wie möglich hingerotzt werden, weil man ja der oder die Erste sein muss, der was veröffentlicht.
Youtube meide ich mittlerweile wenn es in Richtung eines Releases geht, denn ich kriege den Mist immer und immer wieder vorgeschlagen.
So, jetzt ist es raus. Tut gut. :)

Und damit ich das Thema nicht verfehle, hier noch eine Ergänzung: Manche Spiele werden schon auf Streaming ausgerichtet mit angepasstem HUD, damit Platz für die Fratzen bleibt etc. 😉
 

X30 C64 Forever

Altmeister
Mir geht das Streamlinen der heutigen Spiele auf den Sack. Jeder soll alles spielen können, damit ja die Zielgruppe ordentlich breit bleibt. In "Wirtschaftssimulationen" kann man praktisch nicht mehr pleite gehen. In Open-Worlds blinken überall die Questmarker, damit sich auch ja keiner verläuft. Und wer es dann immer noch nicht packt, lässt sich von Youtube die effizienteste Lösung vorlesen. Noch schlimmer sind die Mobile-"Spiele". Zu 90% mit Werbung vollgemüllte Idle-Klicker, die selbst durchschnittlich aufmerksame Schimpansen in ihrer Intelligenz beleidigen.

Das ist nicht erst seit dem letzten Siedler so. Diesen Trend nehme ich schon seit Patrizier 4 wahr.

Könnt ihr euch noch an die Zeiten erinnern, als wir die Handbücher zu den Spielen gelesen und uns Notizen dazu gemacht haben? So ne richtige Einarbeitung in die Materie? War das geil! Damals hatte mein PC einen Bruchteil der Rechenfähigkeiten und Grafikoptionen meines heutigen Handys.

Burntime, Oldtimer, Der Planer, Mad TV ...sowas müsste es doch heute ohne Probleme für Smartphones geben. Ab und zu finde ich auch heute noch so komplexe und unbeachtete (nicht schon in der Presse auf min/max sezierte) Diamanten.
Da sprichst du mir aus der Seele! Ich kann es auch nicht mehr sehen. Besonders diese ganzen Marker in Open World-Spielen, die aber auch in linearen Spielen immer mehr zunehmen. Da blinkt und leuchtet es auf dem ganzen Bildschirm - von Immersion keine Spur. Glücklicherweise gibt es in einigen Spielen mittlerweile die Option, das komplette Hud auszuschalten. Ansonsten Questmarker überall. Man kann auch quasi nichts mehr falsch machen. Dazu werden Spiele gefühlt von Jahr zu Jahr immer leichter. Der normale Schwierigkeitsgrad heutiger Spiele war vor 20 Jahren noch die "einfache" Einstellung. Stundenlange Tutorien, die einem oft wiederholt alles vorkauen. Das geht soweit, dass du in manchen Spielen vor bestimmten Aktionen sogar eine Aufforderung bekommst, genau jetzt eine bestimmte Taste oder Tastenkombination zu drücken.

Ich vermute, diese ganze Entwicklung ist auch ein Grund, warum Souls- und Rogue Lite-Spiele so erfolgreich sind. Auch das virtuelle Ableben hat heute in den meisten Spielen kaum noch Konsequenzen. Kann sich noch jemand an Bards Tale erinnern? Wer sich da mal stundenlang durch einen Dungeon gekloppt hat, der auch noch selber kartografiert werden musste, beladen mit Gold und magischen Items, nur um dann oben in der Stadt kurz vor der Adventurers Guild und dem rettenden Save-Button noch von einem Zufallskampf aufgerieben zu werden, der weiß, was Leiden heißt. Ich erinnere mich auch an ein Gothic 2, bei dem man einfach in die falsche Richtung laufen konnte, nur um dann von einem Monster, das zig Level über dem eigenen Level lag, mit einem Schlag platt gehauen zu werden. In Ultima Online stundenlang einen Dungeon gefarmt, nur um dann kurz vorm Recall doch noch einem PK erwischt zu werden? Ja, war halt Pech! Aber wo man heute nichts mehr verlieren kann, kann man umgekehrt eben auch wenig gewinnen.

Ich möchte ja gar nicht die ganz alten Zeiten zurück, als man sich z. B. in Adventures noch in aussichtslose Lagen manövrieren konnte und das erst Stunden später auffiel. Ich glaube, viele hier verbinden mit den alten Spielen auch deshalb so schöne Erinnerungen, weil man sich viel intensiver mit ihnen beschäftigt hat. Ich erinnere mich jetzt noch daran, wie ich im Sommer 91 oder 92 am See saß und mir das 200 Seiten-Handbuch von Secret Weapons of the Luftwaffe reingezogen habe. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl: "Das schaffst du nie! Diese ganzen Knöpfe! Viel zu kompliziert!" Als ich dann die ersten gegnerischen Flugzeuge runtergeholt hatte, hätte man mir das Grinsen aus dem Gesicht meißeln müssen, so habe ich gestrahlt. Kennt noch jemand Xenomorph vom Amiga? Eine Sci-Fi-Rollenspiel.

The video is played embedded by Youtube. Google's privacy policy applies.

Es ist über 30 Jahre her und ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen: Kurz vor Mitternacht, stockdunkel im Zimmer, mein Charakter starrt auf eine Wand, während ich unter dem Leuchten des 30cm-schwarz-weiß-TVs versucht habe, den Level zu kartografieren. Da mache ich dann einen Strich auf das Karopapier und aus dem TV-Lautsprechern kommt das unheimlichste Geräusch, das man sich nur vorstellen kann. Irgendwas hat mich von hinten angegriffen und niedergestreckt. Meine ersten grauen Haare habe ich in dieser Nacht bekommen! Mag sein, dass man heute abgebrühter ist, aber ich glaube, so etwas kommt heutzutage kaum noch vor, da der Bildschirmtod überwiegend keine negativen Konsequenzen mehr hat.

Auch das Internet führt leider dazu, dass man bei Rätseln heute schon nach kurzem Nachdenken die Lust verliert und dann doch schnell googelt. Ich kann mich da leider auch nicht von freisprechen. Was waren das damals noch für Zeiten, als man - wenn man bei einem Spiel feststeckte - gar keine andere Wahl hatte, als auf das Erscheinen der nächsten Power Play oder ASM zu warten und zu hoffen, dass die gewünschte Lösung drin ist. Heutzutage ist alles so schnelllebig geworden, Spiele werden durchgerotzt, weil es ja noch Myriaden anderer Spiele gibt, die man auch zocken könnte. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie lange es her ist, das der überwiegende Teil mein Freundeskreis das gleiche Spiel gezockt hat. Das muss damals in den frühen 90ern gewesen sein. JEDER hat damals ein Indiana Jones and the Fate of Atlantis gezockt.

Ein weiterer Punkt, der mich schon seit vielen Jahren stört: Der Sound bzw. die Mucke heutiger Spiele. Je mehr man sich Film Scores annähert, desto mehr verliert der Sound eines Spiels den eigenen Charakter und die Eingängigkeit. Ich kann mich spontan an kein Spiel der letzten 10 Jahre erinnern, bei dem mir der Soundtrack noch präsent wäre. Vielleicht Mass Effect in der Legendary Edition noch ein wenig, aber auch nur weil das erst nen Jahr her ist. Ansonsten war das letzte Spiel wohl Portal 1, was aber mehr am genialen Endsong liegt, als an der musikalischen Begleitung innerhalb der Level. Vielleicht liegt es auch daran, dass Spiele allgemein nicht mehr so "arcadig" sind wie früher. Ich würde aber behaupten: Wer früher einen C64 oder einen Amiga hatte, der erinnert sich an die Mucke aus Bubble Bobble, Ghost's n Goblins, Yie Ar Kung Fu, North & South, Wizball, Terra Cresta, Turrican, International Karate +, Paperboy, Out Run, Great Giana Sisters, Last Ninja und wie sie alle heißen.

Wenn ich einmal auf dem Totenbett liege und meine letzte Atemzüge mache, dann werde ich zum Abschied ganz sicher nicht den Soundtrack von God of War, Call of Duty - Modern Warfare 2 oder The Last of Us pfeifen, sondern den von Commando!

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Thommysoft

Aktuell als Moderator inaktiv.
Team
Ich denke, wir haben es hier mit 2 vollkommen unterschiedlichen Problemen zu tun, die aber trotzdem irgendwie zusammenhängen: Grafiküberfluß und die wirtschaftliche Notwendigkeit, Big-Budget-Produktionen an ein größeres Publikum verkaufen zu müssen.

Dass die Spiele vollgestopft werden mit UI-Elementen, Markern und vor allem Visual Cues (z.B. farbige Markierungen an Stellen, an denen man klettern kann), liegt nicht nur daran, dass die dass die Spiele zugänglicher gemacht werden, sondern auch daran, dass Spiele heutzutage einfach viel zu viel Grafik haben.

Die meisten Big Budget-Spiele sind heutzutage mit so vielen Details zugekleistert, dass es in diesem ganze Grafikdetailsumpf immer schwieriger wird, die Spielwelt überhaupt zu lesen. Das Problem hatten wir früher mit deutlich simplerer Grafik nicht, weil vollkommen klar war, mit welchen Objekten Interaktion möglich war und mit welchen nicht. Da braucht man keine zusätzlich visuelle Sprache für, die das zum Ausdruck bringt. Die Objekte hat man erkannt und fertig.

Das ist letztlich das Resultat davon, dass die Spielerschaft nach immer und mehr besserer ruft. Im Übrigen genauso wie die vermeintliche "Vercasualisierung". Dadurch, dass von der Spielerschaft nach immer mehr High-Budget-Produktionen, die besser aussehen und möglichst auch noch wie Kinofilme wirken sollen, geschrien wird, steigen die Produktionskosten halt ins Unermessliche, was wiederum dazu führt, dass diese Spiele eben nicht mehr nur für eine erfahrene Kernzielgruppe gemacht werden können, sondern eben auch den Massenmarkt und somit wesentlich unerfahrenere oder an Spieltiefe weniger interessierte Spieler erreichen müssen. Und für genau die sind diese ganzen Hilfen gemacht.

Davon abgesehen halte ich es nicht für verkehrt, wenn die Spieler immer zugänglicher werden und es auch Leuten ermöglicht wird, die unter gewissen Einschränkungen leiden, spielbar gemacht werden. Alles andere ist für mich einfach nur ausgrenzendes Elitedenken. Und ja, auch wir werden älter und somit früher oder später unter gewissen Einschränkungen leiden und dann froh sein, dass die die Spiele zugänglicher sind als noch vor 20 oder 30 Jahren.

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass Spiele heutzutage nicht mehr so schwer sind wie früher. Ich will beim Spielen einfach nur eine gute Zeit haben und mich nicht an jeder Kleinigkeit abmühen müssen. Ich habe in den letzten Jahren viele Spiele auf dem normalen, teilweise sogar niedrigsten Schwierigkeitsgrad gespielt, weil die Spielerfahrung selbst auf Normal nicht interessant genug war. Andererseits habe ich auch ein Deus Ex Mankind Divided mit Permadeath und ein Dishonored ohne einen einzigen Kill gespielt, weil die Spielerfahrung dort eben lohnenswert war. Andererseits komme ich nicht mal mehr auf die Idee, Rennspiele auch nur auf einem einen Tick härteren Schwierigkeitsgrad zu spielen, als es mir Spaß macht. Sehe ich absolut keinen Sinn drin.

Ich denke, entscheidend ist nur, dass es sowohl hohe als auch niedrige Schwierigkeitsgrade und unterschiedliche Stufen von abschaltbaren Hilfen gibt, damit sich jeder die Spielerfahrung basteln kann, die gewollt ist.

Und wer meint, dass die ganzen Big-Budget-Produktionen immer stärker vereinfacht werden, sollte sich halt mal im Indie-Bereich umschauen. Dort gibt es immer noch genug knallharte Spielerfahrungen, die es nötig machen, sich intensiv einzuarbeiten.
 

Kosh Kenobi

Altenpfleger
Da sprichst du mir aus der Seele! Ich kann es auch nicht mehr sehen. Besonders diese ganzen Marker in Open World-Spielen, die aber auch in linearen Spielen immer mehr zunehmen. Da blinkt und leuchtet es auf dem ganzen Bildschirm - von Immersion keine Spur. Glücklicherweise gibt es in einigen Spielen mittlerweile die Option, das komplette Hud auszuschalten. Ansonsten Questmarker überall. Man kann auch quasi nichts mehr falsch machen. Dazu werden Spiele gefühlt von Jahr zu Jahr immer leichter. Der normale Schwierigkeitsgrad heutiger Spiele war vor 20 Jahren noch die "einfache" Einstellung. Stundenlange Tutorien, die einem oft wiederholt alles vorkauen. Das geht soweit, dass du in manchen Spielen vor bestimmten Aktionen sogar eine Aufforderung bekommst, genau jetzt eine bestimmte Taste oder Tastenkombination zu drücken.

Ich vermute, diese ganze Entwicklung ist auch ein Grund, warum Souls- und Rogue Lite-Spiele so erfolgreich sind. Auch das virtuelle Ableben hat heute in den meisten Spielen kaum noch Konsequenzen. Kann sich noch jemand an Bards Tale erinnern? Wer sich da mal stundenlang durch einen Dungeon gekloppt hat, der auch noch selber kartografiert werden musste, beladen mit Gold und magischen Items, nur um dann oben in der Stadt kurz vor der Adventurers Guild und dem rettenden Save-Button noch von einem Zufallskampf aufgerieben zu werden, der weiß, was Leiden heißt. Ich erinnere mich auch an ein Gothic 2, bei dem man einfach in die falsche Richtung laufen konnte, nur um dann von einem Monster, das zig Level über dem eigenen Level lag, mit einem Schlag platt gehauen zu werden. In Ultima Online stundenlang einen Dungeon gefarmt, nur um dann kurz vorm Recall doch noch einem PK erwischt zu werden? Ja, war halt Pech! Aber wo man heute nichts mehr verlieren kann, kann man umgekehrt eben auch wenig gewinnen.

Ich möchte ja gar nicht die ganz alten Zeiten zurück, als man sich z. B. in Adventures noch in aussichtslose Lagen manövrieren konnte und das erst Stunden später auffiel. Ich glaube, viele hier verbinden mit den alten Spielen auch deshalb so schöne Erinnerungen, weil man sich viel intensiver mit ihnen beschäftigt hat. Ich erinnere mich jetzt noch daran, wie ich im Sommer 91 oder 92 am See saß und mir das 200 Seiten-Handbuch von Secret Weapons of the Luftwaffe reingezogen habe. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl: "Das schaffst du nie! Diese ganzen Knöpfe! Viel zu kompliziert!" Als ich dann die ersten gegnerischen Flugzeuge runtergeholt hatte, hätte man mir das Grinsen aus dem Gesicht meißeln müssen, so habe ich gestrahlt. Kennt noch jemand Xenomorph vom Amiga? Eine Sci-Fi-Rollenspiel.

The video is played embedded by Youtube. Google's privacy policy applies.

Es ist über 30 Jahre her und ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen: Kurz vor Mitternacht, stockdunkel im Zimmer, mein Charakter starrt auf eine Wand, während ich unter dem Leuchten des 30cm-schwarz-weiß-TVs versucht habe, den Level zu kartografieren. Da mache ich dann einen Strich auf das Karopapier und aus dem TV-Lautsprechern kommt das unheimlichste Geräusch, das man sich nur vorstellen kann. Irgendwas hat mich von hinten angegriffen und niedergestreckt. Meine ersten grauen Haare habe ich in dieser Nacht bekommen! Mag sein, dass man heute abgebrühter ist, aber ich glaube, so etwas kommt heutzutage kaum noch vor, da der Bildschirmtod überwiegend keine negativen Konsequenzen mehr hat.

Auch das Internet führt leider dazu, dass man bei Rätseln heute schon nach kurzem Nachdenken die Lust verliert und dann doch schnell googelt. Ich kann mich da leider auch nicht von freisprechen. Was waren das damals noch für Zeiten, als man - wenn man bei einem Spiel feststeckte - gar keine andere Wahl hatte, als auf das Erscheinen der nächsten Power Play oder ASM zu warten und zu hoffen, dass die gewünschte Lösung drin ist. Heutzutage ist alles so schnelllebig geworden, Spiele werden durchgerotzt, weil es ja noch Myriaden anderer Spiele gibt, die man auch zocken könnte. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie lange es her ist, das der überwiegende Teil mein Freundeskreis das gleiche Spiel gezockt hat. Das muss damals in den frühen 90ern gewesen sein. JEDER hat damals ein Indiana Jones and the Fate of Atlantis gezockt.

Ein weiterer Punkt, der mich schon seit vielen Jahren stört: Der Sound bzw. die Mucke heutiger Spiele. Je mehr man sich Film Scores annähert, desto mehr verliert der Sound eines Spiels den eigenen Charakter und die Eingängigkeit. Ich kann mich spontan an kein Spiel der letzten 10 Jahre erinnern, bei dem mir der Soundtrack noch präsent wäre. Vielleicht Mass Effect in der Legendary Edition noch ein wenig, aber auch nur weil das erst nen Jahr her ist. Ansonsten war das letzte Spiel wohl Portal 1, was aber mehr am genialen Endsong liegt, als an der musikalischen Begleitung innerhalb der Level. Vielleicht liegt es auch daran, dass Spiele allgemein nicht mehr so "arcadig" sind wie früher. Ich würde aber behaupten: Wer früher einen C64 oder einen Amiga hatte, der erinnert sich an die Mucke aus Bubble Bobble, Ghost's n Goblins, Yie Ar Kung Fu, North & South, Wizball, Terra Cresta, Turrican, International Karate +, Paperboy, Out Run, Great Giana Sisters, Last Ninja und wie sie alle heißen.

Wenn ich einmal auf dem Totenbett liege und meine letzte Atemzüge mache, dann werde ich zum Abschied ganz sicher nicht den Soundtrack von God of War, Call of Duty - Modern Warfare 2 oder The Last of Us pfeifen, sondern den von Commando!

The video is played embedded by Youtube. Google's privacy policy applies.
Dein Post erinnert mich daran wie ich früher, was war ich da 13, 14 oder so, mit meinem Kumpel die "Eye of the Beholder" Spiele gespielt habe.
Einer hat gespielt und der andere war die Auto-Map :)
Was hat man sich da stundenlange, tagelang beschäftigt und wirklich gemeinsam rausgefunden wie es denn nun wo weiter geht.

Ich bin ehrlich gesagt froh, dass Spiele heutzutage nicht mehr so schwer sind wie früher. Ich will beim Spielen einfach nur eine gute Zeit haben und mich nicht an jeder Kleinigkeit abmühen müssen.
Das ist aber im Gegenzug genau der Punkt den ich heute auch nicht mehr missen möchte :)
Heute habe ich keine Zeit und auch gar keine Lust mehr dazu, mich da mit nem Block und Bleistift hin zu setzen um ne Karte zu zeichnen.
Oder, ich ellenlangen Texten zu lesen wie es denn jetzt weiter gehen könnte.
Ich möchte da auch einfach nur noch in Ruhe Abschalten.

Insgesamt finde ich aber, für mich persönlich, je realistischer die Grafik wird, umso weniger bleibt da noch Spielraum für die Fantasie. Das war immer so ein Stück weit die Magie früher. Besonders so der Amiga Grafikstyle bis Mitte der 90er ca.
Wo es mehr und mehr in Richtung 3D ging, lies das für mich immer mehr nach.

Das mag auch der Grund gewesen sein, weshalb ich mich damals bewusst für eine Nintendo Wii entschieden hatte und gegen 360 und PS3.
Nach dem Amiga war das insgesamt meine schönste Zeit zum Zocken.

So Spiele wie ein "Ókami" zum Beispiel. Absolut traumhaft und auf der Wii gleich mehrfach gut mit dem Malen :)
 

X30 C64 Forever

Altmeister
Dein Post erinnert mich daran wie ich früher, was war ich da 13, 14 oder so, mit meinem Kumpel die "Eye of the Beholder" Spiele gespielt habe.
Einer hat gespielt und der andere war die Auto-Map :)
Was hat man sich da stundenlange, tagelang beschäftigt und wirklich gemeinsam rausgefunden wie es denn nun wo weiter geht.


Das ist aber im Gegenzug genau der Punkt den ich heute auch nicht mehr missen möchte :)
Heute habe ich keine Zeit und auch gar keine Lust mehr dazu, mich da mit nem Block und Bleistift hin zu setzen um ne Karte zu zeichnen.
Oder, ich ellenlangen Texten zu lesen wie es denn jetzt weiter gehen könnte.
Ich möchte da auch einfach nur noch in Ruhe Abschalten.

Insgesamt finde ich aber, für mich persönlich, je realistischer die Grafik wird, umso weniger bleibt da noch Spielraum für die Fantasie. Das war immer so ein Stück weit die Magie früher. Besonders so der Amiga Grafikstyle bis Mitte der 90er ca.
Wo es mehr und mehr in Richtung 3D ging, lies das für mich immer mehr nach.

Das mag auch der Grund gewesen sein, weshalb ich mich damals bewusst für eine Nintendo Wii entschieden hatte und gegen 360 und PS3.
Nach dem Amiga war das insgesamt meine schönste Zeit zum Zocken.

So Spiele wie ein "Ókami" zum Beispiel. Absolut traumhaft und auf der Wii gleich mehrfach gut mit dem Malen :)
Oh ja, Eye of the Beholder 2 - das hat damals mein ganzer Freundeskreis gespielt. Und wir saßen an einer Stelle fest und kamen wochenlang nicht weiter. Da war eine Fallgrube im Boden, die man nicht umgehen konnte. Was haben wir nicht alles probiert. Des Rätsels Lösung war dann hinterher, dass man einfach ein Item über die Grube schmeißen musste. Das ist dann an eine Wand geprallt und auf einer Schaltplatte am Boden gelandet. Darauf ist keiner von uns gekommen.

Was das Kartografieren angeht: Ich glaube, das haben die Etrian Odyssee- Spiele auf dem 3DS ganz gut gelöst. Da konnte man die Karte mit dem Stylus zeichnen. Habe aber nie eines davon gespielt, weil mir der Grafikstil zu abgefahren aussah.

Ich frage mich, wie das bei Legend of Grimrock gelöst ist. Muss man da selber zeichnen. Das ist nämlich eines von den Spielen, die ich als nächstes angehen wollte.

Und zum Thema Barrierefreiheit kann ich nur sagen: Finde ich uneingeschränkt gut. Und ja, vermutlich werden wir im Alter alle auf bestimmte Hilfestellungen (größere Schrift etc.) angewiesen sein. Der Option mit den unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden kann ich mich aber nicht anschließen. Bei den meisten Spielen habe ich das Gefühl, dass diese nur auf einen bestimmten Schwierigkeitsgrad hin konzipiert sind und Abweichungen davon nicht wirklich gut durchdacht sind. Bei den meisten Spielen ist m. E. heutzutage der Hard-Modus die beste Wahl, da man erst dort gezwungen wird, sämtliche Mechanismen auszuschöpfen. Ich starte daher meist standardmäßig auf hard und schaue schalte dann runter, wenn ich nicht klar komme - wie aktuell z. B. bei God of War.
 

Savoreth

Pförtner des Altenheims
Was mich an neuen Spielen am meisten stört, ist die Gängelung des Spielers. Früher hat man ein Spiel installiert und bei Nichtgefallen restlos entfernt. Man hat selbst darüber entschieden, wie es gestartet wird und sich unter DOS ein eigenes Startmenü gebastelt oder später dann halt ein grafisches. Steam fängt heute diesen "Spirit" ein wenig ein aber das wars dann auch.

Der PC-Spieler darf sich ansonsten mit x Launchern herumschlagen, weil natürlich jede Firma ihren eigenen "Store" haben muss, woran freilich Steam nicht ganz unschuldig ist. Flüchtet der Spieler zu den Konsolen, darf er sich mit Exklusivspielen und -hardware einerseits und Erfolgslisten andererseits herumschlagen, aus denen er ungeliebte Spiele nicht nach Wunsch löschen kann.

Dann der Online- und Streamingzwang. Es gibt durchaus Spiele, bei denen die Onlineverbindung nützlich ist - No Mans Sky nur mal erwähnt. Und natürlich alle kompetitiven Shooter. Aber viele andere Spiele, die man zwar als Singleplayer spielen kann, aber unbedingt eine Serveranmeldung voraussetzen. Stets die Frage im Hinterkopf, was wohl passiert, wenn die Server abgeschaltet werden. Gibts dann einen letzten klärenden Patch oder verbleibt die Spielleiche auf ewig? Diese Frage wird umso wichtiger, je höher der Stapel an Spielen wird, bei denen man keine Ahnung hat, wann man in diesem Leben die Zeit für sie finden wird.

Gut gefallen mir hingegen alle Verbesserungen in Sachen Barrierefreiheit, Zugänglichkeit und Vereinfachungen. Umso besser wenn sie optional sind, damit auch Jungspunde sich ihr Hardcore-Erlebnis zusammenbasteln können. Und ich mag die aufgrund Grafikverbesserung erreichte Atmosphäre und Immersion, die in vielen Fällen ein interaktives Spiel ermöglichen. Obgleich die Anzahl der Entwickler sinkt, die ein solches Spiel am Ende auch noch produzieren können. Abschließend bin ich ein echter Fan von den häufig ungeliebten Remasters und Remakes geliebter Spiele - auch wenn das mehr an der Unfähigkeit liegt, moderne Nachfolger zu produzieren.
 
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